Jugendliche wollen Regeln für den öffentlichen Raum
publiziert: Dienstag, 23. Okt 2012 / 20:32 Uhr
Junge Leute halten sich gern auf der Strasse auf.
Junge Leute halten sich gern auf der Strasse auf.

Zürich - Jugendliche in der Schweiz begrüssen Regeln, wenn sie sich im öffentlichen Raum aufhalten. Dies geht aus einer repräsentativen Befragung von 15- bis 21-Jährigen in der ganzen Schweiz hervor.

Junge Leute halten sich gern im öffentliche Raum auf. Das kostet nichts und man kann leicht dort hin kommen. Dabei haben sie keineswegs den Anspruch, die Plätze exklusiv zu benutzen oder sie gar zu besetzen. Sie sind sich durchaus bewusst, dass öffentlicher Raum eben für alle verfügbar ist. Und die grosse Mehrheit ist bereit, sich an Regeln zu halten.

So finden es etwa mehr als 90 Prozent richtig, Abfälle in die entsprechenden Kübel werfen zu müssen. Und die meisten (72 Prozent) sind auch einverstanden damit, ab 22 Uhr leiser zu sein. Sie erwarten anderseits aber auch «ein Mindestmass an Akzeptanz» der jeweiligen Anwohner (87 Prozent).

Die Jugendlichen möchten sich ihre Treffpunkte selber aussuchen und nicht von Erwachsenen zugewiesen bekommen, wie es in einer Mitteilung zur Studie heisst. Viele (62 Prozent) treffen im öffentlichen Raum ihre Freunde oder hängen einfach herum (60 Prozent).

Kleine Minderheit für Parties und Kiffen

Nur 23 Prozent der Befragten finden, dass der öffentliche Raum der richtige Ort für Parties sei. 42 Prozent finden es angebracht, dort Alkohol zu trinken, aber nur 17 Prozent finden den öffentlichen Raum geeignet für den Drogenkonsum.

Kommt es zu Konflikten, so sind sich laut Umfrage 90 Prozent bewusst, auch selbst dazu beigetragen zu haben. Ihnen ist klar, dass der öffentliche Raum nicht rechtsfrei ist: 77 Prozent der Befragten finden die Anwesenheit von Sicherheitspersonal gut.

Die erste Juvenir-Studie ist Auftakt zu einer neuen repräsentativen Studienreihe der Jacob Foundation zu aktuellen jugendrelevanten Themen. Laut Alexandra Guentzer von der Stiftung wurden im Frühsommer dieses Jahres 973 15- bis 21-jährige Personen in der ganzen Schweiz befragt.

Die Studie führte das Forschungsinstitut Prognos im Auftrag der Jacobs Foundation durch. Die weltweit tätige Stiftung im Bereich der Kinder- und Jugendentwicklung wurde 1989 vom Unternehmer Klaus J. Jacobs gegründet.

(fest/sda)

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