Verbleib unklar
Jeder achte Asylbewerber verschwindet spurlos
publiziert: Donnerstag, 12. Jan 2012 / 13:24 Uhr
Viele abgewiesene Asylbewerber tauchen unter.
Viele abgewiesene Asylbewerber tauchen unter.

Bern - Immer öfter kommt es vor, dass die zuständigen Behörden nichts über den Verbleib von Asylsuchenden wissen. Einerseits ziehen sich immer mehr Asylsuchende aus einem laufenden Verfahren zurück, andererseits tauchen viele abgewiesene Asylbewerber unter.

7 Meldungen im Zusammenhang
Im Jahr 2008 verschwanden 1570 Personen aus der Statistik, die entweder auf einen erstinstanzlichen Entscheid warteten oder diesen angefochten hatten. Bei 17'496 abgeschlossenen Fällen ergibt dies eine Rückzugsquote von 9 Prozent.

Diese Quote stieg bei Leuten mit negativem Asylentscheid in den vergangenen drei Jahren kontinuierlich an. 2009 waren es 9,5 Prozent, 2010 11,7 Prozent und 2011 (bis Ende November) 12,8 Prozent. Damit verschwand im vergangenen Jahr mehr als jeder achte Asylbewerber, bevor über sein Gesuch definitiv entschieden worden war.

Die im «Tages-Anzeiger» und «Bund» vom Donnerstag publizierten Zahlen seien korrekt, sagte Joachim Gross, Mediensprecher des Bundesamtes für Migration (BFM), auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda. Die vollständigen Zahlen zum Jahr 2011 seien in der demnächst erscheinenden «Asylstatistik 2011» aufgeführt.

Viele Abgewiesene verschwinden spurlos

Anstatt die Schweiz zu verlassen, ist in den vergangenen Jahren laut «Tages-Anzeiger» rund ein Viertel der abgewiesenen Asylbewerber spurlos verschwunden. Das BFM erfasst die Zahlen dazu in allen Fällen, in welchen die Kantone Vollzugsunterstützung anfordern.

Zu einem markanten Anstieg kam es insbesondere in den Jahren 2004 und 2008. Gemäss Fachleuten hängt dies damit zusammen, dass seit 2004 Asylbewerber bei einem Nichteintretensentscheid keine Sozialhilfe mehr erhalten, seit 2008 bei einem negativen Entscheid nur noch Nothilfe.

Ob die verschwundenen Personen in der Schweiz bleiben und wovon sie leben, ist nicht bekannt. Sie werden zu Sans-Papiers.

Wenig Handlungsspielraum

Der Staat hat keine Möglichkeit, um gegen das Untertauchen in laufenden Verfahren etwas zu unternehmen. Leute mit negativem Asylentscheid hingegen könnten in einem Ausschaffungsgefängnis platziert werden - falls es genügend Plätze hat.

(bert/sda)

Machen Sie auch mit! Diese news.ch - Meldung wurde von 2 Leserinnen und Lesern kommentiert.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Bern - Knapp die Hälfte der Asylsuchenden, die gemäss dem Dublin-Abkommen die ... mehr lesen 2
Rund 10'000 Asylsuchende entgingen den Maschen des Dublin-Systems und tauchten unter. (Symbolbild)
Abgewiesene Asylsuchende bekommen in Zukunft nur noch Nothilfe.
Bern - Abgewiesene Asylsuchende werden künftig in jedem Fall von der Sozialhilfe ausgeschlossen. Sie erhalten nur noch Nothilfe. Der Ständerat hat am Montag nachgegeben und dieser Verschärfung ... mehr lesen 1
Bern - Eine schnellere Erledigung ... mehr lesen 2
Nach Ansicht von Beat Meiner fehlt den Behörden in der Schweiz das notwendige Personal.
Die Heirat in der Schweiz darf nicht systematisch verweigert werden.
Lausanne - Abgewiesenen Asylbewerbern und Sans-Papiers darf die Heirat in der Schweiz nicht systematisch verweigert werden. Voraussetzung für die Eheschliessung ist aber insbesondere, ... mehr lesen 1
Aarau - Der Bund kann in der ... mehr lesen 5
Bettwil kann vorläufig aufatmen.
Weitere Artikel im Zusammenhang
Asylbewerber müssen die Schweiz infolge Platzmangel verlassen.
Bern - In Basel, im Tessin und in der ... mehr lesen 2
Bern - Die Staatskommission des ... mehr lesen
Das Asylwesen wird erneuert.
Würde Blocher und Konsorten
soviel Energie in die Bekämpung dieser Missstände im Asylwesen stecken wie in die politische Verfolgung von Blochers Feinden hätten wir längst kein Asylproblem mehr.

Jetzt wo die politische Agenda der SVP auf Vernichtung von EWS und anderen Feinden des Führers reduziert ist werden wir der falschen gefährlichen Politik der Linken und FDP was Zuwanderung und der SP was Asylwesen angeht ausgeliefert sein.

Haben denn alle den Verstand verloren?
"keine Sozialhilfe mehr erhalten" Unglaublich!
Da verliert man wegen vorsätzlichen Verleumdungen, Dokumentefälschung, Drohungen und übelsten Beschimpfungen durch Behörden den Job den man 25 Jahre in der gleichen Firma inne hatte. Bekommt als CH-Bürger - ohne je Schulden, Betreibungen etc. gehabt zu haben - kein Arbeitslosengeld/Sozialhilfe, obwohl man 25 Jahre lückenlos einzahlte. Man seit 1,5 Jahren Schwarzarbeit verrichten muss um die Familie zu ernähren. AHV, Pensionsionskasse, Krankenkasse, Lebensversicherung etc. vollständig verloren ging und man Kosten von 900000Fr. aufgrund der Straftatenvorkommnisse zu tragen hat. Zustände!
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Die Fluchtroute auf der Seestrecke zwischen Nordafrika ...
Erschreckende Zahlven von der UNO  Berlin - Bei Bootsunglücken im zentralen Mittelmeer sind in der zurückliegenden Woche nach UNO-Angaben wahrscheinlich mindestens 880 Flüchtlinge umgekommen - und damit weit mehr als ohnehin schon befürchtet. mehr lesen 
Amnesty International berichtet  Kabul - Die Zahl der Binnenflüchtlinge hat sich wegen des Kriegs in Afghanistan in nur drei Jahren mehr als verdoppelt - auf heute 1,2 Millionen Menschen. 2013 hatten die Vereinten ... mehr lesen
Afghanische Binnenflüchtlinge vegetierten unter «abscheulichen Bedingungen gerade so am Rande des Überlebens dahin». (Symbolbild)
Mit 124 zu 64 Stimmen genehmigte die grosse Kammer den Bundesbeschluss über den Nachtrag I zum Voranschlag 2016.
353 Millionen Franken für den Asylbereich  Bern - Der Nationalrat hat am Dienstag die Staatsrechnung 2015 sowie die Nachtragskredite zum ... mehr lesen  1
Titel Forum Teaser
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Do Fr
Zürich 10°C 26°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt, Regen wechselnd bewölkt, Regen
Basel 14°C 27°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt, Regen wechselnd bewölkt, Regen
St. Gallen 14°C 24°C vereinzelte Gewitterleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt, Regen wechselnd bewölkt, Regen
Bern 10°C 25°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt, Regen wechselnd bewölkt, Regen
Luzern 12°C 26°C vereinzelte Gewitterleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig gewitterhaft trüb und nass
Genf 13°C 25°C vereinzelte Gewitterleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt, Regen wechselnd bewölkt, Regen
Lugano 14°C 25°C vereinzelte Gewitterleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig anhaltender Regen wolkig, aber kaum Regen
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten