KBV-Chefs vor Gericht geständig
publiziert: Freitag, 12. Sep 2008 / 17:36 Uhr / aktualisiert: Freitag, 12. Sep 2008 / 20:47 Uhr

Winterthur - Der ehemalige KBV-Finanzchef und der Leiter der Schadensabteilung haben gestanden, am Schwindel mit den fiktiven Kunden mitgemacht zu haben. Ihre Verteidiger haben deshalb nur bedingte Freiheitsstrafen gefordert.

Die vier Geschäftsleiter sollen der KBV mit fiktiven Kunden Vorteile im Wert von 27 Mio. Franken verschafft haben.
Die vier Geschäftsleiter sollen der KBV mit fiktiven Kunden Vorteile im Wert von 27 Mio. Franken verschafft haben.
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Geht es nach den Verteidigern, soll der Finanzchef mit 24 Monaten bedingter Gefängnisstrafe sowie einer Busse von 32'400 Franken bestraft werden. Dem damaligen Leiter der Schadensabteilung seien maximal 20 Monate bedingt aufzuerlegen.

Beide seien der mehrfachen Veruntreuung, des Betrugs und der Urkundenfälschung schuldig zu sprechen, forderten die Verteidiger vor dem Winterthurer Bezirksgericht. Strafmildernd solle sich auswirken, dass sich die Geständigen kooperativ verhalten hätten und ihre Taten bereuen würden.

Der Anwalt des Finanzchefs betonte insbesondere, dass sein Mandant im Jahre 1999 in eine Krankenkasse eingetreten sei, die schon damals «nicht sauber geführt» worden sei. So habe die KBV bereits seit 1992 Daten manipuliert.

9,5 Millionen für private Zwecke

Konkret sollen die KBV-Chefs damals genau das Gegenteil davon gemacht haben, was ihnen heute vorgeworfen wird. Laut dem Verteidiger hätten sie über 1000 junge Versicherte verheimlicht, um den Altersdurchschnitt nach oben zu drücken.

Auf diese Weise habe die KBV keine Zahlungen in den Ausgleichsfonds der Krankenversicherer leisten müssen. Auch schwarze Boni seien damals an der Tagesordnung gewesen. Bis jetzt seien diese Vergehen nicht strafrechtlich verfolgt worden.

Mit den Plädoyers der Verteidiger hat die Verhandlung am Freitag geendet. Das Urteil wird am 17. Oktober mündlich eröffnet. Die vier Geschäftsleiter sollen der KBV mit 2040 fiktiven Kunden Vorteile im Wert von 27 Millionen Franken verschafft haben. Daneben sollen sie 9,5 Millionen für private Zwecke abgezweigt haben.

(smw/sda)

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