Repression ohne gewünschten Erfolg
Jeder vierte Schweizer Jugendliche kifft
publiziert: Donnerstag, 15. Feb 2001 / 13:59 Uhr

Bern - Ein Viertel der Schweizer Jugendlichen konsumiert mehr oder weniger regelmässig Cannabis. Repression senkt die Anzahl der «Kiffenden» nicht, wie eine Umfrage der SFA zeigt. Die Fachstelle fordert die Entkriminalisierung des Cannabiskonsums.

Hanf.
Hanf.
Vor allem bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen findet Cannabis Anklang. Mit zunehmendem Alter nimmt der Konsum ab. Das zeigt eine am Donnerstag veröffentlichte Umfrage der Schweizerischen Fachstelle für Alkohol- und andere Drogenprobleme (SFA).

Durchgeführt wurde die repräsentative Studie im November 2000 vom Meinungsforschungsinstitut IPSO im Auftrag der SFA. Befragt wurden 1600 Personen im Alter von 15 bis 74 Jahren. Über die Hälfte der unter 24-Jährigen hat bereits mindestens einmal Haschisch oder Marihuana probiert. Gut jeder Vierte konsumiert die Droge mehr oder weniger regelmässig, bei den 25- bis 44-Jährigen noch knapp jeder 10. und bei den 45- bis 59-Jährigen noch jeder 25.

In allen Altersgruppen haben Männer mehr Erfahrung mit Cannabis als Frauen. Am deutlichsten ist dies bei den 20- bis 24-Jährigen zu sehen. Bei ihnen haben 7 von 10 Männern schon mindestens einmal Cannabis konsumiert, bei den Frauen nur jede Zweite. In der französischen Schweiz wird deutlich härter gegen Cannabiskonsumenten vorgegangen als in der Deutschschweiz. Die höhere Repression zahlt sich laut der Studie jedoch nicht aus.

Im Gegenteil: In der Romandie haben 39 Prozent der 15- bis 74- jährigen Männer mindestens einmal Cannabis konsumiert, in der Deutschschweiz 32 Prozent und im Tessin 28 Prozent. Bei den Frauen sind die Anteile in allen Landesteilen etwa gleich hoch. Auch die Mehrheit der Befragten bestätigt, dass Repression und Verbote nicht vom Konsum abschrecken. 70 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass der Konsum dadurch noch verlockender werde.

Eine leichte Mehrheit der Befragten spricht sich denn auch für eine Liberalisierung im Umgang mit Cannabis aus. Sie möchte, dass der Konsum und die Vorbereitungshandlungen entkriminalisiert würden, sagte Richard Müller, Direktor der SFA, vor den Medien in Bern. Der Cannabiskonsum solle aber nach dem Willen der Mehrheit der Befragten eingeschränkt werden: Kiffen in der Öffentlichkeit solle untersagt bleiben und das Risiko des Konsums allen bewusst gemacht werden. Die Befragten möchten ausserdem, dass die Schweiz ihre eigene Cannabispolitik verfolgt - auch gegen internationale Drogenabkommen.

(sda)

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