VOX-Analyse
Jeder zweite Mitte-Wähler stimmte gegen Gripen-Kampfjets
publiziert: Mittwoch, 23. Jul 2014 / 09:07 Uhr / aktualisiert: Mittwoch, 23. Jul 2014 / 09:34 Uhr
Auch die eigenen Reihen lehnten den Gripen ab
Auch die eigenen Reihen lehnten den Gripen ab

Bern - Das Nein des Stimmvolks zum Kauf der Gripen-Kampfjets ist wegen Wählern der politischen Mitte zustande gekommen. Gemäss der am Mittwoch veröffentlichten VOX-Analyse lehnte die Hälfte der Mitte-Wähler die Vorlage ab.

7 Meldungen im Zusammenhang
Zusammen mit den Stimmenden aus dem linken Spektrum, welche die Vorlage wuchtig verwarfen, brachten die Mitte-Wähler damit den Gripen-Kauf an der Urne zum Absturz. Die gespaltene Mitte habe wesentlich zum Scheitern beigetragen, heisst es in der VOX-Analyse des Forschungsinstituts gfs.bern und des Instituts für Politikwissenschaft der Universität Zürich.

Grosse Unterstützung fand die Vorlage einzig bei den Sympathisanten der SVP: Vier von fünf legten ein Ja in die Urne.

Nein-Stimmen von Armee-Befürwortern

Auch bei den Befürwortern einer starken Armee war der Gripen-Kauf nicht unumstritten - fast ein Viertel von ihnen legte ein Nein ein. Die Beschaffung neuer Kampfjets wurde offenbar nicht als zwingende Voraussetzung für die Erhaltung einer starken Armee betrachtet.

Von einer grundsätzlichen Infragestellung einer eigenständigen militärischen Verteidigung der Schweiz könne denn auch nicht die Rede sein, heisst es in der VOX-Analyse. Vielmehr scheine sich ein beachtlicher Teil der Nein-Stimmenden trotz positiver Haltung zur Landesverteidigung bewusst und differenziert gegen die Beschaffung der Gripen-Kampfjets ausgesprochen zu haben.

Umstrittener Typ und Pannen im Abstimmungskampf

Die Gründe, warum die Wähler die Vorlage ablehnten, sind unterschiedlich. Ein Drittel von ihnen störten sich an den Kosten. Zu diesen Nein-Stimmenden gesellten sich auch solche, die den Gripen als Flugzeugtyp ablehnten (13 Prozent), eine generelle Neuausrichtung der Armee verlangen (13 Prozent) oder grundsätzlich gegen die Armee sind (9 Prozent). Und auch die Pannen im Abstimmungskampf waren laut der VOX-Analyse für 6 Prozent ein Grund, ein Nein in die Urne zu legen.

Im Gegensatz zu früheren Armee-Abstimmungen wie etwa zur Volksinitiative zur Aufhebung der Wehrpflicht sei die Abstimmung über den Gripen-Kauf von kaum jemanden als Grundsatzfrage pro oder kontra Armee aufgefasst worden, heisst es in der VOX-Analyse.

Schlussspurt der Befürworter blieb wirkungslos

Noch kurz vor der Abstimmung hatten die Gripen-Befürworter nochmals aufs Gaspedal gedrückt, etwa mit dem gemeinsamen Auftritt der bürgerlichen Parteipräsidenten auf dem Bundesplatz. Die von den Gripen-Befürwortern erhoffte Schlussmobilisierung der Armeefreunde blieb jedoch laut der VOX-Analyse aus.

Männer stimmten dem Gripen häufiger zu (53 Prozent) als Frauen (42 Prozent). Unter den Männern wiederum war der Ja-Stimmenanteil bei aktuellen oder ehemaligen Militärangehörigen mit 58 Prozent deutlich höher als bei jenen, die nie Angehörige der Armee waren (36 Prozent).

Für die VOX-Analyse wurden 1510 stimmberechtigte Personen befragt. Der Stichprobenfehler für die Gesamtheit der Befragten lag bei +/-2.5 Prozent.

(jz/sda)

Machen Sie auch mit! Diese news.ch - Meldung wurde von einer Leserin oder einem Leser kommentiert.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Eine neue Kampfjet-Evaluation ist in Planung.
Payerne VD - Nach der Bruchlandung ... mehr lesen
Ruag: Längerfristig müssen bis zu 200 Stellen gestrichen werden, sofern keine Gegenmassnahmen ergriffen werden.
Bern - Das Nein zum schwedischen Kampfjet Gripen hat auch Auswirkungen für Firmen in der Schweiz. Geplante Kompensationsgeschäfte in Millionenhöhe verfallen - der ... mehr lesen 1
Weitere Artikel im Zusammenhang
zur Freude der SP und der GSoA
Wer ist ’die Mitte’ bzw. der ’Mitte’-Wähler? Die sogenannte ’Mitte’ orientiert sich schon seit einiger Zeit nach links.

Dass ein Referendum, hinter welcher die GSoA steckt, angenommen wird, ist ein Novum. Im Parteibuch der SP ist die Abschaffung der Armee sowieso fest eingeschrieben.

Ich habe den Gripen befürwortet, weil ich eine starke Armee befürworte. Ob der Gripen der richtige oder falsche Jet gewesen wäre, kann ich nicht beurteilen, und ich bin überzeugt, dass die 13 %, welche deshalb nein stimmten, dies auch nicht können.

Aus meiner Sicht war dies eine verpasste Chance, der im Hintergrund operierenden GSoA ein für alle Mal zu sagen, dass Pazifismus eine Denkweise für Träumer ist. Wer sich täglich in den Medien informiert, der sieht den Weltfrieden in weiter Ferne.
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Private Radio- und Fernsehveranstalter werden mit 30 Millionen Franken aus der Radio- und Fernsehabgabe direkt unterstützt.
Private Radio- und Fernsehveranstalter werden mit 30 ...
57.5 Millionen Franken für entgangene Werbeeinnahmen  Bern - Die Coronavirus-Pandemie trifft die Medien hart. Ihre Werbeeinnahmen sind bereits drastisch gesunken. Aufgrund der besonderen Bedeutung der Medien für die Demokratie hat das Parlament in der ausserordentlichen Session breit abgestützte Motionen überwiesen, um finanzielle Soforthilfe im Umfang von 57.5 Millionen Franken zu leisten. Der Bundesrat hat an seiner Sitzung vom 20. Mai 2020 zwei entsprechende Notverordnungen verabschiedet. mehr lesen 
Verbände Detailhandelsumsätze im März 2020  Bern - Die um Verkaufs- und Feiertagseffekte bereinigten Detailhandelsumsätze sind im März ... mehr lesen  
Der Detailhandel mit Nahrungsmitteln, Getränken und Tabakwaren verbuchte eine Zunahme der nominalen und realen Umsätze von jeweils 8,4%.
Ab dem 11. Mai können Gastrobetriebe unter strengen Auflagen wieder öffnen. In einem ersten Lockerungsschritt sind an einem Tisch maximal vier Personen oder Eltern mit Kindern erlaubt.
Publinews Läden, Restaurants, Märkte, Museen und Bibliotheken dürfen wieder öffnen  Bern - Der Bundesrat hat an seiner Sitzung vom 29. April 2020 entschieden, die Massnahmen zum Schutz vor dem ... mehr lesen  
Auch die Online Medien sollen profitieren  Bern - Die Medien sind für unsere direkte Demokratie von zentraler Bedeutung. Sie informieren die Bevölkerung und ermöglichen dadurch wichtige Debatten. Sinkende Erträge machen ... mehr lesen
Um die Medienbranche bei der digitalen Transformation zu unterstützen, sollen neu auch Online-Medien gefördert werden.
Titel Forum Teaser
  • melabela aus littau 1
    es geht nicht nur um homosexuelle ich bin eine frau und verheiratet mit einem mann. leider betrifft es ... So, 14.08.16 13:18
  • Pacino aus Brittnau 731
    Kirchliche Kreise . . . . . . hatten schon immer ein "spezielles" Verhältnis zu ... Do, 09.06.16 08:07
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Das wird die Deutschen aber traurig machen. Wenn man keinen Flughafen und keinen Bahnhof ... Mi, 08.06.16 17:49
  • Pacino aus Brittnau 731
    Demokratie quo vadis? Wenn die Demokratie den Stacheldraht in Osteuropa-, einen Wahlsieg von ... Mo, 06.06.16 07:55
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Es... muss darum gehen, die Kompetenz der Kleinbauern zu stärken. Das sorgt ... Do, 02.06.16 13:07
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Kindeswohl egal! Es geht doch vor allem um die eigenen Kinder der Betroffenen. Die ... Do, 02.06.16 08:10
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Verlust der Solidarität: Verlust der Demokratie! Vollständig und widerspruchsfrei beantworten lässt sich das wohl nicht. ... Mi, 01.06.16 00:18
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Unterstützung "Deshalb sind für die Sozialhilfe 267 Millionen Franken mehr und für ... Di, 31.05.16 10:38
 
Stellenmarkt.ch
Der Remoteserver hat einen Fehler zurückgegeben: (500) Interner Serverfehler.
Source: http://www.news.ch/ajax/top5.aspx?ID=0&col=COL_3_1
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Sa So
Zürich 12°C 14°C trüb und nassleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen recht sonnig
Basel 13°C 15°C trüb und nassleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen recht sonnig
St. Gallen 10°C 13°C bedeckt, wenig Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen Nebelfelder
Bern 12°C 13°C trüb und nassleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen recht sonnig
Luzern 11°C 14°C trüb und nassleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen recht sonnig
Genf 12°C 14°C anhaltender Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen Nebelfelder
Lugano 12°C 14°C trüb und nassleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen freundlich
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten