Julian Assange ersucht Ecuador um politisches Asyl
publiziert: Dienstag, 19. Jun 2012 / 21:43 Uhr / aktualisiert: Dienstag, 19. Jun 2012 / 22:54 Uhr
Julian Assange möchte die Auslieferung in die USA auf jeden Fall vermeiden.
Julian Assange möchte die Auslieferung in die USA auf jeden Fall vermeiden.

Quito - Wikileaks-Gründer Julian Assange macht im Kampf gegen seine Auslieferung nach Schweden einen weiteren Schachzug. Der Australier ist in die Botschaft Ecuadors in London geflohen, um politisches Asyl zu beantragen.

11 Meldungen im Zusammenhang
Der 40-jährige Australier, der seit einem Jahr unter strengen Auflagen in Grossbritannien lebt und dort vor einer Auslieferung nach Schweden steht, habe politisches Asyl beantragt, sagte Ecuadors Aussenminister Ricardo Patiño vor den Medien in Quito. Ecuador werde das Gesuch von Assange prüfen.

In der Begründung seines Asylantrags, den der Aussenminister in Quito verlas, macht Assange geltend, er sei von seinem Heimatland Australien im Stich gelassen worden.

Er werde verfolgt, weil er Informationen veröffentlicht habe, die die Mächtigen kompromittierten, weil er die Wahrheit publiziert habe und damit Korruption und ernste Menschenrechtsverletzungen in aller Welt enthüllt habe, heisst es in der Begründung.

Nach Angaben von Wikileaks über den Kurznachrichtendienst Twitter bietet Ecuador Assange bereits seit November 2010 politisches Asyl an. Assange könnte mit seinem Schachzug gegen seine Bewährungsauflagen verstossen haben, mit denen er seit mehr als einem Jahr die britische Auslieferungshaft umgeht.

Furcht vor Auslieferung in die USA

Assange ist Gründer der Enthüllungsplattform Wikileaks. Er steht im Verdacht, in Schweden zwei Frauen sexuell belästigt und in einem Fall vergewaltigt zu haben. Assange versucht seit mehr als einem Jahr, seine Auslieferung in das skandinavische Land zu verhindern.

Den Instanzenweg in Grossbritannien hat er seit vergangener Woche erfolglos ausgeschöpft. Ihm bliebe noch der Weg zum Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Strassburg.

Der Australier, der mit zahlreichen Veröffentlichungen vor allem zum Nachteil der USA für Aufsehen gesorgt hatte, befürchtet eine Auslieferung von Schweden in die USA. Ihm drohe dort die Todesstrafe, hatten seine Anwälte wiederholt argumentiert.

 

(fest/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
London - Die britische Polizei hat am Donnerstag vor der ecuadorianischen Botschaft ... mehr lesen
Ecuador will bis Donnerstag über den Asylantrag von Assange entscheiden.
Julian Assange, Wikileaks-Gründer
Quito - Der frühere spanische Richter Baltasar Garzón wird Wikileaks-Gründer ... mehr lesen
Quito - Ecuador hat Schweden dazu aufgerufen, Wikileaks-Gründer Julian Assange zu den gegen ihn erhobenen Sexualdelikts-Vorwürfen in der Botschaft des südamerikanischen Landes in London zu befragen. mehr lesen 
Quito/London - Ecuador wird erst nach dem Ende der Olympischen Sommerspiele in Grossbritannien über den Asylantrag des Wikileaks-Gründers Julian Assange entscheiden. Es sei unvernünftig, vor dem Abschluss der Spiele am 12. August eine Entscheidung zu treffen, sagte der ecuadorianische Aussenminister Ricardo Patino am Mittwoch. mehr lesen 
London - Prominente Hilfe für Julian Assange: Der ehemalige spanische Ermittlungsrichter Baltasar Garzón hat die Leitung des ... mehr lesen
Baltasar Garzón wird Chef-Anwalt von Julian Assange.
Weitere Artikel im Zusammenhang
Quito - Wegen des Streits mit Grossbritannien um einen Asylantrag des Wikileaks-Gründers Julian Assange hat Ecuador seine Botschafterin aus London zurückgerufen. Assange hatte am Dienstag in der Botschaft Ecuadors in London Zuflucht gesucht und einen Antrag auf politisches Asyl gestellt. mehr lesen 
Quito - Ecuador prüft zurzeit den Asylantrag des Wikileaks-Mitbegründers Julian Assange. Dabei will das Land auch die Gefahr der Todesstrafe für Assange in den USA berücksichtigen. mehr lesen 
Assange will nicht von Grossbritannien an Schweden ausgeliefert werden.
London - Die britischen Behörden haben Wikileaks-Gründer Julian Assange ... mehr lesen
London - Julian Assange ist mit seinem Antrag auf Überprüfung des britischen Auslieferungsentscheids an ... mehr lesen
Julian Assange kann für weitere 14 Tage nicht ausgeliefert werden.
London - Im Kampf gegen die Auslieferung des Wikileaks-Mitbegründers Julian Assange an Schweden haben dessen Anwälte den Obersten Gerichtshof in London angerufen. Dies teilte das Gericht am Dienstag mit. mehr lesen 
London - Der Oberste Gerichtshof Grossbritanniens hat grünes Licht für die Auslieferung des Wikileaks-Mitgründers Julian Assange nach Schweden gegeben. Die Richter entschieden am Mittwoch, der schwedische Haftbefehl gegen Assange wegen Sexualstraftaten sei rechtens, die Auslieferung könne daher erfolgen. mehr lesen 
Der Mann aus dem St. Galler Rheintal suchte sich seine Opfer vornehmlich auf Chat-Portalen. (Symbolbild)
Der Mann aus dem St. Galler Rheintal suchte sich seine ...
Prozess  Bern - Das Kreisgericht Rheintal hat am Mittwoch einen 48-jährigen Schweizer der mehrfachen sexuellen Handlungen mit Kindern und der mehrfachen Pornografie schuldig gesprochen. Der Angeklagte soll rund 20 junge Mädchen über Skype zu «Cam-Sex» aufgefordert haben. 
Ein 57-jähriger hatte während Jahren via Internet Mädchen dazu gebracht, ihm Nacktbilder zu schicken. (Symbolbild)
Ehemaliger Medien-Kadermann wegen pädosexueller Vergehen verurteilt Zürich - Das Bezirksgericht Zürich hat einen ehemaligen Kaderangestellten eines Schweizer ...
Mehr Schutz im Erotikgewerbe  Bern - Frauen von ausserhalb der EU können ab 2016 nicht mehr legal in die Schweiz einreisen, um in Cabarets zu tanzen. Der Bundesrat hat ...  
Stripperinnen sollen besser geschützt werden.
Titel Forum Teaser
Klaus Ragaller - Autor des Artikels.
ETH-Zukunftsblog Wegmarken für den Mitigations-Marathon «Greasing the wheels of change» nannte Anthony Patt ...
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
DO FR SA SO MO DI
Zürich 1°C 2°C bewölkt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen bewölkt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen bewölkt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen bewölkt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen bewölkt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen bewölkt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen
Basel 2°C 4°C bewölkt, wenig Schneefall leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
St.Gallen 3°C 4°C bedeckt, Regen bewölkt, Regen bewölkt, Regen bewölkt, Regen bewölkt, Regen bewölkt, Regen
Bern 5°C 8°C bewölkt, Regen leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
Luzern 5°C 8°C bedeckt, Regen bewölkt, Regen bewölkt, Regen bewölkt, Regen bewölkt, Regen bewölkt, Regen
Genf 7°C 10°C leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
Lugano 12°C 17°C sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos
mehr Wetter von über 6000 Orten