Gedenkmarsch in Bologna
Italien gedenkt des Anschlags auf Bahnhof von Bologna
publiziert: Donnerstag, 2. Aug 2012 / 21:35 Uhr
Zerstörter Hauptbahnhof von Bologna (1980)
Zerstörter Hauptbahnhof von Bologna (1980)

Rom - Tausende Menschen haben am Donnerstag in Bologna der Opfer des rechtsextremistischen Attentats auf den Bahnhof vor genau 32 Jahren gedacht. Bei dem Sprengstoffanschlag am 2. August 1980 kamen 85 Menschen ums Leben.

1 Meldung im Zusammenhang
Ein Gedenkmarsch von Familienangehörigen und Freunden der Opfer zog durch die Innenstadt von Bologna. An der Veranstaltung beteiligte sich auch die italienische Innenministerin Annamaria Cancellieri. «Viele Fragen zu den Hintergründen des Anschlags bleiben noch offen. Ich bin bereit, alle Wege zu beschreiten, um endlich bis zuletzt zu begreifen, was in diesen Jahren passiert ist», betonte sie.

Als «terroristischen Wahnsinn» bezeichnete der Präsident der italienischen Abgeordnetenkammer Gianfranco Fini den Anschlag in Bologna. Das Attentat sei eine der tragischsten Seiten der italienischen Geschichte in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

Der Anschlag sei eine noch offene Wunde und eine Mahnung, stets aktiv jede Form von Gewalt, Hass und Intoleranz zu bekämpfen, sagte Fini in einer Botschaft an den Bürgermeister von Bologna Virginio Merola und die Familienangehörigen der Opfer.

Am 2. August 1980 explodierten zwei Koffer mit Bomben in einer Bahnhofswartehalle und rissen vor allem Touristen in den Tod. Das Attentat von Bologna ist und bleibt bis heute der schwerste Terroranschlag in Italien seit dem Zweiten Weltkrieg.

Die Explosion zerstörte einen Grossteil des Hauptgebäudes und beschädigte den Zug Ancona-Chiasso, der auf Gleis 1 wartete. Sie war kilometerweit zu hören.

Schwierige Aufarbeitung

Auf den Anschlag folgten ein langes, verworrenes und umstrittenes Gerichtsverfahren sowie politische Diskussionen. Obwohl es sich um eine Tat rechtsextremer Gruppen handelte, versuchten rechte politische Kreise, den Anschlag in der «roten Hochburg» Bologna der linken Szene in die Schuhe zu schieben.

In acht Prozessen zwischen 1988 und 1994 wurden drei Neofaschisten, darunter das Ehepaar Valerio Fioravanti und Francesca Mambro, als unmittelbare Täter zu lebenslangen Haftstrafen beziehungsweise 30 Jahren Haft verurteilt. Das Gericht befand sie der Ausführung des Terrorakts schuldig.

Weitere Freiheitsstrafen wurden wegen Irreführung und Verschleierung gegen einige Geheimdienstleute und den umstrittenen Chef der Geheimloge Propaganda Due (P2), Licio Gelli, verhängt. Die mutmasslichen Hintermänner des Anschlags wurden nie ermittelt und vor Gericht gestellt. Die Opfer und ihre Angehörigen mussten bis 2008 auf eine Entschädigungsregelung warten.

(asu/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Rom - Tausende Menschen haben am Dienstag in Bologna des rechtsextremistischen Sprengstoffattentat auf den Bahnhof ... mehr lesen
Das Mahnmal am Bahnhof in Bologna erinnert an den Anschlag vor 30 Jahren (Archivbild).
Andrzej Duda soll am 6. August als ...
Gratulanten aus Ost und West  Warschau - Nach dem Sieg des nationalkonservativen Herausforderers Andrzej Duda bei der Präsidenten-Stichwahl in Polen haben sich am Montag die Gratulanten aus Ost und West bei dem designierten neuen Staatschef gemeldet. Allerdings gab es auch kritische Worte an die Adresse des 43-Jährigen. 
Duda siegt bei Präsidenten-Stichwahl in Polen Warschau - Der nationalkonservative Politiker Andrzej Duda hat die Präsidentenwahl in Polen klar gewonnen. ...
Andrzej Duda war als leichter Favorit in die Stichwahl gegangen.
Überraschendes Luftwaffen-Manöver Russlands  Stockholm/Bern - In Nordeuropa hat ein grossangelegtes Manöver von NATO-Mitgliedern und den nicht zur Allianz gehörenden ... 1
Kriegsschiff der Schwedischen Marine. (Symbolbild)
Poroschenko: «Wir führen echten Krieg mit Russland» Kiew - Die Ukraine befindet sich laut Präsident Petro Poroschenko in ...
Russische Bomber bei Schottland abgefangen London - Die britische Luftwaffe hat am Donnerstag Eurofighter aufsteigen ...
Titel Forum Teaser
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
DI MI DO FR SA SO
Zürich 8°C 10°C bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
Basel 7°C 11°C leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
St.Gallen 9°C 12°C bewölkt, Regen leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
Bern 10°C 16°C leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig
Luzern 11°C 15°C bewölkt, Regen leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
Genf 11°C 18°C leicht bewölkt leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig
Lugano 17°C 23°C sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos
mehr Wetter von über 6000 Orten