Zeichen gesetzt: Für Dialog zwischen Christen und Moslems
Johannes Paul II. betrat als erster Papst eine Moschee
publiziert: Sonntag, 6. Mai 2001 / 20:28 Uhr

Damaskus - Als erster Papst in der Geschichte des Christentums hat Johannes Paul II. am Sonntag eine Moschee betreten. Mit dem historischen Besuch der Omajjaden-Moschee in Damaskus setzte das Oberhaupt der katholischen Kirche ein Zeichen für den Dialog zwischen Christen und Moslems.

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Johannes Paul IIJohannes Paul II
In Begleitung des syrischen Mufti Scheich Ahmad Kuftaro und unter dem Beifall zahlreicher Gläubiger betrat Johannes Paul II. den Innenhof der Moschee. Wie die moslemischen Gläubigen musste er seine Schuhe ausziehen und sich Pantoffeln überstreifen. Kommentatoren in Damaskus sprachen von einer «grossen Geste» und einem «historischen Moment».

Johannes-Grab besucht

«Meine lieben moslemischen Brüder», sagte der Papst. Dann folgte das arabische Grusswort «Salem aleikum» (Friede sei mit Euch). Er liess sich die Geschichte des mit Mosaiken und Ornamenten reich verzierten Gebäudes erklären, das als eines prächtigsten Gotteshäuser der arabischen Welt gilt.

Anschliessend zog sich er sich in den Gebetsraum zurück. Gebeugt und auf seinen Stock gestützt besuchte der bald 81-Jährige in Begleitung moslemischer Würdenträger das Grab von Johannes dem Täufer, wo er einige Minuten in stiller Andacht verharrte. Ein gemeinsames Gebet mit moslemischen Religionsführern gab es nicht.

Kritik an Israel

Bei einer Messe vor 50 000 begeisterten Gläubigen in Damaskus hatte der Papst zuvor Christen, Moslems und Juden zur Verständigung und zu gegenseitigem Respekt aufgerufen. An der Messe nahmen auch katholische und orthodoxe Würdenträger aus Libanon, Irak, Ägypten und Jerusalem teil.

Bei seiner Ankunft zu seinem ersten Syrien-Besuch hatte Johannes Paul II. am Samstag indirekte Kritik an Israel geübt. Es sei Zeit, zu den Prinzipien des Völkerrechts zurückzukehren, sagte der Papst.

Dazu gehörten das Verbot der Aneignung von Gebieten mit Gewalt, das Recht der Menschen auf Selbstbestimmung sowie Respekt vor den UNO-Resolutionen und der Genfer Konvention. Dieser Teil seiner Ansprache schien sich auf Israel zu beziehen, obwohl der Papst das Land nicht beim Namen nannte.

Assad bittet um Hilfe

Der syrische Präsident Baschar el Assad bat den Papst um Unterstützung Syriens, Libanons und der Palästinenser gegen die «Unterdrückung» durch Israel.

Am Montag will der Papst zunächst seine Pilgerfahrt auf den Spuren des Apostels Paulus fortsetzen, bevor er in die Geisterstadt Kuneitra im nicht von Israel besetzten Teil der Golanhöhen aufbricht, wo er in den Ruinen einer griechisch-orthodoxen Kirche in Kuneitra für den Frieden beten will.

Überraschendes ökumenisches Gebet

Am Samstagmorgen hatte der Papst bei seiner Abschlussmesse in Griechenland zur Einheit der westlichen und östlichen Christen aufgerufen. Wie erst am Wochenende bekannt wurde, hatten Johannes Paul II. und das Oberhaupt der orthodoxen Kirche von Griechenland, Erzbischof Christodoulos, am Freitagabend gemeinsam das Vaterunser gebetet.

Das überraschende Gebet kam nach der Entschuldigung des Papstes für die Verbrechen der Kreuzritter und die Sünden von Katholiken gegen orthodoxe Christen zustande. Es war die erste Reise eines Papstes nach Athen seit der Kirchenspaltung im Jahre 1054. Letzte Station seiner 93. Auslandreise wird am Dienstag die Mittelmeerinsel Malta sein.

(kil/sda)

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