Jean Ziegler kämpft für UNO-Intervention in Darfur
publiziert: Mittwoch, 25. Okt 2006 / 09:01 Uhr

New York - Der UNO-Sonderberichterstatter für das Recht auf Nahrung, Jean Ziegler, glaubt, dass die UNO zur Hilfe in Darfur von einem humanitären Interventionsrecht Gebrauch machen sollte.

Jean Ziegler will ohne Erlaubnis der Regierungen Hilfe leisten.
Jean Ziegler will ohne Erlaubnis der Regierungen Hilfe leisten.
Ziegler bezeichnete die Situation in Darfur als grösste humanitäre Katastrophe, die auch von den USA als Genozid verurteilt würde. In einem solchen Fall habe die UNO das Recht, auch ohne Erlaubnis der Regierung, der notleidenden Bevölkerung zu Hilfe zu kommen, sagte der Genfer der Nachrichtenagentur SDA.

Die Sicherheit von Hilfskorridoren müsse dabei immer gewährleistet sein. Er kritisierte, dass sich Israel im Krieg gegen die Hisbollah in Libanon nicht an diese Konvention gehalten habe.

Vorwand

Dies sei völkerrechtswidrig und diene nun dem sudanesischen Präsidenten Omar el Baschir als Vorwand, Hilfe in Darfur zu behindern. Ziegler erinnerte daran, dass im August acht UNO-Helfer im Sudan umgebracht wurden.

Zieglers Bericht über die Lage in Libanon stand bereits vor seiner Präsentation in New York im Kreuzfeuer der Kritik. Der Gesandte des UNO-Menschenrechtsrates durfte nicht nach Israel und musste seine Reise auf Libanon beschränken. Da er dort auch mit einem Minister sprach, der der Hisbollah-Partei angehört, warfen ihm die Israelis vor, Hisbollah-Sympathisant zu sein.

«Gewütet wie ein Berserker»

Ziegler wies diese Vorwürfe von sich. Dies sei bloss Taktik, um vom Befund des Berichtes abzulenken: Israel habe «gewütet wie ein Berserker» und in den letzten 72 Stunden Landwirtschaftsflächen für eine Million Menschen mit Streubomben für Jahre zunichte gemacht, Wasserläufe verseucht und 450 Marktflecken vernichtet.

Nach dem Waffenstillstand weigere sich Israel nun, Karten über die Abwurfgebiete der Streubomben an die UNO-Friedenstruppen zu überweisen.

In einer Resolution, die im Anschluss an Zieglers Bericht von der Generalversammlung verabschiedet werden soll, müsse Israel aufgefordert werden, die Karten zugänglich zu machen.

(fest/sda)

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