Justizministerin Sommaruga verstärkt Kampf gegen Menschenhandel
publiziert: Donnerstag, 18. Okt 2012 / 17:51 Uhr
«Auch die Schweiz ist ein Ziel- und Transitland des Menschenhandels», ist sich Sommaruga sicher. (Archivbild)
«Auch die Schweiz ist ein Ziel- und Transitland des Menschenhandels», ist sich Sommaruga sicher. (Archivbild)

Bern - Die Schweiz verstärkt den Kampf gegen Menschenhandel. Justizministerin Simonetta Sommaruga hat am Donnerstag an einer Konferenz den ersten «Nationalen Aktionsplan gegen Menschenhandel» mit 23 Massnahmen vorgestellt.

7 Meldungen im Zusammenhang
Weltweit sind gegen 21 Millionen Menschen Opfer von Zwangsarbeit, Menschenhandel oder anderen sklavenähnlichen Praktiken, wie die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) schätzt. «Auch die Schweiz ist ein Ziel- und Transitland des Menschenhandels», sagte Justizministerin Simonetta Sommaruga am Donnerstag in Bern.

Sie trat an einer Konferenz auf, die das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) und die Internationale Organisation für Migration (IOM) anlässlich des europäischen Tages gegen Menschenhandel organisierten.

50 Fälle pro Jahr

In der Schweiz verfolgen die kantonalen Strafbehörden pro Jahr insgesamt rund 50 Fälle von Menschenhandel, wie Boris Mesaric, Geschäftsführer der Koordinationsstelle gegen Menschenhandel und Menschenschmuggel (KSMM), sagte.

Die bekannten Fälle seien nur die Spitze des Eisberges, zeigte sich Sommaruga überzeugt. «Opfer von Menschenhandel gibt es nicht nur in den Städten, sondern auch in den Agglomerationen, entlang der Verkehrsachsen und auf dem Land.»

Menschenhandel beschränke sich zudem nicht auf die Prostitution. Die Leute würden auch in privaten Haushalten, in der Land- oder Gastwirtschaft als Arbeitskräfte ausgenützt.

Kräfte bündeln

Bereits heute arbeiten in der Schweiz bei der Bekämpfung des Menschenhandels die verschiedensten Akteure zusammen - von der Polizei über die Strafverfolgung und den Opferschutz bis hin zu den Migrationsämtern. Mit der Koordinationsstelle KSMM besteht zudem eine zentrale Stelle für die Bekämpfung der Delikte.

Der Nationale Aktionsplan für die Jahre 2012 - 2014, den Sommaruga nun vorstellte, soll die Zusammenarbeit der Stellen verstärken und klar benennen, wer für welche Massnahme verantwortlich ist. Die Justizministerin will den Kampf gegen den Menschenhandel auf vier Säulen abstützen: Prävention, Strafverfolgung, Opferschutz sowie nationale und internationale Partnerschaften.

Wichtige Rolle der Kantone

Eine Schlüsselrolle spielen die Kantone. So sieht der Aktionsplan zum Beispiel vor, dass sich in jedem Kanton ein speziell geschulter Staatsanwalt um die Fälle von Menschenhandel kümmern soll. Heute gibt es dies erst in zwei Kantonen.

Für die Verfolgung von Menschenhändlern sind in den meisten Fällen die kantonalen Strafbehörden zuständig. Die Justizbehörden des Bundes kommen nur bei organisierter Kriminalität zum Zug.

Auch beim Opferschutz werden die Kantone gefordert: Ein nationales Schutzprogramm soll dafür sorgen, dass die Opfer von Menschenhandel künftig in jedem Kanton gleich behandelt und geschützt werden. Es ergänzt das neue Zeugenschutzgesetz, das am 1. Januar 2013 in Kraft tritt.

Mehr Runde Tische

In rund der Hälfte aller Kantone gibt es heute bereits sogenannte Runde Tische zum Thema Menschenhandel, an denen Experten aus den Bereichen Prävention, Strafverfolgung und Opferschutz zusammenarbeiten. Sommaruga erwartet, dass nun «alle anderen nachziehen».

(knob/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
1
Forum
Machen Sie auch mit! Diese news.ch - Meldung wurde von einer Leserin oder einem Leser kommentiert.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Bern - Der nationale Aktionsplan gegen Menschenhandel ist auf dem richtigen Weg. Justizministerin Simonetta ... mehr lesen
Bundesrätin Simonetta Sommaruga
Der grösste Teil der Opfer sind Frauen.
Bern - Der Bund will bis zu 200'000 Franken im Jahr für die Prävention gegen Menschenhandel auslegen. Das Geld soll an ... mehr lesen
Genf - Die Ausbeutung von Arbeitskräften ist der Hauptgrund für Menschenhandel und ... mehr lesen
Es handelte sich in erster Linie um Personen, die in der Landwirtschaft, in der Fischerei und im Haushalt arbeiteten. (Symbolbild)
Mehr als 50 Thais wurden zur Prostitution gezwungen. (Symbolbild)
Bern - Im Kanton Bern ist ein grosser Menschenhändlerring aufgeflogen. ... mehr lesen
Zürich - Auf dem Strassenstrich in Zürich herrschen bedenkliche Zustände. Die Sexarbeiterinnen arbeiten bis zu 70 ... mehr lesen
Die Prostituierten stehen bis zu 70 Stunden am Sihlquai.
Weitere Artikel im Zusammenhang
Bern - Die Schweiz und Rumänien verstärken ihren Kampf gegen das organisierte ... mehr lesen
Simonetta Sommaruga vereinbarte eine Arbeitsgruppe zur Bekämpfung von Frauen- und Kinderhandel.
Grenzen...
einladend weit offen, Rückkehrgelder für abgewiesene Asylbewerber, Aufenthaltsgenehmigungen und später CH-Pass für die ganz Renitenten und Kriminellen etc.! Und da wundert man sich über Menschenhandel.
Entweder dumm gelaufen, nur dumm, oder aber schlicht weltfremd und naiv.
Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf gibt den Ball an die eidgenössischen Räte.
Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf gibt den Ball an die ...
Gastronomie  Bern - Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf hat die Ablehnung der GastroSuisse-Initiative am Sonntag mit Befriedigung zur Kenntnis genommen. Vor den Bundeshausmedien hob sie das flächendeckende Nein - auch in den Tourismuskantonen - hervor. 
Sujet der Abstimmungsgegner.
Handlungsbedarf trotz Nein zur Einheitskasse Bern - Für die Kommentatoren in den Schweizer Zeitungen ist nach dem Nein zur Einheitskrankenkasse klar: Das Stimmvolk will ...
Titel Forum Teaser
  • zombie1969 aus Frauenfeld 2466
    Sehr gut! "Das Bundesgericht hatte im Juli 2013 zu einer Beschwerde gegen die ... heute 10:00
  • kubra aus Port Arthur 3168
    Mais oui casandrine. être enceinte un peux. Entweder man fragt die ganze ... gestern 17:46
  • Kassandra aus Frauenfeld 1015
    Mot pour rire Jorian verstehen seulement Gare! Isse nichts important, comment avaient ... gestern 13:27
  • tigerkralle aus Winznau 97
    Leuthard Ja Leuthard soll Schutzpatronin werden , Leuthard will 100 Millionen ... gestern 11:25
  • jorian aus Dulliken 1508
    Witz komm raus! Da will jemand die 75% Klausel einführen, um ein Gesetz zu ändern oder ... gestern 06:41
  • Kassandra aus Frauenfeld 1015
    Welsche Schweizer wieder düpiert Vier Welsche Kantone wurden wieder einmal durch die Deutschschweiz ... So, 28.09.14 20:12
  • Jack01 aus Oxford 1
    Gewonnen nach "Major Pfister Prinzip" Jacqueline Fehr hat die SP Vorwahl nach typischem "Major Pfister ... Sa, 27.09.14 20:48
  • Kassandra aus Frauenfeld 1015
    Im Neoliberalismus gefangen! Wir sind immer für ein freies Unternehmertum, aber das alles hat aber ... Sa, 27.09.14 15:50
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
DI MI DO FR SA SO
Zürich 14°C 16°C leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen
Basel 12°C 16°C leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen
St.Gallen 14°C 18°C leicht bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen
Bern 14°C 19°C leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen
Luzern 16°C 19°C leicht bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen
Genf 14°C 21°C leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen
Lugano 16°C 21°C leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
mehr Wetter von über 6000 Orten