Jahrhundertereignis an der Grenze
publiziert: Dienstag, 14. Jul 2009 / 14:33 Uhr / aktualisiert: Dienstag, 14. Jul 2009 / 15:00 Uhr

Bettingen BS/Grenzach D - Jetzt ist die deutsch-schweizerische Landesgrenze bei Basel wieder korrekt markiert: Heute Dienstag wurde ein durch Fallholz zerstörter Grenzstein von 1842 durch einen intakten ersetzt - einen Recycling-Grenzstein. Ein solcher Akt findet nur alle hundert Jahre statt.

Der alte Stein wurde durch den Fall einer deutschen Buche gänzlich zerstört. (Archivbild)
Der alte Stein wurde durch den Fall einer deutschen Buche gänzlich zerstört. (Archivbild)
Die letzte offizielle Mutation des Grenzverlaufes im Stadtkanton war nach dem ersten Weltkrieg beim unter deutscher Hoheit stehenden badischen Bahnhof vorgenommen worden, wie der baselstädtische Kantonsgeometer Walter Oswalt vor den Medien ausführte. Seither habe es nur Korrekturen wegen natürlichen Verschiebungen gegeben.

Einer solchen hat nun der Grenzsstein Nummer 107 im «Wyhlengraben» unweit der Funkturms St. Chrischona in Bettingen BS seine Wiedergeburt zu verdanken, der unlängst von einer umstürzenden - deutschen - Buche zu Trümmern geschlagen worden war. Der Stein 105b war mit dem Hang einen Meter abgerutscht und sollte verlegt werden.

Weil der Stein 105b aus dem Jahr 1825 inzwischen aber dank geradem Grenzverlauf und guter Einsehbarkeit bei einem Weg verzichtbar geworden ist, grub man ihn aus, liess einen Steinmetz Nummer und Grenzlinie um-behauen und setzte den Recycling-Stein in einem binationalen formellen Akt rund hundert Meter weiter nordwestlich in den steilen Hang.

Dem «äusserst seltenen Ereignis», wie es der baselstädtische Baudirektor Hans-Peter Wessels nannte, wohnten Vertreter der Behörden beider Länder sowie Bundesland, Kanton und Gemeinden bei.

(fest/sda)

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