Präsidentensohn der Spionage verdächtigt
Japan schob Kim-Sohn nach China ab
publiziert: Freitag, 4. Mai 2001 / 08:22 Uhr

Tokio - Japan hat den ältesten Sohn des nordkoreanischen Staatschefs Kim Jong Il nach China abgeschoben. Der 29-jährige Kim Jong Nam war am Dienstag zusammen mit zwei Frauen und einem vierjährigen Buben illegal nach Japan eingereist.

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m Freitagmorgen flogen sie in einer Maschine der All Nippon Airways nach Peking. Die chinesischen Behörden hätten der Einreise von Kim und seinen drei Begleitern zugestimmt, meldeten japanische Medien. Japan und Nordkorea haben keine diplomatischen Beziehungen. Auch gibt es keine Direktflüge zwischen beiden Staaten.

Die Angelegenheit sei auf formelle Weise auf Grundlage der Einwanderungsbestimmungen erledigt worden, sagte ein ranghohes Regierungsmitglied in Tokio. Die neue japanische Regierung unter Ministerpräsident Junichiro Koizumi verzichtete damit auf ein juristisches Verfahren gegen Kim Jong Nam.

Der Mann hatte sich selbst als ältester Sohn des nordkoreanischen Staatschefs ausgegeben. Er war am Dienstag mit gefälschten Pässen der Dominikanischen Republik eingereist.

Bei seiner Vernehmung gab er an, er habe mit seinen Begleiterinnen und dem Buben den Vergnügungspark «Disneyland» in Tokio besuchen wollen. Alle vier sollen Flugtickets für kommenden Montag nach Peking bei sich gehabt haben.

Laut südkoreanischen Radioberichten bekleidet Kim Jong Nam seit 1999 einen leitenden Posten im nordkoreanischen Geheimdienst. Japanische Experten mutmassten, möglicherweise habe er in Japan Erkenntnisse über Nachrichtentechnologien sammeln wollen.

(sda)

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