Kinder können nichts dafür
Junk Food, Eiscreme und Co: Gene verführen Kinder
publiziert: Freitag, 29. Nov 2013 / 16:45 Uhr
Drei Faktoren entscheidend: genetische Anlagen, kindliche Entwicklung und die emotionale Befindlichkeit. (Symbolbild)
Drei Faktoren entscheidend: genetische Anlagen, kindliche Entwicklung und die emotionale Befindlichkeit. (Symbolbild)

Toronto - Wissenschaftler der kanadischen McGill University und der University of Toronto haben eine Verbindung zwischen einem bestimmten Gen im Belohnungssystem des Gehirns und Fettleibigkeit bei Kindern gefunden - besonders bei Mädchen. Demnach sind vor allem drei Faktoren entscheidend: genetische Anlagen, kindliche Entwicklung und die emotionale Befindlichkeit.

11 Meldungen im Zusammenhang
Kindern, die gerne Süsses und Ungesundes essen, trifft somit oft keine Schuld für ihre Nahrungsauswahl. Die Untersuchungsergebnisse, publiziert im Journal Appetite, könnten hingegen erklären, warum manche Heranwachsende eher dick werden können. Ausserdem sind die Erkenntnisse als entscheidender Schritt zur Vorsorge und Behandlung zu sehen. «Wir haben herausgefunden, dass Fettleibigkeit ein Produkt von Genetik, der frühen Entwicklung und der Lebensumstände ist», sagt Forscher Michael Meaney von der McGill University.

Die Wissenschaftler bezogen in die Studie schwangere Frauen ein, die entweder an Depression litten oder in Armut lebten. Sie beobachteten ihren Nachwuchs von Geburt an bis zum Alter von zehn Jahren. Für die Untersuchung testeten die Forscher 150 vierjährige Kinder mit einer Snack-Mahlzeit. Die Kleinen hatten die Wahl zwischen einem gesunden und einem ungesunden Essen. Die Mütter mussten ausserdem einen Fragebogen dazu ausfüllen, was ihre Kinder am liebsten essen.

Die Forscher fanden heraus, dass man anhand einer Genvariante im Gehirn voraussagen kann, wie viel Junk Food, herzhafte Kalorienbomben oder Süssigkeiten wie Eiscreme die Kinder auswählen und konsumieren. Das Gen ist für die Dopaminregulierung zuständig, ein Botenstoff, der das Geschmacksempfinden bestimmt. «Der Effekt war besonders stark bei Mädchen, bei denen wir sahen, dass sie die genetische Ausprägung trugen, welche die Dopaminfunktion senkt», berichtet Patricia Silveira von der McGill University.

Vorhersage des Gewichts möglich

«Besonders bemerkenswert ist, dass sich anhand der Menge des Junk Foods, was die Vierjährigen beim Snack-Test assen, voraussagen liess, wie viel die Mädchen im Alter von sechs Jahren wiegen», sagt Meaney. «Unsere Untersuchung zeigt, wie Genetik und emotionales Befinden bei dem Bedürfnis nach Essen, das dick macht, zusammenspielen. Der nächste Schritt ist nun gefährdete Kinder zu identifizieren, da es zu Beginn der Fettsucht Möglichkeiten zur Prävention und Beratung geben kann.»

 

 

(tafi/pte)

Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Ithaca/San Luis Obispo - Grosse ... mehr lesen
Die Weisheit, dass kleine Teller beim Abnehmen helfen, wurde erst jüngst bestätigt.
Philadelphia/Baltimore - Kinder, die ... mehr lesen
Das Risiko erhöht sich um zehn Prozent.
Menschen die Actionfilme schauen, essen mehr. (Symbolbidl)
Cornell - Couch-Potatos, die sich oft ... mehr lesen
Langweilige TV-Sendungen verleiten ... mehr lesen
Chips gegen die Langeweile
Weitere Artikel im Zusammenhang
Bald mit abstossendem Zusatz?
London - Die Nahrungsmittelindustrie sollte wie die Tabakindustrie reguliert werden, da Fettsucht weltweit ein grösseres Gesundheitsrisiko darstellt als das Rauchen. Consumers ... mehr lesen
Paris - Forscher haben das bislang ... mehr lesen
Laut WHO hat sich die Zahl fettleibiger Menschen weltweit zwischen 1980 und 2008 beinahe verdoppelte.
Washington - Der jahrelange US-Trend zur Fettleibigkeit scheint teilweise gestoppt, Jugendliche in den USA werden einer Studie zufolge wieder schlanker - allerdings nur, wenn sie aus wohlhabendem Elternhaus stammen. Teenager aus ärmeren Familien nehmen dagegen weiter zu. mehr lesen 
Die Idee verspricht Abnehmen ohne Qual: Ein Implantat im Körper überwacht die Blutfettwerte. Gibt es zu viel davon, weil das Essen zu üppig war, aktiviert das Implantat automatisch einen Botenstoff, der Sättigung signalisiert. Forscher der ETH Zürich haben nun ein solches Implantat hergestellt. Bei fetten Mäusen hat es funktioniert. mehr lesen 
Der durchschnittliche britische Mann wiegt 8,6 Kilogramm mehr als noch vor 33 Jahren.(Symbolbild)
London - Die seit dem Beginn der Wirtschaftskrise 2008 stagnierende britische Wirtschaft hat auch Auswirkungen auf die Ernährungsgewohnheiten der Menschen im Vereinigten Königreich. mehr lesen
Genf - Der UNO-Berichterstatter für ... mehr lesen
Übergewicht und Fettleibigkeit verursachten weltweit 2,8 Millionen Todesfälle im Jahr.
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
-
Publinews Papiliorama  Tauchen Sie ein in die faszinierende Welt der Tiere und Pflanzen: erleben Sie das bunte Ballett der exotischen Schmetterlinge, welche frei um Sie herumfliegen, die bizzaren Kreaturen der Nacht, die Regenbogentukane und einheimischen Schmetterlinge, die Gliederfüsser mit ihren aussergewöhnlichen Formen und die Wollschweine, welche sich als Landschaftsgärtner betätigen. Das Papiliorama in Kerzers nimmt Sie mit auf eine spannende Entdeckungsreise. mehr lesen  
Medizinische Forschung  Bern - Das Inselspital nimmt mit der «Liquid Biobank Bern» das derzeit modernste Tiefkühllager für Blut und andere flüssige Bioproben ... mehr lesen  
Das Berner Inselspital stellt die Proben für mehrere Forschungsprojekte und einem grösseren Forscherkreis zur Verfügung.
Wegen Zika - Acht Wochen nur geschützt  Genf - Touristen sollen nach ihrer Heimreise aus Zika-Gebieten mindestens acht Wochen auf ungeschützten Sex verzichten. Das riet die Weltgesundheitsorganisation WHO am Dienstag. mehr lesen  
Die Knochendichte eines Frühchens ist geringer.
Erhöhtes Osteoporose-Risiko  Trondheim - In den letzten Wochen der Schwangerschaft gehört die Weitergabe von Kalzium an den Fötus ... mehr lesen  
Titel Forum Teaser
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute So Mo
Zürich 5°C 9°C wechselnd bewölkt, Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen recht sonnig
Basel 7°C 10°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen sonnig
St. Gallen 4°C 7°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen sonnig
Bern 6°C 9°C wechselnd bewölkt, Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen recht sonnig
Luzern 6°C 9°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich recht sonnig
Genf 7°C 10°C trüb und nassleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen recht sonnig
Lugano 5°C 12°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt trüb und nass
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten