Widerstand gegen Entlassung
Jemenitischer Kommandant will nicht gehen
publiziert: Sonntag, 8. Apr 2012 / 08:10 Uhr / aktualisiert: Sonntag, 8. Apr 2012 / 14:07 Uhr
Ex-Präsident Saleh, der den Jemen 33 Jahre mit harter Hand regiert hatte, ist weiterhin Vorsitzender der mächtigen früheren Regierungspartei.
Ex-Präsident Saleh, der den Jemen 33 Jahre mit harter Hand regiert hatte, ist weiterhin Vorsitzender der mächtigen früheren Regierungspartei.

Sanaa - Der im Zuge eines Machtkampfs geschlossene Flughafen der jemenitischen Hautpstadt Sanaa ist am Sonntag wieder geöffnet worden. Zuvor hatte sich der Kommandant der jemenitischen Luftwaffe seiner Entlassung durch den neuen Präsidenten Abd Rabbo Mansur Hadi widersetzt.

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Luftwaffen-Kommandant Mohammed Saleh al-Ahmar hatte sich seiner am Freitag ausgesprochenen Entlassung durch Hadi nicht gefügt und nach Angaben des Flughafenmitarbeiters die Schliessung des Flughafens erzwungen. Mehrere Auslands- und Inlandsflüge mussten daraufhin am Samstag gestrichen oder umgeleitet werden.

Al-Ahmar ist ein Halbbruder des früheren, zum Rücktritt gezwungenen Staatschefs Ali Abdallah Saleh.

Neben Al-Ahmar war am Freitag auch der Kommandant der Präsidentengarde, Tarek Mohammed Saleh, seiner Aufgaben entbunden worden. Der Neffe des langjährigen Präsidenten, der am 21. Februar nach monatelangen Proteste die Macht an seinen vormaligen Stellvertreter Hadi abgeben hat, weigere sich aber ebenso wie al-Ahmar, seinen Posten aufzugeben, hiess es.

Umstrittene Reform

Die Regierung äusserte sich zunächst nicht zu den Ereignissen. Der nun abgesetzte Kommandant der Luftwaffe war seit langem intern umstritten. Ihm werden Korruption und Vetternwirtschaft vorgeworfen.

Die Reform der Streitkräfte, die zwischen Gegnern und Anhängern des früheren Präsidenten gespalten sind, ist eine der drängendsten Aufgaben des neuen Staatschefs. Am Samstag hatten tausende Jemeniten in den Strassen von Sanaa für eine Reform des Militärs demonstriert.

Ex-Präsident Saleh, der den Jemen 33 Jahre mit harter Hand regiert hatte, ist weiterhin Vorsitzender der mächtigen früheren Regierungspartei. Die Opposition wirft ihm vor, weiterhin die Geschicke des Landes bestimmen zu wollen. Wichtige Posten in Armee und Verwaltung sind in der Hand seiner Anhänger.

(asu/sda)

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