Kongos Zukunftsaussichten
Joseph Kabilas einziger Trumpf ist die Armee
publiziert: Montag, 22. Jan 2001 / 09:05 Uhr

Kinshasa - Am Dienstag soll Joseph Kabila als neuer kongolesischer Staatschef vereidigt werden. Er übernimmt von seinem getöteten Vater Laurent-Désiré ein schweres Erbe. Das zentralafrikanische Land liegt nach jahrelangem Bürgerkrieg wirtschaftlich am Boden.

Joseph Kabila steht vor beinahe unlösbaren Aufgaben, zumal er bislang über keinerlei politische Erfahrung verfügt. Der 32-Jährige muss nun das Kunststück fertig bringen, einerseits das Abgleiten des Landes in einen neuen offenen Bürgerkrieg zu vermeiden und andererseits mit Hilfe der Armee seine Stellung als Staatschef zu festigen.

Die Vorzeichen dafür stehen alles andere als gut: Gleich nach seiner Ernennung verkündeten die Rebellen im Osten des Landes, ihn nicht als Staatschef anzuerkennen.

Seit Beginn des Bürgerkrieges im August 1998 ist die ehemalige belgische Kolonie praktisch zweigeteilt. Der östliche Teil, wo rivalisierende Rebellengruppen mit Unterstützung Ugandas und Ruandas um die Vorherrschaft kämpfen, entzieht sich völlig der Kontrolle der Führung in Kinshasa.

Ein im Friedensabkommen von Lusaka aus dem Jahr 1999 vorgesehener innerkongolesischer Dialog zwischen Regierung, Opposition, Rebellengruppen und Bevölkerung wurde nie aufgenommen. Die Rebellen fordern eine Neuverteilung der Macht in Kinshasa, wozu es unter Joseph Kabila aber wohl so schnell nicht kommen wird.

Der junge Staatschef sieht sich nun in der Zwickmühle, einerseits seine militärische Macht gegenüber den Rebellen zu demonstrieren und andererseits dem von jahrelangem Bürgerkrieg ausgezehrten Land endlich eine Verschnaufpause zu verschaffen. Mit der UNO und der Organisation Afrikanischer Staaten (OAU) sind derzeit zahlreiche Verhandlungen zur Beendigung des Konflikts im Gange.

Einen fast aussichtslosen Kampf dürfte Kabila an der Front der Wirtschafts- und Sozialpolitik austragen: Der Bürgerkrieg hat einen Grossteil der Reserven des Landes verschlungen und zwingt jeden Tag mehr Familien in der Hauptstadt Kinshasa zum Betteln auf die Strassen.

(sda)

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