Jedes vierte Opfer in Familie wird mit Armeewaffe getötet
publiziert: Montag, 8. Feb 2010 / 12:25 Uhr / aktualisiert: Montag, 8. Feb 2010 / 15:50 Uhr

Bern - Bei tödlichen Familiendramen greift der Täter meistens zu einer Schusswaffe. Dabei wird in einem Viertel der Fälle mit einer Waffe aus der Armee getötet. Das zeigt eine neue Studie aus Lausanne. Sie könnte der Initiative «Schutz vor Waffengewalt» Auftrieb verleihen.

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Familiendramen: In einem Viertel der Fälle wird mit einer Armeewaffe getötet.
Familiendramen: In einem Viertel der Fälle wird mit einer Armeewaffe getötet.
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Die Studie untersuchte 75 Delikte, bei denen der Täter zuerst sein(e) Opfer und dann sich selber tötete. Die Fälle stammen aus zehn Kantonen aus den Jahren 1981 bis 2004. In drei Viertel der sogenannten erweiterten Suizide griff der Täter zu einer Schusswaffe. In einem Viertel dieser Fälle waren es Armeewaffen.

In einem weiteren Viertel (28 Prozent) konnte die Herkunft der Waffe nicht rekonstruiert werden, weil sie beispielsweise von der Polizei nicht protokolliert wurde. Die restlichen Waffen - rund die Hälfte - stammte aus Privatbesitz.

Strengeres Waffengesetz

In der Zusammenfassung der Studie, die Ende Januar im «American Journal of Forensic Medicine and Pathology» erschien, folgern die Autoren: «Ein strengeres Waffenrecht in der Schweiz könnte ein Faktor in der Prävention von erweiterten Suiziden sein.»

Erstautorin ist die Rechtsmedizinerin Silke Grabherr vom Institut für Rechtsmedizin am Unispital Lausanne. Als einer der weiteren Autoren fungiert der Zürcher Strafrechtsprofessor Martin Killias, der bereits eine ähnliche, auf Hochrechnungen basierende Studie publiziert hatte.

«Hemmschwelle sinkt mit Armeewaffe»

Nationalrätin Chantal Galladé (SP/ZH), eine der Initiantinnen der Volksinitiative «Schutz vor Waffengewalt», ist von den Zahlen nicht überrascht. «Man weiss, dass erweiterte Suizide oft mit Schusswaffen begangen werden», sagte sie auf Anfrage. Mit solchen könne aus Distanz getötet werden, was die Hemmschwelle senke.

Die Initiative «Schutz vor Waffengewalt» will Armeewaffen aus privaten Haushalten verbannen. Auch sollen alle Schusswaffen zentral registriert werden. Wer eine Waffe besitzen will, soll nachweisen müssen, dass er eine solche benötigt und entsprechende Fähigkeiten mitbringt.

(tri/sda)

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Absolut ihrer Meinung
Das kann einem schon Sorgen machen. Das stimmt. Mir macht vorallem die verrohung in der Politik sorgen. Gerade bei diesem Thema werden teilweise mit Metoden angewendet die sehr gefählich sind. Die Leute werden aufgeputscht und aufgehetzt und dann braucht es noch ein etwas schlichtes Gemüt der dann im richtigen Moment auch noch ein Sturmgewehr zu verfügung hat. Dann ist die Katastophe perfekt.
Das mit den Spielen und Filmen sehe ich nicht so dramatisch. Die Jugendschutzbestimmungen müssen einfach angewender werden. Im überigen bin ich ein Kind dieser Zeit und mir hat es auch nicht geschadet.
Verlust
Das waren Seitenhiebe auf unsere überregulierte Gesellschaft. Nach Schengen ist die einzige Verstärkung die man in der Schweiz noch machen könnte das Zentralregister. Ansonsten bliebe nur noch das gänzlich Verbot des privaten Waffenbesitzes.

Beim Waffenthema kann man die Gesellschaftsprobleme nicht ausser Acht lassen. Bei Nacktszenen springen immer noch alle auf, aber jeder 10 Jährige kann schon im Frühabendprogramm zuschauen wie ein Kopf durch eine Kugel in Zeitlupe explodiert (CIS Serie als Beispiel). Jede Nacht ist TV auf der ganzen Welt irgendwo, irgendwann nur geprägt von der Verherrlichung der Gewalt. Fusstritt an den Kopf, kein Problem der steht ja wieder auf. Genau so nach einer 10 Minuten Kung-Fu Prügelei oder einem 8fach Autoüberschlag oder Sturz von einer Brücke. In Kinderserien wie "A-Team" werden ganze Kisten von Magazinen mit automatischen Gewehren verschossen. Ohne dass jemand getroffen wird oder stirbt. Dazu noch die Ballerspiele. Ja, ich persönlich bin überzeugt dass diese Dauerberieselung der Kinder durch Gewalt einen Einfluss auf das spätere Leben hat. Auch die Hemmschwelle gegen das Töten sinkt damit.

Deutschland ist nicht im Krieg in Afghanistan, sondern befindet sich in "einem kriegsähnlichen Zustand". Tote sind keine zerfetzten Leichen oder Erschossene mehr, sondern "collateral dammage". USA glaubt sie können Krieg ohne Tote führen, usw.

Es ist die Gesellschaft die den Respekt verloren hat.
Tragisch
Sollche Fälle sind sehr tragisch und lassen sich in Zukunft kaum alle verhindern. Der Grund warum ich hier mitrede war der Beitrag von Andreas, diese Verharmlosungen nerven mich. Und das sie dann die Frage ob man Armeewaffen zu Hause haben sollte, mit dem Fischen und dem Feuermachen an der Limat vermischt haben. Da musste ich einfach was sagen. Meine Meinung ist, die Verfügbarkeit von Schusswaffen muss erschwert werden. Schengen war ein richtiger Schritt. Doch mit den Armeewaffen wird immer noch sehr lax umgegangen, wegen der Wehrbereitschaft und anderen veralteten Weltanschauungen. Solange das nicht geklärt wurde wird es tote geben. Und wenn eine Armeewaffe im Spiel war, muss das klar gesagt werden. Egal ob es eine aktive oder ehemalige war. Wir nehmen diese Opfer einfach in Kauf.
Weiss es nicht
Ich weiss es nicht Steson. Nehme mal an es war ein Volksentscheid in Zürich. Und nein, die Feuerchen waren damals Ende der 70er noch nicht verboten ; ).

In meiner RS ging ein Junge am Wochenende nach Hause. Sein Vater war hoher Offizier und machte ihm noch zusätzlich Druck. Er erschoss sich mit der Dienstwaffe des Vaters. Auf dem Kasernenplatz waren wir alle fertig und geschockt als man die Fahnen auf Halbmast setzte. Keiner sprach und wir empfanden das ganze Verhalten als sehr so zynisch.

Technisch gesprochen haben Sie recht. Schusswaffen sind "einfach" und haben eine verheerende Wirkung mit niedrigerer Hemmschwelle. Mit Schengen hat sich einiges an Waffenrecht geändert und es ist wesentlich verschärft worden. Nur die Registrierung hat die Schweiz noch nicht hingekriegt. Aber das würde an der Statistik auch nichts ändern.
Die Zeiten ändern sich
Sie haben recht Midas, die Welt ist härter geworden. Auch bei mir zu Hause liegt eine 9mm der Armee. Mir geht es nur darum, dass man nicht so tut als ob diese Dinger ungefährlich sind. Ob wir weiterhin Waffen zu Hause haben wollen, ist ein politischer entscheid. Wir müssen dann aber auch die Toten akzeptieren und nicht immer wieder fragen war es eine aktive oder ehemalige Armeewaffe. Nicht immer diese Sprüche, es ist der mensch der tötet nicht die Waffe. Das ist Quatsch!!! Es ist ein gewaltiger Unterschied ob man einen Knüppel oder eine 9mm in der Hand hat!!
In den 70er und 80ern gab es bestimmt auch morde mit Armeewaffen, nur gab es damals diese Statisiken nicht und man hat schon gar nicht darüber geredet. Ich habe als Kind zwei Fälle in meiner nähe miterlebt. In vielen Bereichen werden nicht neue Verbote gesprochen, sondern bestehende Gesetze werden angewendet, das Feuer am Fluss war wagscheindlich damals schon verboten.
Gewalt werden sie niemals ganz verhindern können, da bin ich ihrer Meinung, aber sollten wir wirklich die Möglichkeit haben immer Schusswaffen zur verfügung zu haben? Wofür?
Hat Zürich den Tieranwalt nicht per Volksentscheid angenommen? Oder irre ich mich. Ich bin SGler, ich kenne mich mit Zürcher Politik nicht aus.
Recht haben Sie, Midas
Besonders der Aspekt "Alkohol vor dem Zugriff zur Waffe" würde mich interessieren. Ob dazu wohl Statistiken vorhanden sind, oder diese nicht publiziert werden um den Hauptaspekt auf die Gefahr einer Waffe zu lenken?

Ich habe es im Verwandtenkreis erlebt dass ein guter, mir nahestehender Mensch 2 x zur Waffe griff (einmal Karabiner,1 x Axt), während er alkoholisiert war. Man sprach im Nachhinein stehts von den Waffen, nicht aber von der Tatsache dass dieser, unter Alkohol provozierte, meines Erachtens gute Mensch, alkoholisiert war.

Das Armeespielzeug nahm man ihm nicht ab, aber auch das Alkoholproblem liess man ihm umbekümmert weiter tragen.
ein wahrlich guter Beitrag
Bravo ! Bravissimo !
Legale Waffen abgeben!
Nur schon der Titel!
Kleiderschrank
Vielleicht wurde das Recht auf Waffen durch unsere miese Gesellschaft verwirkt. Kann durchaus sein. Die Gefahr ist aber der Mensch.

Die Schweiz ist ein Land mit einer Milizarmee. Das heisst das in der Schweiz sehr viele mit der Waffe ausgebildet sind und dass der Staat uns eine Grundvertrauen entgegenbringen muss. Wie in vielen Sachen will man hier wegen ein paar Wahnsinnigen 99 % der anderen abstrafen.

Haben Sie schon von dem Gerichtsfall des Zürcher Tieranwaltes gehört Steson? Geht für mich in die gleiche Sparte von Volksverblödung und Volksbevormundung.

Da wurde eine Fischer wegen Tierquälerei angezeigt, weil er lange mit einem Hecht an der Angel gekämpft hat. Solche Hirnlosigkeiten kann man mittlerweile jede Woche lesen. Fischen darf man nicht mehr, Cervelat Feuerchen irgendwo am Fluss darf man auch nicht mehr machen. Etc. etc. Jeden Tag schützt der Staat mich und andere vor sich selbst. Am besten noch Helmpflicht für Fussgänger.

Ich und viele andere meiner Generation dürften eigentlich gar nicht mehr am leben sein. Velofahren ohne Helm, 180 km/h auf der Autobahn in Fahrzeugen ohne ESP, ohne ABS, ohne 8 Airbags und dann noch mit einem richtigen Autotelefon in der Hand. Dazu überall Waffen und Munition. Ueberall wurde geraucht, CO2 Feuerchen am Fluss, ja sogar Grünabfälle haben wir verbrannt. Ein Junge ging noch mit einem "groben" Sackmesser in die Schule und den ersten Schnaps hatte man mit dem Vater. Mit dem zusammen habe ich bestimmt auch so an die 10 Hechte in der Limmat gequält. Mit 16 sind viele in den Jungschütz und haben das Gewehr gleich mit nach Hause genommen. Wenn wir uns prügelten war Schluss so bald einer am Boden lag oder die Standardfrage "gisch uuf" mit einem Ja beantwortete.

Dann gingen wir in die Armee, die wir hassten. Nicht weil wir überzeugt waren oder wollten. Nein, aus vier Gründen: 1. Weil es einfach eine Pflicht war 2. Weil es ansonsten Knast gab 3. Weil wir für unsere Umgebung und Eltern (damals) keine Zivi-Weicheier sein wollten und 4. weil wir zu doof waren bei der Musterung auszuscheiden. Die Armee war Scheisse. Was aber gut war und mein Leben prägte war das Soziale. Zum ersten mal in meinem Leben musste ich mich mit 16 Fremden aus allen Schichten in einem Zimmer unterordnen.

Wer sich zum Teil oben auch "erkennt", soll sich bitte melden ; )
Bis auf die Mode wünscht man sich fast die 70er oder 80er Jahre wieder zurück, als man davon ausging dass jeder noch mit einem Hirn rumläuft.

Was jetzt als Kriminelle draussen rumläuft ist der Zuchterfolg von zwei Komponenten: Ständige Bevormundung und Verbote in allen Lebenslagen dazu gleichzeitig keine oder einer antiautoritären Erziehung.

Es braucht heute schon einen Waffenerwerbsschein und einen Waffentragschein mit Prüfung. Leute die Morden werden sie auch mit einer Abschaffung des Rechts auf Waffen nicht beeindrucken.

Wenn Sie Waffen verbieten wollen, dann bitte auch den Alkohol. Der führt nämlich dazu dass Menschen, auch in Ermangelung einer Schusswaffe, mit Hammer, Stange, Messer oder Fäusten morden. Ich glaube die Schweiz hatte wahrscheinlich mehr Todesfälle durch Schläger als Waffen letztes Jahr. Die Verzweiflungstat der Familienmorde wurde schon immer mehrheitlich mit Schusswaffen, nicht nur Armeewaffen sondern auch Jagdgewehre, ausgeführt. Das liegt in der Art dieser Verbrechen.

Eine Zero-Vision für alle Lebenslagen gibt es nicht. Davon das Schusswaffen wirklich ein Problem wären, noch dazu bei all diesen Armeewaffen im Umlauf, ist die Schweiz weit entfernt.
Wo für???
Wo für brauchen Sie eine Waffe im Kleiderschrank?? Ich finde das ist die einzige Frage, die man sich stellen sollte? Für den Krieg? Für was?
Ob es eine aktive oder eine ehemalige Armee Waffe ist, ist doch völlig egal!!! Die Waffen wurden von der Armee herausgegeben und wurde dann verkauft verschenkt oder was auch immer. Die Morde wurden mit Armeewaffen begannen, den Opfern ist es egal ob es eine aktive oder ehemalige Armeewaffe war. Diese Menschen sind tot!!! Eine Waffe ist immer eine Gefahr. Mit einer Waffe tötet man, dafür ist sie da und dafür wird sie auch eingesetzt. Also erzählen sie keinen Quatsch von wegen geringe Gefährdung..
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