Japanische Arbeiter wegen Atomunfall verurteilt
publiziert: Montag, 3. Mrz 2003 / 09:58 Uhr

Tokio - Rund dreieinhalb Jahre nach dem schwersten Atomunfall in der japanischen Geschichte hat ein Gericht sechs leitende Angestellte des Betreibers JCO zu Bewährungsstrafen verurteilt.

Bei dem Unfall in einer Uranverarbeitungsanlage in Tokaimura, 120 Kilometer nordöstlich von Tokio, war es am 30. September 1999 zu einer Kettenreaktion gekommen, als Arbeiter unter Umgehung von Verarbeitungsschritten zu hohe Mengen an Uranlösung in einen Tank füllten. Zwei der Atomarbeiter kamen ums Leben, mehr als 600 weitere Personen wurden radioaktiver Strahlung ausgesetzt.

Der Unfall hatte das Vertrauen der japanischen Bevölkerung in die Atomsicherheit schwer erschüttert. Das zuständige Distriktgericht verurteilte den früheren Leiter der Anlage zu drei Jahren Haft, die für fünf Jahre zur Bewährung ausgesetzt wurde, sowie zur Zahlung von 500 000 Yen (rund 5700 Franken).

Die anderen fünf Mitarbeiter wurden zu Gefängnisstrafen zwischen zwei und drei Jahren auf Bewährung verurteilt. Das Gericht beschuldigte sie, den Arbeitern in der Anlage erlaubt zu haben, die Uranlösung von Hand mit Eimern umzufüllen.

(bert/sda)

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