John Lennons neun Leben
publiziert: Dienstag, 16. Aug 2005 / 08:11 Uhr

New York - 40 Jahre nach dem legendären Beatles-Auftritt im New Yorker Shea Stadium hat am Sonntag das erste Musical über John Lennon seine Broadway-Premiere erlebt.

John Lennon und Yoko Ono: «Wir sind alle eins.»
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John LennonJohn Lennon
Der Präsident heisst nicht mehr Nixon, sondern Bush. Und Amerikas Kriegsschauplatz ist nicht mehr Vietnam, sondern der Irak. Doch John Lennon singt immer noch für den Frieden.

Als bei der Premiere dessen "Give Peace a Chance" erklingt, wird klar: Lennon ist vielleicht relevanter denn je.

Der Applaus danach wie auch nach jedem anderen der 27 Lennon-Songs dieser Show und der Jubel zum Schluss zeigen: Das biografische Musical "Lennon" ist ein neuer Hit am Broadway, und bald wohl auch in vielen anderen Metropolen der Welt.

Neun Lennons

Die Überarbeitung des Stücks nach einem nicht so glücklichen Probelauf in San Francisco hat gut getan. Die Handlung ist nun straffer, konzentrierter.

Das Musical hat Drive. Und der originelle Grundgedanke der Inszenierung von Regisseur und Autor Don Scardino kommt viel besser zum Tragen: Lennon hat quasi neun Leben.

Er wird, immer wieder abwechselnd, von neun verschiedenen Darstellern gespielt. Von Männern und Frauen, von Weissen wie von Schwarzen.

Mit dieser Idee hatte Scardino, der sich am Broadway Anfang der 90er Jahre mit Stücken wie "Sacrilege" und "A Few Good Men" einen Namen machte, Lennons Witwe Yoko Ono überzeugt. "John hätte das auch gefallen", sagte die japanische Künstlerin Reportern. "Es ist ungewöhnlich, aber es trifft genau das, was John und ich zum Ausdruck bringen wollten: Wir sind alle eins."

Auf den Einigkeits-Gedanken war Scardino durch Lennons Song "I Am the Walrus" gekommen - mit dem etwas konfusen Vers "I am he, as you are he, as you are me, and we are all together."

Zurückhaltende Yoko

Ohne den Segen von Yoko Ono, der Inhaberin der Rechte an den Lennon-Songs, hätte es das Musical nicht gegeben. Hämische Voraussagen, die Witwe werde den Regisseur so gängeln, dass er nur eine seichte John-Yoko-Romanze abliefern könne, haben sich keineswegs bestätigt.

Ganz im Gegenteil. Vorwürfe gegen Ono, sie habe seinerzeit einen Keil zwischen Lennon und die anderen Beatles getrieben, werden ebenso wenig verschwiegen wie jene peinliche New Yorker Party-Sex-Szene, die zur zeitweisen Trennung zwischen John und Yoko führte. Hinter einer hauchdünnen Wand trieb Lennon es mit einem Groupie, während alle, auch Ono, zuhörten.

Chronologisch

Dass "Lennon" chronologisch aufgebaut ist, gibt dem Stück eine stabile Grundlage, auf der die hochklassigen Sänger und Tänzer ein Feuerwerk an Musikalität, Witz und Dynamik entfachen.

Die Zeit vergeht wie im Fluge - von Lennons Kindertagen in Liverpool über den Hamburger Star Club, erste Welterfolge, Meditation in Indien, seine Anfälle von Gottsein, die Trennung der Beatles, Drogen, Sex, Antikriegsproteste, die Verfolgung Lennons durch das FBI und schliesslich seine Ermordung vor fast 25 Jahren vor dem Dakota-Building am Central Park.

Utopie und Realität

"Imagine" erklingt als letzter Song. Mit Lennons Wunschtraum von einer Welt des friedlichen Miteinanders im Ohr verlässt man das Theater. Doch schon nach ein paar Schritten holt einen die Realität auf den riesigen TV-Videowänden am Times Square wieder ein: Das Blutvergiessen im Irak geht weiter.

Der Präsident der USA sagt einmal mehr, wie wichtig es ist, den Krieg gegen den Terror weit entfernt zu führen, damit er nicht die Strassen Amerika erreicht. Zum Beispiel den Broadway, die längste Strasse New Yorks.

(Von Thomas Burmeister/dpa)

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