Janukowitsch-Partei führt in der Ukraine
publiziert: Sonntag, 28. Okt 2012 / 20:45 Uhr / aktualisiert: Montag, 29. Okt 2012 / 13:27 Uhr
Die Partei von Präsident Viktor Janukowitsch liegt vorn.
Die Partei von Präsident Viktor Janukowitsch liegt vorn.

Kiew - Die prorussische Partei des ukrainischen Präsidenten Viktor Janukowitsch bleibt offenbar an der Macht. Bei der Parlamentswahl am Sonntag lag die Partei der Regionen nach Auszählung von gut einem Drittel der Stimmen mit 37 Prozent in Führung.

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Zusammengezählt kam die Opposition gemäss Wählerbefragungen aber auf mehr als 40 Prozent. Dennoch zeichnete sich ein Sieg der Janukowitsch-Partei ab, da sie auch bei der Vergabe der Direktmandate mit voraussichtlich 115 Mandaten in Führung lag.

«Wir glauben, dass dies ein unstrittiger Sieg der Partei der Regionen ist», sagte Ministerpräsident Nikolai Asarow kurz nach Schliessung der Wahllokale. Das Ergebnis demonstriere das Vertrauen der Menschen in den Kurs der Regierung.

Opposition bei 40 Prozent

Ein Verbündeter der inhaftierten Oppositionsführerin Julia Timoschenko, Arsenij Jazenjuk, erklärte hingegen, der Trend zeige deutlich, dass die Menschen in der Ukraine die Opposition unterstützten, nicht die Regierung.

Laut Wählerbefragungen kamen Timoschenkos Vaterlandspartei, die Partei Udar von Boxweltmeister Vitali Klitschko und die nationalistische Swoboda-Partei (Freiheit) gemeinsam auf mehr als 40 Prozent der Stimmen.

Die Vaterlandspartei erhielt demnach etwa 20 Prozent, auf Udar entfielen rund 13 Prozent und auf die Swoboda-Partei rund acht Prozent. Die Oppositionsparteien könnten gemäss Wählerbefragungen auf 127 Mandate im Parlament kommen, die Partei der Regionen und die Kommunisten auf 98.

Klitschko zufrieden

Klitschko kritisierte nach der Wahl, dass die zu siebenjähriger Haft wegen Amtsmissbrauchs verurteilte Timoschenko als Kandidatin nicht zugelassen worden sei. «Wenn die Oppositionsführerin im Knast sitzt, ist das ein Zeichen für ein autokratisches Regime», meinte der Boxweltmeister.

Mit den Prognosen für seine Partei Udar (Schlag) zeigt er sich zufrieden. «Wenn noch vor einiger Zeit die Partei eines Boxers nur ein Lächeln hervorrief, hat das nach der Wahl aufgehört. Wir sind jetzt dritte Kraft im Parlament», sagte der 41-Jährige.

Janukowitsch-Partei führt bei Direktmandaten

Die Hälfte der Sitze im Parlament, nämlich 225 Sitze, werden an Direktkandidaten vergeben. Hier lag die Partei der Regionen mit 115 Mandaten in Führung. Zudem befürchtet die Opposition, dass sich zahlreiche parteilose Direktkandidaten der Regierungskoalition anschliessen werden.

Die Wahlbeteiligung lag nach ersten Angaben bei etwa 58 Prozent. Die Opposition hatte im Vorfeld der Wahlen Manipulationen durch das Regierungslager beklagt. Mit Spannung wird deshalb das Urteil der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) erwartet. Die Experten wollen sich am Montagmittag zum Wahlablauf äussern.

(bg/sda)

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