Japans Regierungschef will Lehren aus Fukushima ziehen
publiziert: Samstag, 3. Mrz 2012 / 11:55 Uhr / aktualisiert: Samstag, 3. Mrz 2012 / 12:25 Uhr
Yoshihiko Noda, Regierungschef von Japan
Yoshihiko Noda, Regierungschef von Japan

Tokio - Japan will Lehren aus dem Atomunfall in Fukushima ziehen und seine Energiepolitik überdenken. Es gehe darum, «mittel- bis langfristig eine Gesellschaft zu schaffen, die nicht von Atomenergie abhängt», sagte der japanische Ministerpräsident Yoshihiko Noda am Samstag.

8 Meldungen im Zusammenhang
Es gehe darum herauszufinden, was der «beste Energiemix» für Japan sei. «Wir sollten bald in der Lage sein, Optionen aufzuzeigen», sagte Noda einer Gruppe ausgewählter Auslandskorrespondenten in Tokio. Gegen Mitte dieses Jahres plane man eine Strategie für die künftige Energiepolitik, kündigte der Regierungschef an.

Mit seinem Vorgänger Naoto Kan, der sich in Reaktion auf den Atomunfall nach dem Erdbeben und Tsunami am 11. März 2011 noch als damaliger Regierungschef für einen Ausstieg aus der Atomenergie ausgesprochen hatte, gebe es insofern Übereinstimmung, dass sich Japan unabhängig von Atomenergie machen sollte.

«Wir sind uns über die mittel- und langfristige Richtung einig», sagte Noda. Auf die Frage, ob Japan nach Ablauf der nun auf 40 Jahre festgelegten Laufzeit für bestehende Atomkraftwerke ab 2040 atomfrei sein werde, gab Noda jedoch keine konkrete Antwort.

Keine Schuldzuweisungen

Mit Blick auf den Atomunfall in Fukushima sagte Noda, Japan werde seine Lehren daraus ziehen, auch in Bezug auf das Krisenmanagement. «Wir müssen unserer Verantwortung nachkommen, sicherzustellen, dass sich dieser Unfall nicht wiederholt», sagte Noda.

Zu einer möglichen strafrechtlichen Verantwortung für den Unfall meinte Noda, dem Gesetz nach sei zwar der Betreiber Tepco in erster Linie verantwortlich. Doch hätten alle - Regierung, Betreiber und auch die Wissenschaft - «zu sehr am Sicherheitsmythos» gehangen. Statt die Schuld einer einzelnen Person zu geben, müssten alle «den Schmerz» teilen.

(asu/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Tokio/Köln - Der japanische Staatshaushalt befindet sich mit einer Verschuldung von einer Billiarde Japanische Yen (10,7 Bio. ... mehr lesen
Premier Noda hatte sich unlängst die oppositionelle Zustimmung zur Anhebung der Verbrauchersteuer gesichert. (Archivbild)
Tokio - Der frühere japanische Regierungschef Naoto Kan hat vor einem ... mehr lesen
Naoto Kan entschuldigte für die Krise die in Japan herrschte.
Die Mehrheit der Japaner will das Risiko nicht mehr eingehen.
Tokio - Eine Mehrheit der Japaner ist gegen eine Wiederinbetriebnahme der nach der Atomkatastrophe von Fukushima abgeschalteten Kernkraftwerke. In einer am Dienstag ... mehr lesen
Tokio - Die japanische Regierung hat bereits wenige Stunden nach dem ... mehr lesen
«Ich nehme die Kritik, dass ich Ihnen nichts über die Möglichkeit einer Kernschmelze sagen konnte, demütig entgegen.»
Weitere Artikel im Zusammenhang
Herbeigezwungene Katastrophe: Fukushima
Etschmayer Es ist unvermeidlich: Ein Jahr nach Fukushima schauen wieder alle zurück, besprechen und analysieren die Atomkatastrophe. Die einen sehen sich in ihrer Skepsis und Angst vor der Atomtechnik bestätigt, andere orten ... mehr lesen 1
Tokio - Neun Monate nach dem GAU von Fukushima hat Japan die Atomruine für sicher erklärt. Ministerpräsident Yoshihiko ... mehr lesen
Alles unter Kontrolle - Japan betrachtet die Atomkrise um Fukushima als gelöst.
Die Atomkatastrophe in Fukushima ereignete sich am 11. März 2011.
Die Atomkatastrophe in Fukushima ereignete sich am ...
Katastrophe in Japan  Tokio - Im japanischen Fukushima hat der Betreiber des havarierten Atomkraftwerks die letzten abgebrannten Brennstäbe aus einem Abklingbecken in einem Gebäude des vierten Reaktorblocks geborgen. 
Enorme Probleme  Fukushima - Dreieinhalb Jahre nach den Kernschmelzen im japanischen Atomkraftwerk Fukushima kämpfen Tausende von Arbeitskräften weiter mit enormen Problemen. So sind die gewaltigen Massen an radioaktiv belastetem Wasser noch immer nicht unter Kontrolle gebracht.  
Titel Forum Teaser
  • zombie1969 aus Frauenfeld 2581
    Die... Ukraine wurde 20 Jahre lang sehr schlecht regiert. In wenigen Monaten ... gestern 12:59
  • thomy aus Bern 4171
    Ja, das könnte so sein, nicht wahr!? Was wir doch alles diesen Intelligenzlern zu verdanken haben ... Schon ... Mi, 19.11.14 18:38
  • Kassandra aus Frauenfeld 1063
    Natürlich Muslime haben auch das archimedische Prinzip und die ... Mi, 19.11.14 12:42
  • zombie1969 aus Frauenfeld 2581
    Gut... zu wissen! Die OSZE hat über 100 Brüche der Waffenruhe in der Ukraine ... Mo, 17.11.14 19:58
  • zombie1969 aus Frauenfeld 2581
    Russland... kann mit Bomberflügen oder mit Ausweisungen von Diplomaten in Europa ... Mo, 17.11.14 13:58
  • zombie1969 aus Frauenfeld 2581
    Was... kommt als Nächstes von R. Erdogan? Relativitätstheorie von den Osmanen ... So, 16.11.14 19:45
  • Kassandra aus Frauenfeld 1063
    Es geht doch lediglich darum, die eigene Bevölkerung zu beruhigen. Ob ein Rumäne in ... So, 16.11.14 17:39
  • zombie1969 aus Frauenfeld 2581
    Hinter... der Brutalität des IS ist ein Muster zu erkennen, das bestimmten Zielen ... So, 16.11.14 11:42
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
FR SA SO MO DI MI
Zürich 2°C 6°C leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
Basel -0°C 7°C leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
St.Gallen 3°C 4°C leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
Bern 1°C 7°C nebelig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig
Luzern 2°C 6°C leicht bewölkt leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig
Genf 3°C 10°C nebelig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig
Lugano 5°C 13°C sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos
mehr Wetter von über 6000 Orten