Jobsuche im Netz nimmt zu
publiziert: Dienstag, 17. Mai 2005 / 14:13 Uhr / aktualisiert: Dienstag, 17. Mai 2005 / 17:27 Uhr

Bern - Stellenanbieter und Stellensuchende in der Schweiz treffen sich immer mehr im Internet. Die neusten Statistiken belegen es: Die Zahl der Anzeigen im Internet nehmen zu, während sie bei den Printmedien stagnieren.

Das Internet sei effizient bei der Suche nach Informatikern, aber weniger geeignet für Inserate nach Köchen.
Das Internet sei effizient bei der Suche nach Informatikern, aber weniger geeignet für Inserate nach Köchen.
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"Der Markt boomt", sagt Wouter van der Lelij, Chef und Gründer der Westschweizer Internetarbeitsbörse JobUP. Der Umsatz habe im vergangenen Jahr um 68 Prozent zugelegt. In den ersten Monaten des laufenden Jahres sei er um weitere 50 Prozent gestiegen.

Diese Äusserungen werden bestätigt durch den Jobpilot-Index, der die Entwicklung der Stelleninserate im Netz misst. Dieses Barometer konnte im Januar abgeschlossenen Quartal den stärksten Anstieg seit vier Jahren verzeichnen. Parallel dazu stagniert der Manpower-Index, der die Stelleninserate in den Printmedien misst, seit fast zwei Jahren.

Zeitungen unter Druck

Das Internet bietet für den allmählich in Gang kommenden Arbeitsmarkt viele Vorteile. "Im Vergleich zu den Printmedien sind die Anzeigen auf dem Internet billiger, haben eine längere Lebensdauer und sind damit viel effizienter", sagt Daniel Held, Mitinhaber des auf Personalressourcen spezialisierten Unternehmens Qualintra und Dozent an der Uni Genf.

Aufgrund der grossen Konkurrenz durch das Internet sei der Anteil der Stelleninserate bei den Einnahmen der Zeitungen inzwischen auf rund 15 Prozent gesunken, erklärt Georges von Csernatony von der Publicitas. 2000/2001 hätten die Stellenanzeigen noch rund 30 Prozent der Einnahmen der Schweizer Tageszeitungen ausgemacht.

Das Internet werde aber die Stelleninserate in den Printmedien nicht total verdrängen. Es habe Platz für die beiden Märkte, sagt von Csernatony. Auch andere Marktteilnehmer sind dieser Meinung. Harald Kammer, Partner von Jobsline stellt fest, dass sich das Internet nicht für alle Berufe eigne. Das Internet sei effizient bei der Suche nach Informatikern, aber weniger geeignet für Inserate nach Köchen.

Zeitungen hätten auch Vorteile gegenüber dem Netz. Mit Stelleninseraten in der Presse könnten auch Leute erreicht werden, die eigentlich gar keine neue Stelle suchen würden, sagt Held. Mit der Publikation von Stelleninseraten in Zeitungen zeige ein Unternehmen ausserdem, dass es gesund sei, sagte Wouter van der Lelij.

Die Verleger reagieren auf die vermehrte Publikation von Stelleninseraten auf dem Internet. Der Westschweizer Verlag Edipresse hat im Dezember eine Minderheitsbeteiligung an JobUP übernommen. Die Inserate von JobUP werden auch auf den Internetseiten von verschiedenen Zeitungen publiziert.

Auch Tamedia will den Zug nicht verpassen und baut sein Internetportal jobwinner.ch aus. Seit Dienstag arbeiten auch der Stellenmarkt der Berner Zeitung (BZ) und ihre Online-Stellenplattform espace.ch mit jobs.ch zusammen. espace.ch und jobs.ch bieten ein Online-Kombiinserat an.

Zusammenarbeit auch in der Zukunft

In Zukunft dürfte die Zusammenarbeit zwischen Internetstellenbörsen und tradioneller Presse weiter gehen. Die Zeitungen dürften nach Ansicht von Kummer dabei eher auf bisherige Internetanbieter zurückgreifen als eigene Produkte aufzubauen.

Aber auch unter den bisherigen Internetanbietern nimmt die Konkurrenz zu. Um zu überleben werden sich einige Anbieter zusammen schliessen müssen. Die Zahl der Akteure vor allem in der Westschweiz sei zu gross, es werde eine Konsolidierung geben, sagt van der Lelij.

Einzelne Anpassungen hat es bereits gegeben. Beispielsweise bei jobs.ch, dem Leader in der Schweiz, sind sieben Anbieter auf einer Site vertreten. Auf jobs.ch sind mehr als 10 000 Angebote einsehbar. Die Internetseiten werden täglich von 30 000 Interessierten besucht.

(Grégoire Silacci/sda)

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