Tragödie eines Achtjährigen
Jemen ermittelt nach Tod von zwangsverheiratetem Kind
publiziert: Freitag, 13. Sep 2013 / 20:10 Uhr
Die achtjährige Rawan aus Jemen hatte in der Hochzeitsnacht schwere innere Verletzungen erlitten, an denen sie wenig später gestorben sei.
Die achtjährige Rawan aus Jemen hatte in der Hochzeitsnacht schwere innere Verletzungen erlitten, an denen sie wenig später gestorben sei.

Sanaa - Die jemenitische Regierung hat Ermittlungen zum Tod einer mutmasslich zwangsverheirateten Achtjährigen in ihrer Hochzeitsnacht eingeleitet. Ein Komitee soll die Berichte prüfen.

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«Das Verbrechen wurde noch nicht bestätigt», sagte Regierungssprecher Radscheh Badi der Nachrichtenagentur AFP am Freitag. Die Ermittlungen könnten demnach bereits am Samstag abgeschlossen werden.

Der Rechtsaktivist Ahmed al-Kuraishi von der Kinderrechtsorganisation Sijadsch sagte AFP, mehrere Aktivisten seien in die nordwestliche Provinz Hadschdsch gereist, wo die Hochzeit stattgefunden haben soll. Sie hätten dort Beweise gesammelt, die den Fall bestätigten.

«Wir bei Sijadsch sind beinahe sicher, dass das Mädchen gestorben ist und dass die Behörden versuchen, den Fall zu vertuschen.» Aktivisten zufolge soll der Vater des Mädchens noch eine weitere Tochter haben, die mit ihren zehn Jahren ebenfalls schon verheiratet sein soll.

Dementi

Die Menschenrechtsaktivistin Arwa Othman hatte der britischen Zeitung «The Guardian» gesagt, dass die achtjährige Rawan in der vergangenen Woche in Meedi in der Provinz Hadschdscha mit einem 40-Jährigen verheiratet worden sei. In der Hochzeitsnacht habe sie beim Geschlechtsverkehr schwere innere Verletzungen erlitten, an denen sie wenig später gestorben sei.

Ein Vertreter der zuständigen Sicherheitskräfte wies gegenüber der Zeitung zurück, dass eine solche Zwangsheirat stattgefunden habe.

Ashton fordert Mindestalter für Hochzeit

Die EU-Aussenbeauftragte Catherine Ashton äusserte sich am Freitag tief betroffen zu dem Fall. Sie sei «entsetzt» angesichts der Berichte zum Tod des Mädchens, erklärte sie und forderte die jemenitische Regierung auf, ihren internationalen Verpflichtungen gemäss der UNO-Kinderrechtskonvention nachzukommen. Der Jemen müsse «umgehend ein Mindestalter für Hochzeiten festlegen», um Kindesmissbrauch zu verhindern.

Der Organisation Human Rights Watch zufolge werden im Jemen 14 Prozent der Mädchen vor ihrem 15. Geburtstag verheiratet. Insgesamt 52 Prozent der Mädchen unter 18 Jahren leben demnach in einer Ehe.

(dap/sda)

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