Experten warnen aber vor zu raschen Schlussfolgerungen
Junge Goths haben hohes Depressionsrisiko
publiziert: Freitag, 28. Aug 2015 / 22:29 Uhr / aktualisiert: Freitag, 28. Aug 2015 / 22:46 Uhr
Junge Gruftis: Mehr Akzeptanz notwendig.
Junge Gruftis: Mehr Akzeptanz notwendig.

Bristol - Junge Menschen, die sich selbst als Goths bezeichnen, sind laut einer Studie der University of Bristol einem erhöhten Risiko bei Depressionen und selbstverletzendem Verhalten ausgesetzt.

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Das Team um Rebecca Pearson konnte diesen Zusammenhang nicht vollständig erklären. Die Forscher vermuten jedoch, dass die Neigung, sich von der Gesellschaft zu entfernen, eine Rolle spielt. Sie betonen, dass der Grossteil dieser Teenager keine Probleme haben wird. Es gebe jedoch eine Minderheit, die zusätzliche Unterstützung brauche. Die Forschungsergebnisse wurden in dem Fachmagazin Lancet Psychiatry veröffentlicht.

Die manchmal auch als «Gruftis» bezeichnete Bewegung, mit ihrer Vorliebe für schwarze Kleider, schwarzes Make-up und bisweilen auch entsprechend dunkler Musik, zieht Jugendliche seit Jahrzehnten an. Die aktuelle Studie beruht auf Daten von 15-Jährigen aus Bristol, mit insgesamt 3694 Probanden. Es zeigte sich, dass je mehr sich die Jugendlichen mit der schwarzen Subkultur identifizierten, desto grösser war auch die Wahrscheinlichkeit von Selbstverletzungen und Depressionen. Jene, die sich als Teil der Goth-Bewegung ansahen, verfügten eher schon vor dem 15. Lebensjahr über Symptome einer Depression und waren in der Vergangenheit bereits schikaniert worden. Die Wissenschaftler betonen, dass der Zusammenhang bestehen bleibt, auch wenn weitere Faktoren berücksichtigt werden.

Gruppenzugehörigkeit hilft

Laut Pearson kann es viele Ursachen für diesen Trend geben. Denkbar sei laut BBC unter anderem, dass für Depressionen anfällige Teenager sich zu dieser Bewegung und diesem Lebensstil hingezogen fühlen. «Das Ausmass, in dem sich junge Menschen mit dieser Subkultur identifizieren, könnte auch sichtbar machen, wie sehr sich gefährdete junge Menschen von der Gesellschaft isoliert, ausgeschlossen oder stigmatisiert fühlen», so Pearson.

Die Forscher betonten, dass Eltern jedoch nicht versuchen sollten, ihre Kinder von der Zugehörigkeit zu einer dieser Goth-Gruppen abzubringen. Freude zu haben und sich mit einer Gemeinschaft zu identifizieren, könnte sie vor Depressionen schützen. Die Experten raten daher, dass die Familien aufmerksam bleiben sollten und mit ihren Kindern über ihre Bedenken reden sollten.

Gefährdete Jugendliche brauchen Unterstützung

Der Statistikexperte Kevin McConway betonte laut BBC, dass die zwischen 2007 und 2010 durchgeführte Studie sich mit komplizierten Themen beschäftigte, die sich im Lauf der Zeit auch verändern können. Auch McConway ist der Meinung, dass es falsch wäre zu sagen, das die Zugehörigkeit zu einer Goth-Gruppe die Wahrscheinlichkeit einer Depression erhöhe. «Aber auch wenn die Ursachen nicht genau erforscht sind, kann das Wissen um diesen Zusammenhang Medizinern dabei helfen, gefährdete Jugendliche eher zu erkennen und ihnen mehr Unterstützung zukommen zu lassen.»

(bert/pte)

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