Jane's Addiction: Comeback, das gar keines ist
publiziert: Montag, 13. Okt 2003 / 03:33 Uhr / aktualisiert: Montag, 13. Okt 2003 / 04:03 Uhr

Zürich - Am Sonntagabend präsentierte die kalifornische Indie-Rock Band Jane's Addiction nach zwölfjähriger Bühnenabstinenz ihr aktuelles Album "Strays" im proppevollen Zürcher Club "abart".

Janes' Addiction. Frontmann Farrell (mit Hut) vergleicht die Entstehung von "Strays" mit einem guten Weinjahrgang.
Janes' Addiction. Frontmann Farrell (mit Hut) vergleicht die Entstehung von "Strays" mit einem guten Weinjahrgang.
Ganz am Ende schien es so, als wolle Frontmann Perry Farrell die Bühne gar nicht mehr verlassen.

Er hatte nach Jane's Addiction Songs offenbar genauso so grossen Hunger wie die lange Zeit vernachlässigte Fangemeinde.

Mit seiner Charakterstimme und vermutlich einem halben Liter Jägermeister intus beschwor Farrell, wie Spass es ihm mache, wieder mit Jane's Addiction live aufzutreten.

Erst als ihm das Publikum lauthals versichert hatte, dass seine Band in der Schweiz jederzeit willkommen sei, folgte er den anderen Musikern in die kalte Zürcher Herbstnacht hinaus und in den bereitstehenden Tourbus hinein.

Überfüllter Club

Ursprünglich war der Auftritt der Kalifornier im Zürcher Palais X-Tra geplant gewesen. Doch wegen dem enttäuschenden Ticket-Vorverkauf wurde das Konzert in den kleineren Club "abart" verlegt.

Von Ticketverkaufsproblemen war am Sonntagabend allerdings wenig zu spüren. Das "abart" war bis auf den letzten Platz voll gepackt - vor dem Haus wurden Tickets für bis zu 150 Franken unter der Hand verkauft.

Die Begehrlichkeit der Tickets war verständlich: In zwölf Jahren hatte die Kult-Indie-Band der späten Achtziger und frühen Neunziger nichts von sich hören lassen.

Im Jahre 1991 lösten sie sich nach der Tour "The one and only Lollapalooza" offiziell auf und mit einem Comeback hatte niemand gerechnet. Umso überraschender kam die Ankündigung von Perry Farrell anfangs Jahr, im Juli 2003 ein neues Album zu präsentieren.

"Ich sträube mich bis heute dagegen, von Comeback zu reden", unterstreicht Farrell allerdings in einem Interview mit einem amerikanischen Musik-Magazin, "wir haben in den vergangen Jahren immer in verschieden Projekten wieder zusammen gearbeitet."

Farrell spielte in den Neunzigern sporadisch mit dem neuen Bassisten Martyn LeNoble und Gittaristen Dave Navarro (1993-1997 Red Hot Chili Peppers) in der Indie-Rock Band Porno for Pyros.

Explosivität nicht verloren

Das neue Album "Strays" sei nach Farrell in seinem Entstehungsprozess vergleichbar mit einem guten Weinjahrgang. Die Songs seien viel sorgfältiger ausgearbeitet als früher: "Just Because" und "Stray" sind wahre Songwriting-Perlen.

Das Endprodukt hat allerdings wenig mit Wein zu tun. Auch zwölf Jahre Pause haben der Band wenig an Explosivität verlieren lassen.

Farrell erschien auf der Bühne auch nicht mit einer Flasche kalifornischen Shiraz oder Cabernet, sondern mit einer 1-liter Jägermeisterflasche.

Jane's Addiction bot im Zürcher "abart" höchste Unterhaltung in Sachen Indie-Rock. Sie fand die richtige Balance zwischen den Hits früherer Alben "Nothing's Shocking" (1988) und "Ritual de lo Habitual" (1990) und den sorgfältiger komponierten Songs auf "Strays".

Vor der Veröffentlichung hatte Farrell geflakst, die Leute würden keinen guten Rock'n Roll mehr bekommen. Dies wolle er ändern und den Rock’n Roll wieder auf der Bühne leben.

Ganz aus der Reserve locken konnte Farrell sein Publikum am Sonntagabend allerdings nicht ganz.

Mal um Mal zog er sein T-Shirt hoch und entblösste seine Brust. Seine Aufforderung an die vorderste Reihe diese zu küssen, blieb aber ohne Reaktion. Auch der Jägermeister verfehlte ihre Wirkung. Als er sie ins Publikum reichte, wanderte sie lediglich einige Reihen nach hinten: Der Kuss blieb aus. Vielleicht klappt’s beim nächsten Auftritt in der Schweiz. Die Einladung zum nächsten Gig hat er auf jeden Fall schon in der Tasche.

(bsk, news.ch/news.ch)

 
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