Jugendlicher getötet bei Bombenexplosion in Athen
publiziert: Sonntag, 28. Mrz 2010 / 23:23 Uhr / aktualisiert: Montag, 29. Mrz 2010 / 09:31 Uhr

Athen - Bei einer Bombenexplosion am Abend in Athen ist ein 15-jähriger Afghane getötet worden. Seine zehnjährige Schwester und seine Mutter wurden verletzt. Die Familie war laut ersten Erkenntnissen der Polizei beim Durchwühlen von Abfalleimern auf die Bombe gestossen.

Bei der Bombenexplosion kam ein 15-jähriger Afghane ums Leben.(Archivbild)
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Die Familie, afghanische Einwanderer, ging nach Angaben der Polizei jeden Abend in den dicht bewohnten Stadtteil Patissia im Westen der griechischen Hauptstadt, um die Abfalleimer zu durchsuchen.

Dabei entdeckte der junge Mann um 22.50 Uhr (Ortszeit) vor einer Fortbildungsstätte für Staatsangestellte wohl die Tasche mit der Bombe und öffnete sie. Der Sprengsatz explodierte sofort und tötete den 15-Jährigen. Seine Schwester und seine Mutter wurden ins Spital gebracht.

Griechische Untergrundorganisation

Wer hinter dem Bombenanschlag steckt, war zunächst noch unklar. Polizeioffiziere vermuteten, dass eine der vielen griechischen Untergrundorganisationen die Bombe vor dem Eingang des Gebäudes deponiert hatte.

Solche Gruppen verüben in Griechenland immer wieder Anschläge. Erst am vergangenen Wochenende waren drei Bomben in Athen detoniert, für die eine linksgerichtete Untergrundorganisation die Verantwortung übernahm.

Bei solchen Attentaten gibt es allerdings selten Verletzte, weil ihnen in der Regel telefonische Warnanrufe vorausgehen. So kann die Polizei das betreffende Gebiet rechtzeitig räumen kann. Am Sonntag blieb ein solcher Anruf aus.

Festnahme der Schuldigen

Der griechische Bürgerschutzminister Michalis Chryssohoidis nannte den Vorfall in einem Communiqué einen «widerlichen terroristischen Akt». «Die Mörder sehen in allen Menschen einen Feind, sei es ein Polizist, ein Immigrant oder ein beliebiger Bürger», sagte Chryssohoidis weiter und betonte, dass die Schuldigen verhaftet und der Justiz übergeben würden.

Der Tatort blieb bis in die frühen Morgenstunden weiträumig abgesperrt.

(zel/sda)

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