Krankenkassen sollen auch seltene Krankheiten zahlen
Ja zu teuren Medikamenten ohne Freipass
publiziert: Mittwoch, 22. Jun 2011 / 12:57 Uhr / aktualisiert: Mittwoch, 22. Jun 2011 / 16:32 Uhr
Verpflichtung ja, aber im Rahmen.
Verpflichtung ja, aber im Rahmen.

Bern - Die Krankenkassen sollen nach Ansicht der Stimmberechtigten auch bei seltenen Krankheiten für teure Medikamente zahlen. Dies zeigt der gfs-Gesundheitsmonitor 2011. 83 Prozente der 1200 Befragten widersprechen somit dem Bundesgericht, das in der Sache anders entschieden hat.

5 Meldungen im Zusammenhang
Das Resultat des 15. Gesundheitsmonitors im Auftrag der Interpharma ist eindeutig: Die Schweizer Stimmberechtigten wollen, dass bei der Behandlung von Patienten medizinische Überlegungen an erster Stelle stehen. 91 Prozent der Befragten hätten sich dafür ausgesprochen, sagte Claude Longchamp vom Forschungsinstitut gfs.bern am Mittwoch vor den Medien in Bern.

Ebenfalls 91 Prozent forderten, dass die Lebensqualität der Patienten berücksichtigt werde, hielt Longchamp fest. Die medizinische Versorgung steht für die Befragten selbst dann im Vordergrund, wenn die Kosten - etwa für seltene Krankheiten - sehr hoch werden.

Dass aber gleich 83 Prozent der Befragten die Krankenkassen verpflichten wollen, auch für seltene Krankheiten die Behandlungskosten zu übernehmen, beurteilt Forscher Longchamp als «massiv».

Kein «Freipass» für teure Medikamente

Von einem «Freipass» für teure Medikamente sei im Gesundheitsmonitor nicht die Rede, hielt Longchamp fest. Denn 89 Prozent der Befragten sprachen sich auch dafür aus, dass jeder Fall einzeln betrachtet werden solle.

Der Gesundheitsmonitor klammert bei der Frage zu den seltenen Krankheiten die Kosten aus, wie Longchamp sagte. So wird nicht geklärt, ob die Befragten auch bereit wären, die teureren Behandlungen von seltenen Krankheiten mit höheren Prämien mitzufinanzieren.

Santésuisse relativiert

Der Krankenkassendachverband Santésuisse relativiert das Ergebnis der Umfrage: «Über einen Zusammenhang zwischen dem Auftraggeber und dem Resultat darf spekuliert werden», sagte Sprecherin Silvia Schütz auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda. Interpharma ist der Verband der forschenden pharmazeutischen Firmen der Schweiz.

«Die Höhe der Zustimmung könnte auch mit der Art der Fragestellung zu tun haben», hielt sie weiter fest. Die Santésuisse-Umfrage Sondage Santé habe ergeben, dass die Versicherten zuerst bei den Medikamentenpreise sparen wollten.

(bg/sda)

Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Medikamente sind in der Schweiz zu teuer.
Bern - Verschreibungspflichtige Medikamente sind in der Schweiz deutlich teurer als im Ausland. Allein wegen der Handelsmargen zahlen die Schweizer Prämienzahler im Vergleich mit sechs ... mehr lesen
Berlin - In den meisten ... mehr lesen
Nur noch Norwegen und die USA liegen in den Gesundheitsausgaben vor der Schweiz.
Wirksamkeit und Zweckmässigkeit der Methoden sind noch nicht vollständig evaluiert.
Bern - Die anthroposophische ... mehr lesen
Luzern - Eine Frau mit krankhafter ... mehr lesen
Die 33-jährige Frau darf sich die Haarbeine auf Kosten der Krankenkasse behandeln lassen.(Symbolbild)
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Nur ein Augenarzt kann eindeutig feststellen, ob es sich um eine allergische Bindehautentzündung handelt.
Nur ein Augenarzt kann eindeutig ...
Publinews Der Fachbegriff im Bereich der Medizin für eine Bindehautentzündung lautet Konjunktivitis. Diese entsteht selten durch eine Infektion. In den meisten Fällen ist sie eine allergische Reaktion auf unterschiedliche Substanzen. mehr lesen  
Publinews Tabata ist eine Trainingsform, die aus kurzen Trainingsintervallen besteht. Die Trainingsmethode ist aus den 1990er-Jahren und soll die Trainierenden an ihre Grenzen bringen. mehr lesen  
Medizinische Forschung  Bern - Das Inselspital nimmt mit der «Liquid Biobank Bern» das derzeit modernste Tiefkühllager für Blut und andere flüssige Bioproben ... mehr lesen  
Das Berner Inselspital stellt die Proben für mehrere Forschungsprojekte und einem grösseren Forscherkreis zur Verfügung.
Zika wird hauptsächlich durch Mückenstiche verbreitet.
Wegen Zika - Acht Wochen nur geschützt  Genf - Touristen sollen nach ihrer Heimreise aus Zika-Gebieten mindestens acht Wochen ... mehr lesen  
Titel Forum Teaser
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Do Fr
Zürich 11°C 22°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig recht sonnig
Basel 12°C 23°C Wolkenfelder, kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig recht sonnig
St. Gallen 11°C 19°C Wolkenfelder, kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig Wolkenfelder, kaum Regen
Bern 11°C 22°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig recht sonnig
Luzern 12°C 21°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig freundlich
Genf 13°C 22°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig recht sonnig
Lugano 18°C 28°C gewitterhaftleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt, Regen gewitterhaft
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten