Jetzt ist für Federer auch der WM-Titel möglich
publiziert: Donnerstag, 14. Nov 2002 / 21:22 Uhr

(Si) Roger Federer hat bei seiner Masters-Premiere das erste Ziel in der "direttissima" erreicht. Der Baselbieter setzte sich gegen Jiri Novak 6:0, 4:6, 6:2 durch und ist dank dem 5:7, 6:2, 7:6-Sieg von Juan Carlos Ferrero gegen Andre Agassi vorzeitig für die Halbfinals qualifiziert.

Federer war nach dem zweiten Match gefragt.
Federer war nach dem zweiten Match gefragt.
Federer steht damit auch im Falle einer Niederlage im abschliessenden Gruppenspiel gegen Thomas Johansson, der den "verletzten" Andre Agassi ersetzt (ca. 13.30 Schweizer Zeit), als Gruppensieger fest.

Dies, weil bei Punktgleichheit die Direktbegegnung das erste Kriterium ist und er sowohl Novak als auch Ferrero, die den zweiten Halbfinalplatz unter sich ausmachen, bezwungen hat. Am Samstag wird er damit gegen den zweiten der Gruppe "Rot", also gegen Carlos Moya, Lleyton Hewitt oder Albert Costa um den Finaleinzug spielen.

Gegen Novak hätte Federer in der Revanche des Finals von Wien vor einem Monat im Idealfall sogar in zwei Sätzen gewinnen können. Beim Stande von 6:0, 3:3 und Aufschlag des Agassi-Bezwingers vom Mittwoch führte er 30:0, verschlug dann aber zwei für seine Verhältnisse einfache Bälle mit der Vorhand. Novak nützte diese Schwächephase mit dem für ihn typisch raschen Zupacken zum Satzausgleich aus.

Allerdings hatte sich vorher wieder einmal gezeigt, dass das nackte Resultat nicht immer die ganze Wahrheit ausdrückt. Im ersten Game der Partie musste Federer vier Breakbälle abwehren, gewann danach aber bis zum Satzende 23 von 28 Punkten. "Wenn ich dieses Break geschafft hätte, hätte ich vielleicht eine Chance gehabt", so Novak, der aber im gleichen Atemzug konzedierte", dass "Roger der viel bessere Spieler war."

Tatsächlich war dies so: Federer steckte den Satzverlust gut weg und markierte bis zum 3:0 erneut elf Punkte in Serie, was Novak den Nerv zog. "Nach dem Satzverlust habe ich mir gesagt, dass ich wieder aggressiver spielen muss", so Federer nach dem dritten Sieg im sechsten Vergleich mit dem 27-jährigen Spätzünder, der sein Spiel enorm verbessert hat, seit er mit Jan Kukal arbeitet.

Der Münchensteiner musste bis weit nach 21 Uhr Ortszeit ausharren, ehe er wusste, dass dem heutigen Vergleich nur noch der Charakter einer wettkampfmässigen und hoch dotierten (120 000 Dollar für den Sieger) Trainingseinheit zukommt. Falls Agassi gewonnen hätte, wären die Rechenschieber benötigt worden und Federer hätte noch einige Games gewinnen müssen, um sich seiner Sache sicher zu sein. Er selber wollte sich aber weder mit dem Konjunktiv noch mit Zahlen befassen: "Mir wird schon jemand rechtzeitig sagen, was ich tun muss."

Federer kann seine Energien auch für nützlichere Sachen als mathematische Spiele verwenden. Bisher hat er zusammen mit Carlos Moya die besten Leistungen des Oktetts abgeliefert und ist nicht nur für ITF-Präsident Francesco Ricci Bitti der Favorit auf den Titel. Durch Vorschusslorbeeren lässt sich der coole 21-Jährige aber nicht aus der Ruhe bringen: "Bis dahin ist es noch ein weiter Weg aber wenn ich so weiter spiele wie heute, habe ich sicher eine Chance."

Top 5 locken

Auf jeden Fall verspricht der Business-Trip ins Reich der Mitte in mehreren Bereichen zum Grosserfolg zu werden. Federer hat nun die Chance, die Bestmarke von Jakob Hlasek aus dem Jahr 1988 zu übertreffen: Der Zürcher hatte nach Siegen über Agassi, Ivan Lendl und Tim Mayotte ebenfalls als Gruppensieger die Halbfinals erreicht und war dann hauchdünn am späteren Sieger Boris Becker gescheitert.

Zudem hat Federer bereits 40 Punkte für das Champions Race gewonnen (200 für das Entry System) und ist auf Kurs, das Jahr unter den Top five zu beenden. Ganz nebenbei hat er im Minimum auch 330 000 Dollar verdient, die zweitgrösste Börse seiner noch jungen Karriere.

Agassis leichte Steigerung reichte nicht

Andre Agassi steigerte sich zwar gegenüber dem Vortag, konnte aber die zweite und entscheidende Niederlage doch nicht verhindern. Er wehrte insgesamt vier Matchbälle ab, besiegelte aber die Niederlage mit einem Doppelfehler zum 6:8 im Tiebreak des Entscheidungssatzes gleich selber, wodurch sich seine Bilanz in den Kurzentscheidungen des Jahres auf 7:15 verschlimmerte.

Damit steht auch fest, dass Lleyton Hewitt das Tennisjahr wie 2001 als Nummer eins beenden wird. Dass Agassi für das letzte Gruppenspiel eine Leistenverletzung geltend machte, die er sich in Paris zugezogen habe, passte ins mehr als zwiespältige Bild, das er in Schanghai hinterliess.

Hewitts Schicksal in spanischen Händen

Hewitt wahrte spätabends durch einen Dreisatzsieg gegen Marat Safin die Chancen auf die Halbfinal-Qualifikation: Allerdings liegt sein Schicksal nicht in seinen Händen. Falls Albert Costa heute das innerspanische Duell gegen den bereits qualifizierten Carlos Moya für sich entscheiden sollte, wäre Titelverteidiger Hewitt out.

Moya dürfte aber eigentlich kein Interesse an einem "Päckli" haben, mit einem Sieg wäre er sicher Gruppenerster. Er gab mit einer interessanten Begründung auch zu verstehen, dass er keine Absprachen plant: "Ich kann keine Geschenke machen, denn ich brauche jeden Punkt für die Weltrangliste. Wenn alles optimal läuft, könnte ich im nächsten Mai die Nummer eins sein." Für den Russen endete das Turnier hingegen mit einer weiteren Enttäuschung. Er hat nun zwei Wochen Zeit, um vor dem Daviscup-Final in Paris seine Form wiederzufinden.

(Marco Keller/sda)

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