Italiens Staatspräsident will Debatte um Sterbehilfe
publiziert: Sonntag, 24. Sep 2006 / 21:38 Uhr

Rom - Italiens Staatspräsident Giorgio Napolitano hat die Regierung dazu aufgefordert, sich im Parlament mit dem Thema Sterbehilfe zu befassen.

In Italien ist Sterbehilfe gesetzlich verboten.
In Italien ist Sterbehilfe gesetzlich verboten.
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Es sei Zeit für eine Diskussion über das Thema, zitierten italienische Medien Napolitano. Grund für die Äusserungen des Präsidenten war ein Appell eines 60- jährigen Patienten, der an Muskeldystrophie leidet. Piergiorgio Welby, der seit Jahrzehnten im Rollstuhl sitzt, künstlich ernährt werden muss und nur noch per Computer kommunizieren kann, hatte Napolitano um «die Gnade der Sterbehilfe» gebeten.

Der Staatspräsident zeigte sich tief bewegt vom Leiden des Patienten und regte nun in einem Brief eine Debatte zum Thema an. Aus dem Regierungs- und Oppositionslager gab es bereits unterschiedliche Stimmen zu dem Aufruf.

Senatspräsident Franco Marini von der Regierungspartei Margherita etwa sprach sich gegen eine Legalisierung aus, während der Präsident der Abgeordnetenkammer, der Kommunist Fausto Bertinotti, sich positiv äusserte.

In Italien ist Sterbehilfe gesetzlich verboten. Auch der Vatikan ist dagegen und betont, das Leben müsse von seinem Beginn bis zum natürlichen Tod geschützt werden.

(fest/sda)

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