Mörder einer Prostituierten bleibt in Haft
Jugendlicher Mörder bleibt nach Bundesgerichtsurteil weggesperrt
publiziert: Donnerstag, 20. Sep 2012 / 12:59 Uhr
Das Bundesgericht hat entschieden den psychisch schwer gestörten Täter wegzusperren.
Das Bundesgericht hat entschieden den psychisch schwer gestörten Täter wegzusperren.

Lausanne - Ein heute 22-Jähriger Mann, der 2008 in Aarau eine Prostituierte ermordet hat, kommt nach Verbüssung seiner Jugendstrafe nicht frei. Das Bundesgericht hat die fürsorgerische Freiheitsentziehung gegen den psychisch schwer gestörten Täter bestätigt.

3 Meldungen im Zusammenhang
Der damals 17 Jahre alte Schweizer war im Februar 2008 in Aarau auf den Flachdachvorbau eines Solariums geklettert und durch ein Fenster in einen Erotiksalon eingedrungen. Dort vergewaltigte er eine 40-jährige deutsche Prostituierte und erwürgte sie anschliessend.

Sexueller Sadismus

Das Jugendgericht Lenzburg sprach ihn im vergangenen November des Mordes schuldig und verhängte die Höchststrafe für Jugendliche von vier Jahren Freiheitsentzug. Um die Öffentlichkeit darüber hinaus vor dem psychisch gestörten Täter zu schützen, wurde für die Zeit danach eine fürsorgerische Freiheitsentziehung (FFE) angeordnet.

Das Bundesgericht hat die dagegen erhobene Beschwerde des Mannes nun abgewiesen. Laut den Richtern in Lausanne steht zunächst fest, dass der Betroffene wegen seiner psychischen Erkrankung in Form von sexuellem Sadismus an einem «Schwächezustand» leidet, wie er für die Anordnung einer FFE vorausgesetzt wird.

Gefahr für Dritte

Das Gericht stützt weiter die Einschätzung der Aargauer Justiz, wonach ein erhebliches Rückfallrisiko besteht. Eine bloss ambulante Therapie komme wegen der Gefahr für Dritte deshalb nicht in Frage. Weiter weist das Gericht den Einwand zurück, dass die FFE unverhältnismässig sei, da sie auf eine Verwahrung hinauslaufe.

Laut Bundesgericht ist eine spätere Entlassung im Falle einer Heilung nicht von vornherein ausgeschlossen, auch wenn sich über den zeitlichen Horizont nichts genaues sagen lässt. Nach Ansicht eines Therapeuten könnte die Behandlung bis zu zwölf Jahre dauern.

Nicht zu beanstanden sei schliesslich, dass der Beschwerdeführer in einer Jugendvollzugsanstalt untergebracht sei. In absehbarer Zeit sei allerdings dafür zu sorgen, dass er in eine für seine Behandlung besser geeignete Einrichtung verlegt werden könne.

(laz/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Aarau - Ein heute 23-jähriger Mann, der 2008 in Aarau als Minderjähriger eine Prostituierte ermordet hatte, beschäftigt die ... mehr lesen
Der schwer-gestörte Jugendliche, der eine Prostituierte, wird zukünftig drei Therapiesitzungen pro Woche absolvieren. (Symbolbild)
Der Schweizer hatte 2008 eine Prostituierte getötet. (Symbolbild)
Lenzburg AG - Ein heute 21-jähriger Schweizer, der als Minderjähriger 2008 in Aarau ... mehr lesen 4
Aarau - Mehr als drei Jahre nach der Tötung einer Prostituierten in Aarau muss sich ein heute 21-jähriger Schweizer vor dem ... mehr lesen 1
Der junge Schweizer befindet sich in einer geschlossenen Institution.
Trotz der Proteste möchte Hollande hart bleiben. (Archivbild)
Trotz der Proteste möchte Hollande hart bleiben. (Archivbild)
Beide Seiten wollen hart bleiben  Paris - Trotz anhaltender Gewerkschaftsproteste will Frankreichs Präsident François Hollande die Arbeitsmarktreform zum Abschluss bringen. «Ich bleibe hart, weil ich denke, dass es eine gute Reform ist», sagte er. 
Gegen Auslieferung an USA  Mexiko-Stadt - Der mexikanische Drogenboss Joaquín «El Chapo» Guzmán geht gegen seine geplante Überstellung in die USA vor. Wie einer seiner Anwälte am Freitag mitteilte, wurde die Berufung am Vortag in Mexiko-Stadt eingereicht. Die Regierung hat 48 Stunden Zeit für eine Antwort.  
Mexiko stimmt Auslieferung von Drogenboss zu Mexiko-Stadt - Mexiko hat die Auslieferung des Drogenbosses Joaquín «El Chapo» Guzman an die ...
Guzman kann gegen die Entscheidung noch Rechtsmittel einlegen.
Titel Forum Teaser
 
Wettbewerb
   
Die Alp Grosser Mittelberg im Justistal.
Viel Glück  Die Alpsaison steht vor der Tür. Damit Wanderfreunde den Weg zu den schönsten Alpbeizli finden, haben wir ein Gewinnspiel parat.
Mitmachen und gewinnen.  Rechtzeitig zur Premiere von «The First Avenger: Civil War» verlosen wir zwei Fan-Pakete mit jeweils zwei Kinoeintritten.
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Mo Di
Zürich 15°C 20°C Gewitter möglichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig stark bewölkt Wolkenfelder, kaum Regen
Basel 14°C 20°C Gewitter möglichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig bewölkt, etwas Regen bewölkt, etwas Regen
St. Gallen 14°C 19°C Gewitter möglichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig stark bewölkt, Regen bewölkt, etwas Regen
Bern 14°C 17°C Gewitter möglichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig bewölkt, etwas Regen Wolkenfelder, kaum Regen
Luzern 17°C 20°C Gewitter möglichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig bedeckt, wenig Regen bewölkt, etwas Regen
Genf 15°C 17°C gewittrige Regengüsseleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig stark bewölkt, Regen bewölkt, etwas Regen
Lugano 17°C 18°C viele Gewitterleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig Gewitter möglich Gewitter möglich
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten