Sportförderung
Jugend+Sport soll mehr Geld erhalten
publiziert: Montag, 1. Jun 2015 / 19:51 Uhr
J+S sei eine der grössten Errungenschaften der Schweiz.
J+S sei eine der grössten Errungenschaften der Schweiz.

Bern - Der Ständerat will die Gelder für Jugend+Sport (J+S) aufstocken, damit die Beiträge an Kurse nicht gekürzt werden müssen. Er hat am Montag zwei parlamentarische Vorstösse dazu angenommen.

5 Meldungen im Zusammenhang
Der Rat reagiert damit auf die Ankündigung des Bundesamtes für Sport (BASPO), per 1. August die J+S-Beiträge um rund 25 Prozent zu kürzen, weil das zur Verfügung stehende Geld sonst nicht für alle Kurse reicht.

Dies stiess auf Empörung. Jugend+Sport sei ein Erfolgsmodell, lautete der Tenor im Ständerat. Das Programm stehe für Gesundheit, sinnvolle Freizeitgestaltung und Freiwilligenarbeit. Eine Kürzung der Beiträge sei das falsche Zeichen.

Auftrag an den Bundesrat

Der Ständerat will nun die Kürzung per 1. August verhindern und dafür sorgen, dass auch künftig genügend Geld zur Verfügung steht. Ohne Gegenstimme hiess er eine Motion seiner Bildungskommission und ein Postulat von Konrad Graber (CVP/LU) gut.

Zum einen soll der Bundesrat die jährlichen Mittel für die Aktivitäten von J+S erhöhen und so die finanzielle Kontinuität sichern. Ausserdem soll er in einem Bericht die Auswirkungen von Kürzungen darlegen. Zur Debatte stand auch ein Vorstoss von Peter Föhn (SVP/SZ) mit einem konkreten Betrag. Föhn zog diesen aber zurück, da das Anliegen mit dem Ja zur Kommissionsmotion erfüllt sei.

Budget um 18 Millionen erhöhen

Sportminister Ueli Maurer stellte fest, für den Auftrag wäre eine Budgeterhöhung von 18 Millionen Franken nötig. Er forderte den Rat auf, später dann auch dazu Ja zu sagen. Aus dem Budget des Bundesamtes für Sport könne die verlangte Aufstockung nicht finanziert werden. In der Wintersession hatte das Parlament im Rahmen der Budgetberatungen eine Erhöhung der J+S-Gelder abgelehnt.

Der Sportminister relativierte ferner die Bedeutung der Kürzung. Es gehe um etwa 1.70 Franken pro Tag, gab er zu bedenken. Allerdings hätten die Sportvereine den Eindruck gewonnen, ihre ehrenamtliche Tätigkeit werde nicht geschätzt. Für diese Kritik habe er durchaus Verständnis.

Im Widerspruch zu Sparzielen

Über gleichlautende Vorstösse muss nun noch der Nationalrat entscheiden. Der Bundesrat hatte den Räten beantragt, die Vorstösse abzulehnen. Eine Aufstockung der Mittel würde den haushaltspolitischen Zielen widersprechen, argumentierte er. Die bereits eingeleiteten Massnahmen seien verhältnismässig.

Für das laufende Jahr beantragt der Bundesrat dem Parlament einen Nachtragskredit von 12 Millionen Franken, über den National- und Ständerat in der laufenden Session entscheiden. Dieser Kredit würde jedoch nur den Fehlbetrag bis Ende Juli decken und nichts an der Kürzung der Beiträge per 1. August ändern.

Die Finanzkommission des Ständerates plädiert deshalb dafür, den Nachtragskredit um 5 Millionen auf 17 Millionen Franken aufzustocken. Die Finanzkommission des Nationalrates lehnt dies ab.

Tiefere Grundbeiträge

Gekürzt werden sollen auf das neue Schuljahr hin die Ansätze der Grundbeiträge, der Teilnehmerstunden und Lagertage. Heute unterstützt das BASPO Pfadi-, Jubla- oder Trainingslager mit 7.60 Franken pro Tag und Teilnehmer. Ab August wären es nur noch 5.70 Franken. Das entspricht ungefähr dem Niveau der Beiträge bis ins Jahr 2011, vor dem neuen Sportförderungsgesetz.

Das Bundesamt für Sport erklärt den Engpass damit, dass mehr Kinder und Jugendliche Sport treiben. J+S sei Opfer des eigenen Erfolgs geworden. Von den Beitragskürzungen direkt betroffen wären diesen Sommer laut der Schweizerischen Arbeitsgemeinschaft der Jugendverbände (SAJV) rund 300 Lager mit über 9300 Kindern.

Erinnerungen an Jugendlager

Das Thema liess im Ständerat die Redner in Erinnerungen schwelgen. «Wir haben damals mit Militärutensilien Skitouren unternommen», erzählte Konrad Graber (CVP/LU). Noch heute gebe es ein Ehemaligen-Lager.

«Wer die Jugend hat, hat die Zukunft», sagte Peter Föhn (SVP/SZ). Das dürfe kein Lippenbekenntnis bleiben. J+S sei eine der grössten Errungenschaften der Schweiz, eines der wichtigsten Angebote - «wenn nicht das wichtigste überhaupt».

(fest/sda)

Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Bern - Für das laufende Jahr hat das ... mehr lesen
Jugend+Sport soll finanziell unterstützt werden.
Schweizer Teenager sind nicht mehr so oft sportlich aktiv.
Bern - Die Sportaktivität der ... mehr lesen
Bern - Jugend+Sport soll mehr Geld ... mehr lesen
Die Jugendverbände kritisierten die Beitragskürzungen. (Symbolbild)
«Die Bewegungsarmut der Jugend ist eine der grossen Herausforderungen unserer Zeit».
Zürich - Im Kindergartenalter sind 13,3 Prozent der Kinder übergewichtig oder fettleibig, bei den Oberstufenschülern ist mehr als ein Viertel übergewichtig. Ein Hauptgrund ist ... mehr lesen
St. Gallen - Das Bundesamt für ... mehr lesen
Die Bestimmungen zeigten, das dem Schutz Minderjähriger vor Delikten gegen die sexuelle Integrität ein sehr grosses Gewicht beizumessen sei. (Symbolbild)
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Reaktionäre Kräfte schliessen sich für das Referendum zusammen, mit dabei auch EDU-Präsident Hans Moser.
Reaktionäre Kräfte schliessen sich für das Referendum zusammen, mit ...
Reaktionär  Bern - Gegen die geplante Stiefkindadoption für Homosexuelle regt sich Widerstand. Sollte das Parlament das neue Adoptionsrecht in der vorliegenden Form verabschieden, will ein überparteiliches Komitee aus den Reihen der SVP, CVP und EDU das Referendum ergreifen. mehr lesen 3
Ständerat schwenkt auf Linie des Nationalrats  Bern - Grosswasserkraftwerke sollen Subventionen erhalten, wenn sie den Strom zu tiefen Preisen verkaufen müssen. Darauf haben sich die eidgenössischen Räte geeinigt. Der ... mehr lesen
Finanzhilfen für bestehende Grosswasserkraftwerke waren im ersten Massnahmenpaket zur Energiestrategie ursprünglich nicht vorgesehen.
Mit 124 zu 64 Stimmen genehmigte die grosse Kammer den Bundesbeschluss über den Nachtrag I zum Voranschlag 2016.
353 Millionen Franken für den Asylbereich  Bern - Der Nationalrat hat am Dienstag die Staatsrechnung 2015 sowie die Nachtragskredite zum ... mehr lesen  1
Unternehmenssteuerreform  Bern - Bei der Unternehmenssteuerreform III will der Ständerat der Wirtschaft weniger weit entgegenkommen als der Nationalrat. Die kleine Kammer hat am Montag die Interessen der ... mehr lesen
Der Ständerats lehnte Steuervergünstigungen für Unternehmen ab.
Titel Forum Teaser
  • melabela aus littau 1
    es geht nicht nur um homosexuelle ich bin eine frau und verheiratet mit einem mann. leider betrifft es ... So, 14.08.16 13:18
  • Pacino aus Brittnau 731
    Kirchliche Kreise . . . . . . hatten schon immer ein "spezielles" Verhältnis zu ... Do, 09.06.16 08:07
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Das wird die Deutschen aber traurig machen. Wenn man keinen Flughafen und keinen Bahnhof ... Mi, 08.06.16 17:49
  • Pacino aus Brittnau 731
    Demokratie quo vadis? Wenn die Demokratie den Stacheldraht in Osteuropa-, einen Wahlsieg von ... Mo, 06.06.16 07:55
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Es... muss darum gehen, die Kompetenz der Kleinbauern zu stärken. Das sorgt ... Do, 02.06.16 13:07
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Kindeswohl egal! Es geht doch vor allem um die eigenen Kinder der Betroffenen. Die ... Do, 02.06.16 08:10
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Verlust der Solidarität: Verlust der Demokratie! Vollständig und widerspruchsfrei beantworten lässt sich das wohl nicht. ... Mi, 01.06.16 00:18
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Unterstützung "Deshalb sind für die Sozialhilfe 267 Millionen Franken mehr und für ... Di, 31.05.16 10:38
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Do Fr
Zürich 11°C 19°C Wolkenfelder, kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig recht sonnig
Basel 8°C 20°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig recht sonnig
St. Gallen 9°C 16°C Wolkenfelder, kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig recht sonnig
Bern 7°C 19°C Schneeregenschauerleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig freundlich
Luzern 11°C 18°C wechselnd bewölktleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig recht sonnig
Genf 9°C 20°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig recht sonnig
Lugano 12°C 23°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig gewitterhaft
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten