Jagd über die Weltmeere auf Todesfrachter
publiziert: Freitag, 20. Feb 2004 / 10:35 Uhr / aktualisiert: Freitag, 20. Feb 2004 / 11:01 Uhr

Paris - Frankreich macht Ernst mit dem Kampf gegen Ozean-Rowdys. Ermittler der Gendarmerie jagen den philippinischen Frachter "Seattle Trader" über die Weltmeere, der den französischen Fischtrawler "Bugaled Breizh" mit fünf Mann an Bord überlaufen und versenkt haben soll.

Jacques Chirac macht die Jagd zur Staatsaffäre.
Jacques Chirac macht die Jagd zur Staatsaffäre.
Selbst die Kriegsmarine macht sich für einen Einsatz bereit. Die Spur werde "bis zum Ende verfolgt", versprach Meeres-Staatssekretär Dominique Bussereau. Doch der Ausgang des Rennens ist offen.

Am Dienstag kamen die Fahnder zu spät. In Port Said wollten die Franzosen den 38 818 Tonnen grossen Frachter nach Kollisionsspuren untersuchen. Doch die "Seattle Trader" hatte den ägyptischen Hafen bereits vorzeitig wieder verlassen.

In internationalen Gewässern

Der Frachter habe zehn Prozent mehr gezahlt, um schneller durch den Suez-Kanal abgefertigt zu werden, berichtete das Hafenamt französischen Medien zufolge. Bevor die Ägypter auf ein Pariser Rechtshilfeersuchen reagieren konnten, war das Schiff in internationalen Gewässern auf dem Weg nach China.

Einen eindeutigen Beweis, dass der philippinische Frachter am 15. Januar vor der britischen Küste das Fischereiboot "Bugaled Breizh" gerammt hat, gibt es nicht. Die Meereszone wird nicht vom Radar überwacht.

Bretonische Fischer hatten vermutet, ein U-Boot habe den Trawler in die Tiefe gezogen. Dort liegt das Boot noch immer mit vermutlich fünf Leichen an Bord auf Grund. Aufnahmen eines Tauchroboters deuten auf eine Kollision mit einem grossen Schiff hin. Gegen ein Dutzend Frachter und Tanker wird ermittelt, doch nach Auswertung aller Schiffsbewegungen konzentriert sich der Verdacht auf die "Seattle Trader".

Chirac will alle Mittel einsetzen

Präsident Jacques Chirac machte die Jagd auf den Übeltäter zur Staatsaffäre. Auf dem Marinestützpunkt Brest gelobte er, alle Mittel einzusetzen, um Umweltsündern, Terroristen und Verkehrsrowdys auf hoher See das Handwerk zu legen.

Das Verteidigungsministerium machte klar, dass die Kriegsmarine die "Seattle Trader" aufbringen könne, wenn alle Rechtsfragen geklärt seien. Konkret heisst das: Die Philippinen müssen einverstanden sein. Alternativ könnte Frankreich warten, dass das Schiff den Hafen eines Landes anläuft, das bereit ist, mit Paris zu kooperieren.

"Ich bin sicher, wir kriegen die Schuldigen", sagte Francis Valat, der Präsident des für die Sicherheit des Schiffsverkehrs zuständigen Französischen Meeresinstituts (IFM).

(von Hans-Hermann Nikolei/dpa)

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