Paris-Attentäter soll im Al-Kaida-Training im Jemen gewesen sein
Jagd nach den Attentätern harzt: Polizei bricht Suche bei Wald ab
publiziert: Freitag, 9. Jan 2015 / 06:16 Uhr / aktualisiert: Freitag, 9. Jan 2015 / 06:45 Uhr

Paris - Trotz intensiver Suche sind die mutmasslichen Attentäter des Anschlags auf das Satire-Magazin «Charlie Hebdo» in Paris in der Nacht auf Freitag unauffindbar geblieben. Laut US-Medien hat einer der Brüder ein Ausbildungslager der Terrorgruppe Al-Kaida durchlaufen.

4 Meldungen im Zusammenhang
Said Kouachi - der ältere der beiden verdächtigen Brüder - sei 2011 einige Monate bei einem Al-Kaida-Ableger im Jemen im bewaffneten Kampf ausgebildet worden, berichteten der Fernsehsender CNN und die «New York Times». Sie berufen sich dabei auf hochrangige US-Regierungsvertreter.
In der Zeitung und bei CNN hiess es weiter, auch die USA hätten Said und seinen zwei Jahre jüngeren Bruder Chérif im Visier gehabt. Die beiden Franzosen standen demnach auf einer No-Fly-Liste, was ihnen Flüge in die USA verwehrte.

US-Geheimdienste versuchten derzeit herauszufinden, ob der Al-Kaida-Ableger im Jemen den Anschlag in Paris befohlen hat. Bisher gebe es aber keine Hinweise darauf.

Suchaktion im Norden abgebrochen

Bei der Suche nach den Brüdern kam die französische Polizei in der Nacht nicht voran. Einen Einsatz in einem Waldstück brachen die Sicherheitskräfte am späten Donnerstagabend ab.

Wie mehrere französische Medien berichteten, blieben einige Polizeieinheiten aber in der Region. Sie kontrollierten weiter Strassen und Häuser. Auch Helikopter waren im Einsatz.

Die Regierung hatte landesweit 88'000 Einsatzkräfte mobilisiert, um die offenbar mit Kalaschnikow und Panzerfaust bewaffneten Männer zu fassen und weitere Terrorakte zu verhindern. Nach dem Fund von Molotow-Cocktails und einer Islamistenflagge in einem Fluchtauto in Paris gehen die französischen Ermittler davon aus, dass das Duo weitere Anschläge geplant hatte.

Die Polizei nahm neun Personen aus dem Umfeld der Terroristen in Gewahrsam, wie Innenminister Bernard Cazeneuve bekanntgab. Für Freitagmorgen (8.30 Uhr) berief Präsident François Hollande sein Krisenkabinett erneut zu einer Sondersitzung ein.

Licht aus am Eiffelturm

In ganz Frankreich gab es am Donnerstag - einem Tag der nationalen Trauer - eine Schweigeminute für die Opfer. Tausende gingen erneut auf die Strassen. Am Abend wurde das Licht am Eiffelturm ausgeschaltet.

Der UNO-Sicherheitsrat in New York gedachte der Opfer des Anschlags mit einer Schweigeminute. US-Präsident Barack Obama trug sich in der französischen Botschaft in Washington in ein Kondolenzbuch ein. «Vive la France», schrieb er unter anderem.

Solidarität spielt auch unter den Medien. Nach mehreren französischen Medien sagte auch die britische Guardian-Mediengruppe dem Satire-Magazin Hilfe zu. Wie der Chefredakteur des «Guardian» mitteilte, will das Unternehmen der Zeitschrift 100'000 Pfund spenden. Das Geld solle dazu dienen, «Charlie Hebdo» zu erhalten, schrieb Alan Rusbridger am Donnerstag.

«Zeitschrift der Überlebenden»

Die «Charlie Hebdo»-Verantwortlichen bekräftigten derweil früher gemachte Aussagen, wonach sie weitermachen wollten. Auf der Internetseite des Magazins ist eine grosse gezeichnete Faust zu sehen, die einen Zeichenstift umgreift. Daneben steht, die Kraft der Karikatur sei stärker als die «Barbarei».

Man wolle weitermachen, weil die Freiheit ein Grundrecht sei und viele Menschen sie unterstützten, heisst es. Die nächste Ausgabe der «Zeitschrift der Überlebenden» erscheine am kommenden Mittwoch. Zuvor war berichtet worden, die Ausgabe solle in einer Auflage von einer Million Exemplare erscheinen. Zuletzt hatte die Zeitschrift nur eine Auflage von mehreren Zehntausend Heften.

(jbo/sda)

Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Paris - Östlich von Paris ist ein ... mehr lesen
Paris - Nach dem Anschlag auf die ... mehr lesen
Bern - Am Tag nach dem Attentat auf ... mehr lesen 1
Die Solidaritätswelle in der Schweiz ebbt nicht ab.
St. Gallen/Lausanne - Die Schweizer Muslimen-Verbände distanzieren sich vom Anschlag mit 12 Toten auf die Redaktion der französischen Satirezeitschrift «Charlie Hebdo» vom Mittwoch in Paris. ... mehr lesen
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Über 500 Menschen waren an der Übung beteiligt.
Über 500 Menschen waren an der Übung beteiligt.
Übung mit 500 Helfern  Mit einem simulierten Attentat im Stade de France ist am Dienstag ein Worst-Case-Szenario für die EM in Frankreich durchgespielt worden. mehr lesen 
Keine unabhängigen Informationen  Beirut - Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat ihre Offensive im Norden Syriens am Dienstag fortgesetzt. Versuche von oppositionellen syrischen Kräften, die am Freitag begonnene Offensive zurückzuschlagen, seien gescheitert. mehr lesen   1
Erster Weltkrieg  Hamburg - Zum 100. Jahrestag der Skagerrak-Schlacht haben Deutschland und Grossbritannien am Dienstag gemeinsam der tausenden Toten des grössten Seegefechts der Geschichte gedacht. mehr lesen  
Titel Forum Teaser
  • keinschaf aus Wladiwostok 2826
    belustigend peinlich Das kommt schon fast in die Nähe der Verwechslung von Oekonomie mit ... Mi, 28.12.16 01:21
  • Unwichtiger aus Zürich 11
    Grammatik? Wie kann Stoltenberg denn Heute schon wissen, welche Entscheidungen am ... Sa, 22.10.16 10:59
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Der phallophile Blick eines cerebrophoben Schäfleins! Frau Stämpfli schrieb am Ende ... Mo, 26.09.16 17:32
  • keinschaf aus Wladiwostok 2826
    phallophobe Geschichtsrückblicke "Und die grösste Denkerin des 21. Jahrhunderts? Verdient ihr Geld mit ... Sa, 13.08.16 17:48
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Alle Demonstranten gefilmt. Der Erdogan lässt doch keine Domo gegen sich zu! Die ... Di, 21.06.16 16:42
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Konzernrecht? Konzernpfusch! Was ist denn das? Konzerne werden vorwiegend von Vollidioten geführt. ... Fr, 10.06.16 17:49
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Das wird die Deutschen aber traurig machen. Wenn man keinen Flughafen und keinen Bahnhof ... Mi, 08.06.16 17:49
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Der... Daesh (IS) kommt immer mehr unter Druck. Davon sind inzwischen auch ... Do, 02.06.16 19:22
Jonathan Mann moderiert auf CNN International immer samstags, um 20.00 Uhr, die US- Politsendung Political Mann.
CNN-News Was würde «Präsident Trump» tatsächlich bedeuten? Noch ist absolut nichts sicher, doch es ...
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Sa So
Zürich -1°C 4°C bedecktleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig Schneeregen Schneeregen
Basel 3°C 6°C bedeckt, wenig Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig Schneeregenschauer Schneeregenschauer
St. Gallen 0°C 10°C wechselnd bewölktleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig immer wieder Schnee immer wieder Schnee
Bern 0°C 4°C Schneeregenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig Schneeregenschauer Schneeregenschauer
Luzern 1°C 5°C bedecktleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig Schneeregen Schneeregen
Genf 6°C 5°C anhaltender Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig Schneeregenschauer wechselnd bewölkt
Lugano 1°C 2°C starker Schneeregenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig starker Schneeregen trüb und nass
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten