Kämpfe in Aleppo dauern an
publiziert: Montag, 30. Jul 2012 / 20:18 Uhr
Aleppo ist weiterhin stark umkämpft.
Aleppo ist weiterhin stark umkämpft.

Paris/Damaskus/New York - Im Kampf um die nordsyrische Millionenmetropole Aleppo haben Rebellen nach eigenen Angaben erstmals eine direkte Strassenverbindung zur benachbarten Türkei eingenommen. Die Aufständischen eroberten eine strategische Anhöhe im Nordwesten von Aleppo.

10 Meldungen im Zusammenhang
Dort hatte sich bisher ein Kontrollpunkt der Regimetruppen befunden. Der Posten fiel nach rund zehnstündigem Kampf am Montagmorgen an die Aufständischen, wie ein Korrespondent der Nachrichtenagentur AFP berichtete.

Der Posten Anadan liegt etwa fünf Kilometer nordwestlich von Aleppo und rund 45 Kilometer von der türkischen Grenze entfernt. Über die Route Richtung Türkei könnten nun Kämpfer und Nachschub transportiert werden, sagte der örtliche Rebellenkommandant Abu Omar al-Halebi am Montag der Nachrichtenagentur dpa.

Die türkische Armee verstärkte ihrerseits weiter ihre Präsenz in Grenznähe. Es seien mehr Panzer und Raketen sowie Soldaten in die Provinzen Kilis und Hatay entsandt worden, berichtete die Nachrichtenagentur Anadolu.

Viele auf der Flucht

Syrische Regierungstruppen griffen den dritten Tag in Folge Stellungen der Aufständischen in Aleppo an. Die Stadtbezirke Salaheddin und Al-Sukkari wurden bombardiert, in Salaheddin, Al-Issa und Athamija tobten darüber hinaus heftige Bodenkämpfe, wie die in London ansässige Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mitteilte.

Die schwersten Kämpfe seit Beginn der Proteste lösten eine massive Flüchtlingswelle aus. Rund 200'000 Menschen sind nach Schätzungen des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) und des syrischen Roten Halbmondes in den vergangenen zwei Tagen aus Aleppo geflohen.

In der Metropole mit Vororten lebten vor Ausbruch der Kämpfe schätzungsweise 2,5 Millionen Menschen. Viele Einwohner dürften in der umkämpften Stadt festsitzen.

Niemand wisse, wie viele Menschen an Orten gefangen seien, an denen weitergekämpft werde, erklärte die UNO-Nothilfekoordinatorin Valerie Amos am Sonntag (Ortszeit) in New York. Sie forderte die Truppen des Assad-Regimes und die Aufständischen auf, Zivilisten zu verschonen und Helfern sicheren Zugang zu gewähren.

Informationen widersprechen sich

Über erste mögliche Erfolge der Regimetruppen im südwestlichen Stadtbezirk Salaheddin kursierten widersprüchliche Berichte. «Salaheddin wurde vollständig zurückgewonnen», zitierte das staatliche syrische Fernsehen einen hochrangigen Militär. In wenigen Tagen werde Aleppo wieder in der Hand des Regimes sein.

Die Aufständischen stritten diese Darstellung ab. Die Regimetruppen hätten erneut versucht, Salaheddin mit Panzern anzugreifen, seien aber zurückgeschlagen worden, sagte der Rebellenkommandant Al-Halebi.

Das Militär von Präsident Baschar al-Assad hatte am Samstag eine Grossoffensive gegen die Stellungen der Aufständischen in Aleppo gestartet. Die Kontrolle über die Handels- und Geschäftsmetropole gilt als entscheidend für die Erfolgsaussichten der Revolte gegen das Assad-Regime, die seit 16 Monaten anhält.

Aktivisten in Aleppo teilten mit, dass bei den Kämpfen am Montag mindestens zehn Regierungssoldaten getötet wurden. In anderen Landesteilen wurden nach Darstellung der Menschenrechtsbeobachter in London mindestens fünf Menschen getötet. Am Sonntag waren nach diesen Informationen in ganz Syrien 150 Menschen getötet worden, unter ihnen 45 Soldaten.

Derweil geht der personelle Aderlass für das Regime weiter. Zwölf Offiziere, darunter ein Brigadegeneral, sollen in die Türkei geflohen sein. Auch der seit Mai amtierende Geschäftsträger der syrischen Botschaft in London, Chalid al-Ajubi, wandte sich nach Angaben des britischen Aussenministeriums von Damaskus ab.

(fest/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Damaskus/Kairo - In den Kampf um die nordsyrische Metropole Aleppo hat nun auch die Luftwaffe eingegriffen. Sie ... mehr lesen
Durchhalteparolen von Präsident Baschar al-Assad. (Archivbild)
200'000 Menschen haben den Grossraum Aleppo verlassen.
Aleppo/Damaskus - Der zähe Kampf um die nordsyrische Metropole Aleppo ... mehr lesen
Washington - Die Schlacht um die syrische Metropole Aleppo ist laut Einschätzung der US-Regierung eine «ernsthafte ... mehr lesen
Schwere Geschütze. (Symbolbild)
New York - Ein Konvoi des neuen Chefs der UNO-Beobachter in Syrien ist von Bewaffneten angegriffen worden. Der Angriff auf den Konvoi des senegalesischen Generals Babacar Gaye hat am Wochenende stattgefunden. Die Beobachtermission ist «zweimal ins Visier genommen worden». mehr lesen 
Weitere Artikel im Zusammenhang
Damaskus/Genf/Moskau - Vor Beginn der Entscheidungsschlacht um die syrische Metropole Aleppo hat sich der ... mehr lesen 1
Internationaler Sondervermittler Kofi Annan
Die syrische Armee startete grosse Offensive zur Rückeroberung Aleppos.
Damaskus - Mit Panzern und Kampfhelikoptern hat die syrische Armee am Samstag ... mehr lesen
Damaskus - Die syrische Armee hat nach Angaben von Aktivisten am Samstagmorgen eine Gegenoffensive begonnen, um die ... mehr lesen
Der Kampf um Aleppo gilt als möglicher Wendepunkt des seit 16 Monaten andauernden Konflikts.
Navi Pillay.
Washington - Die UNO-Kommissarin für Menschenrechte Navi Pillay wirft den Konfliktparteien Verbrechen gegen ... mehr lesen
Damaskus/Beirut - Syrische Rebellen und Regimetruppen formieren sich nach tagelangen Kämpfen um die Millionenmetropole Aleppo für die entscheidenden Gefechte. Das Militär bereitete am Donnerstag mit massiven Artillerieangriffen in mehreren Stadtbezirken eine Bodenoffensive vor. mehr lesen 
Russland hebt den Mahnfinger.
Russland hebt den Mahnfinger.
Naryschkin schiesst scharf  Moskau - Russland hat den Westen vor Lieferungen von Waffen und Militärtechnik in die Ukraine gewarnt. Es drohe eine Einmischung in die inneren Angelegenheiten der Ukraine, sagte der russische Parlamentschef Sergej Naryschkin am Dienstag in der Staatsduma. 
Präsident Petro Poroschenko.
Kiew und EU ratifizieren Partnerschaftsabkommen Moskau - Zeitgleich haben das ukrainische Parlament und das EU-Parlament am Dienstag das umstrittene Partnerschaftsabkommen ... 1
Vier Tote  Kabul - Beim Selbstmordanschlag auf einen Konvoi in der afghanischen Hauptstadt Kabul sind ...   1
Viel ausländische Soldaten sollen dem Bombenanschlag zum Opfer gefallen sein. (Symbolbild)
Prominentes Opfer im Afghanistankrieg.
Ranghoher US-General bei Anschlag in Kabul getötet Kabul - Bei einem Anschlag auf eine Delegation der internationalen Schutztruppe ISAF in Kabul sind ein US-General getötet ...
Selbstmordanschlag auf Ausländer-Anlage in Kabul Kabul - Bei einem Selbstmordattentat in der afghanischen Hauptstadt Kabul sind am Dienstag mindestens ...
Der Anschlag forderte vier Tote und sechs Verletzte. (Symbolbild)
Titel Forum Teaser
  • zombie1969 aus Frauenfeld 2435
    Die... Ostukraine ist definitiv verloren. Mit militärischen Aktionen werden ... heute 12:15
  • zombie1969 aus Frauenfeld 2435
    Möge... der Afghanistan-Einsatz der letzte seiner Art gewesen sein. Ein Konzept ... heute 10:48
  • zombie1969 aus Frauenfeld 2435
    Verantwortung "Was der IS tut, verkörpert genau das, was wir in der Schule gelernt ... gestern 13:19
  • Kassandra aus Frauenfeld 996
    Keine Sorgen, aber endlich Diskussionen. Wenn über Europa, und dies ist das Solo- und ... gestern 11:49
  • zombie1969 aus Frauenfeld 2435
    Die... EU will wieder Feuer machen und ist sauer, weil der grösste Teil des ... gestern 10:40
  • zombie1969 aus Frauenfeld 2435
    Angriffe... auf Synagogen und Rabbiner, hämische Hassparolen auf Gaza-Kundgebungen, ... gestern 09:46
  • zombie1969 aus Frauenfeld 2435
    Das... Theater um die AfD wird sich bald legen, weil man in den Parlamenten ... gestern 09:17
  • zombie1969 aus Frauenfeld 2435
    V. Putin... ist gerade dabei, den Absturz der russischen Wirtschaft zu ... So, 14.09.14 13:00
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
DI MI DO FR SA SO
Zürich 12°C 18°C leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig
Basel 11°C 19°C leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
St.Gallen 13°C 19°C leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig
Bern 13°C 23°C leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
Luzern 12°C 24°C leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig
Genf 14°C 24°C leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen
Lugano 17°C 22°C bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen
mehr Wetter von über 6000 Orten