KFOR-Soldaten entlastet
publiziert: Donnerstag, 17. Feb 2005 / 19:01 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 17. Feb 2005 / 19:29 Uhr

Bern - Die der Misshandlung eines österreichischen Rekruten bezichtigten Swisscoy-Soldaten werden vom Untersuchungsrichter weitgehend entlastet. Er beantragt Verweise wegen einer unverhältnismässigen Leibesvisitation gegen drei Armeeangehörige.

Der mögliche Ernstfall habe im Massstab 1:1 geprobt werden sollen. (Bild: Archiv)
Der mögliche Ernstfall habe im Massstab 1:1 geprobt werden sollen. (Bild: Archiv)
1 Meldung im Zusammenhang
Ein Angehöriger des österreichischen Bundesheeres hatte Mitgliedern der Swisscoy vorgeworfen, sie hätten ihn bei einer Übung im März 2004 in Götzendorf (A) misshandelt. Daraufhin hatten die schweizerische und die österreichische Militärjustiz im Dezember 2004 Untersuchungen eingeleitet.

Der österreichische Rekrut hatte an einem gemeinsamen Training von KFOR-Soldaten beider Länder teilgenommen. Dieses diente als Vorbereitung auf einen Einsatz im Kosovo. Der Österreicher musste als so genannter Role Player verschiedene Rollen markieren - etwa ein Hausbewohner, der Waffen versteckt und durchsucht wird.

Unverhältnismässige Leibesvisitation

Das Verhalten der Schweizer Militärpolizisten sei grösstenteils rechtmässig gewesen, schreibt das Oberauditorat der Schweizer Armee in einem Communiqué. Der Untersuchungsrichter des Militärgerichts 6 rügte einzig eine Leibesvisitation als unverhältnismässig.

Diese fand am 26. März statt. Dabei musste sich der österreichische Rekrut als Role Player vollständig ausziehen. Er wurde daraufhin von einem Militärpolizisten am ganzen Körper - nicht aber an den Geschlechtsteilen - mit einem Einweghandschuh abgetastet.

Dies taxierte der Untersuchungsrichter als unverhältnismässig. Für die Beteiligten - einen Oberleutnant und zwei Wachtmeister - beantragt er deshalb einen Verweis.

Probe des Ernstfalls

Die Schweizer Militärpolizisten seien dahingehend instruiert worden, dass in Götzendorf nicht zwischen Übung und Ernstfall zu unterscheiden sei, heisst es weiter. Der mögliche Ernstfall im Kosovo habe in Österreich im Massstab 1:1 geprobt werden sollen.

Der österreichische Rekrut, der heute als Gefreiter dient, sei aber als Role Player völlig ungeeignet und deshalb überfordert gewesen, sagte Martin Immenhauser, Sprecher der Militärjustiz, auf Anfrage.

Üblicherweise würden bei derartigen Übungen erfahrene Leute als Role Player eingesetzt. Diese seien sich auch darüber im Klaren, dass es in einer solchen Übung hart zu und her gehen könne.

(bert/sda)

Lesen Sie hier mehr zum Thema
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Die Armee wächst in ihrem Ansehen.
Die Armee wächst in ihrem Ansehen.
In unsicheren Zeiten  Bern - Flüchtlingsströme, Terrorismus und Kriege verunsichern die Bevölkerung. Nie haben Schweizerinnen und Schweizer die weltpolitische Lage in den letzten Jahren so düster eingeschätzt wie heute. Mit der Unsicherheit wächst die Bedeutung der Armee. mehr lesen 1
Vermutlich Wirtschaftsspionage  Bern - Beim Cyber-Spionage-Angriff auf den bundeseigenen Rüstungskonzern RUAG sind mehr als 20 Gigabyte Daten entwendet worden. Darunter dürften auch ... mehr lesen  
Es sei konkret danach gesucht worden, welche Projekte die RUAG derzeit am laufen habe.
Frische Milch zum Frühstück bleibt für die Soldaten wohl ein Wunsch.
Ständeratskommission lehnt ab  Bern - Schweizer Soldaten sollen nicht ... mehr lesen  
Titel Forum Teaser
  • melabela aus littau 1
    es geht nicht nur um homosexuelle ich bin eine frau und verheiratet mit einem mann. leider betrifft es ... So, 14.08.16 13:18
  • Pacino aus Brittnau 731
    Kirchliche Kreise . . . . . . hatten schon immer ein "spezielles" Verhältnis zu ... Do, 09.06.16 08:07
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Das wird die Deutschen aber traurig machen. Wenn man keinen Flughafen und keinen Bahnhof ... Mi, 08.06.16 17:49
  • Pacino aus Brittnau 731
    Demokratie quo vadis? Wenn die Demokratie den Stacheldraht in Osteuropa-, einen Wahlsieg von ... Mo, 06.06.16 07:55
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Es... muss darum gehen, die Kompetenz der Kleinbauern zu stärken. Das sorgt ... Do, 02.06.16 13:07
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Kindeswohl egal! Es geht doch vor allem um die eigenen Kinder der Betroffenen. Die ... Do, 02.06.16 08:10
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Verlust der Solidarität: Verlust der Demokratie! Vollständig und widerspruchsfrei beantworten lässt sich das wohl nicht. ... Mi, 01.06.16 00:18
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Unterstützung "Deshalb sind für die Sozialhilfe 267 Millionen Franken mehr und für ... Di, 31.05.16 10:38
 
Stellenmarkt.ch
Der Remoteserver hat einen Fehler zurückgegeben: (500) Interner Serverfehler.
Source: http://www.news.ch/ajax/top5.aspx?ID=0&col=COL_3_1
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Mi Do
Zürich 11°C 18°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig freundlich
Basel 12°C 17°C wechselnd bewölkt, Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig freundlich
St. Gallen 12°C 17°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig freundlich
Bern 10°C 16°C wechselnd bewölkt, Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig freundlich
Luzern 11°C 18°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig freundlich
Genf 13°C 15°C wechselnd bewölkt, Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig freundlich
Lugano 13°C 15°C anhaltender Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen freundlich
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten