Johnson-Sirleaf erklärt sich zur Wahlsiegerin
publiziert: Donnerstag, 10. Nov 2005 / 22:19 Uhr

Monrovia - Die Wirtschaftsexpertin Ellen Johnson-Sirleaf hat sich zur Siegerin der Stichwahl um das Präsidentschaftsamt Liberias erklärt.

«Ich denke, der Trend ist jetzt unumkehrbar», sagte die 67-jährige Johnson-Sirleaf. (Bild: Archiv)
«Ich denke, der Trend ist jetzt unumkehrbar», sagte die 67-jährige Johnson-Sirleaf. (Bild: Archiv)
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Nach Auszählung der Stimmen nahezu aller Wahllokale lag sie mit 59,2 Prozent so gut wie uneinholbar vor ihrem Konkurrenten, dem einstigen Fussball-Star George Weah. Der 39-Jährige kam auf knapp 41 Prozent der Stimmen.

«Ich denke, der Trend ist jetzt unumkehrbar», sagte die 67-jährige Johnson-Sirleaf, die wegen ihres entschlossenen Auftretens in der Öffentlichkeit von Anhängern und Gegnern «Eiserne Lady» genannt wird.

Eigentlich galt der als Volksheld verehrte Weah als Favorit der ersten Präsidentschaftswahl Liberias seit dem 14 Jahre dauernden Bürgerkrieg des westafrikanischen Landes. In der ersten Wahlrunde vor drei Wochen hatte er zudem mit gut 28 Prozent die meisten Stimmen erhalten. Die in Harvard ausgebildete Ökonomin Johnson-Sirleaf kam damals nur auf 20 Prozent.

Vorwurf von Wahlbetrug

Weah hatte am Mittwoch nach der Bekanntgabe erster Teilergebnisse des zweiten Urnengangs von Wahlbetrug gesprochen. Dafür habe er Beweise und deshalb habe er Beschwerde bei der UNO eingereicht, sagte der Weltfussballer des Jahres 1995.

Wahlbeobachter Europas, der USA und afrikanischer Staaten betonten jedoch, dass die Wahl generell friedlich, fair und transparent abgelaufen sei.

Johnson-Sirleaf sagte, sie hoffe, dass Weah sich einsichtig zeigen und das Ergebnis akzeptieren werde. Sie sei bereit, ihm einen Posten in ihrer Regierung anzubieten, fügte die einstige Finanzministerin hinzu, die auch auf Erfahrung als Mitarbeiterin der Weltbank zurückblicken kann.

(bert/sda)

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