Ivan Basso gibt Verwicklung in «Operacion Puerto» zu
publiziert: Montag, 7. Mai 2007 / 19:13 Uhr / aktualisiert: Dienstag, 8. Mai 2007 / 07:46 Uhr

Die «Operacion Puerto» erhält neue Dynamik: Ivan Basso gab vor dem olympischen Komitee Italiens (CONI) zu, in den spanischen Dopingskandal verwickelt zu sein. Ausserdem will der 29-Jährige bei der Aufklärung seines Falls mithelfen.

Ivan Basso droht eine Doping-Sperre von zwei Jahren.
Ivan Basso droht eine Doping-Sperre von zwei Jahren.
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Die Wende kam überraschend. Noch in der vergangenen Woche gab sich der Sieger des letztjährigen Giro d´Italias einsilbig und zugeknöpft; die Verhandlungen wurden auf unbestimmte Zeit vertagt.

Doch scheint die offenbar erdrückende Beweislage die Gemütslage von Basso geändert zu haben. Er hatte Ettore Torri, den Chef der Anti-Doping-Kommission des CONI, von sich aus um ein zweites Treffen gebeten.

«Ivan Basso hat seine Verantwortung in der Operacion Puerto in vollem Umfang zugegeben und uns seine volle Kooperationsbereitschaft zugesichert, um seine Verwicklung in die Affäre aufzuklären», erklärte das CONI in einem Communiqué.

Strafmilderung in Aussicht gestellt

Am Wochenende hatte die Staatsanwältin Maria Cristina Rota dem Radprofi a.D. Strafmilderung in Aussicht gestellt, wenn er mit den Behörden kollaborieren würde. Von der Sportjustiz droht Basso eine Doping-Sperre von zwei Jahren, in einem anstehenden Zivilrechtsverfahren sogar eine mehrjährige Haftstrafe. Die Aussicht auf eine Gefängnisstrafe und die drohende Sperre dürfte den Widerstand von Basso gebrochen haben. Beobachter in Rom gehen davon aus, dass der Italiener nun mit einer nur einjährigen Doping-Sperre rechnen muss und im kommenden Jahr wieder fahren kann.

Wenig Hoffnung diesbezüglich machte allerdings der UCI-Präsident Pat McQuaid: «Zwei Jahre sind zwei Jahre. Das sind die Regeln der WADA für ein Erstvergehen.»

Es gebe keinen Spielraum, meinte der Ire. «Ivan hat getan, was alle von Marco Pantani erwartet haben», begrüsste der Präsident des italienischen Radsportverbandes, Renato Di Rocco, Bassos Bereitschaft zur Zusammenarbeit mit den Dopingfahndern.

Bedingungen für ein Geständnis ausgehandelt

Am Montagmittag hatte Bassos Anwalt Massimo Martelli mit der Anti-Doping-Kommission in Rom die Bedingungen für ein Geständnis ausgehandelt, am Nachmittag fand das Gespräch in einer Anwaltskanzlei im römischen Nobelviertel Parioli statt. Ohne Kommentar verliess Basso anschliessend die Kanzlei und fuhr mit seinem Anwalt zum Flughafen. Am Dienstag will er sich den Medien stellen.

Die «Operacion Puerto» wurde vor knapp einem Jahr mit der Verhaftung von Liberty-Seguros-Teamchef Manolo Saiz und Eufemiano Fuentes lanciert. Im Labor von Fuentes fand die Polizei unter anderem rund 200 Blutbeutel, die mutmasslich für Eigenblut-Doping bestimmt waren. Aufgrund verschiedener Codes, abgehörter Telefonate und anderer Notizen und Unterlagen wurden 50 Profis mit dem Gynäkologen in Verbindung gebracht.

Unter anderem werden Basso und Jan Ullrich einen Tag vor dem Start zur Tour de France ausgeschlossen. Allerdings schloss im letzten März der zuständige Richter in Spanien die Akten, weil Doping zur Zeit der Eröffnung des Falls nicht ein juristisches Vergehen war.

(li/Si)

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