Junta gewährt IKRK Zugang zu inhaftierter Aung San Suu Kyi
publiziert: Samstag, 6. Sep 2003 / 14:23 Uhr

Rangun - Die Militärregierung in Birma hat dem Internationalen Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) Zugang zur inhaftierten Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi gewährt.

Die inhaftierte Aung San Suu Kyi.
Die inhaftierte Aung San Suu Kyi.
Vertreter des IKRK hätten die Politikerin besucht und ihr Botschaften ihrer Angehörigen überbracht, teilte die Junta in einer Erklärung mit. Die Vertreter hätten Suu Kyi in gutem gesundheitlichen Zustand angetroffen und festgestellt, dass sie sich nicht in Hungerstreik befinde.

Das IKRK bestätigte der Nachrichtenagentur AFP die Angaben aus der Erklärung der Militärregierung. Das US-Aussenministerium hatte vor einer Woche mitgeteilt, die Politikerin sei in Hungerstreik getreten, um gegen ihre illegale Inhaftierung durch das Militärregime zu protestieren.

Die EU forderte am Freitagabend die Freilassung der Friedensnobelpreisträgerin. Für die Regierung von Birma sei es der beste Weg, Berichte über den angeblichen Hungerstreik zu entkräften, indem die Politikerin sofort freigelassen werde, hiess es in der Erklärung der italienischen EU-Ratspräsidentschaft.

Suu Kyi war Ende Mai erneut unter Arrest gestellt worden, nachdem Gefolgsleute der Junta sie und ihre Anhänger bei einem Auftritt im Norden des Landes angegriffen hatten. Die Inhaftierung von Suu Kyi, die bereits mehrmals lange Zeit unter Hausarrest verbrachte, wurde als Schutzhaft bezeichnet.

Den Sieg von Suu Kyis Partei bei der Parlamentswahl 1990 erkennt die Junta bis heute nicht an. Die Militärs sind in dem südostasiatischen Land seit 1962 an der Macht.

Nach Angaben von Menschenrechtsorganisationen gibt es in Birma etwa 1200 politische Gefangene. Wegen ihres Umgangs mit Oppositionellen steht die Regierung international in der Kritik.

(rr/sda)

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