Kämpfe in Nadschaf gehen weiter
publiziert: Dienstag, 24. Aug 2004 / 07:27 Uhr

Nadschaf - Auch in der dritten Nacht in Folge ist die irakische Pilgerstadt Nadschaf wieder von schweren Kämpfen erschüttert worden. Die US-Armee griff erneut Stellungen der schiitischen Milizionäre rund um die Imam-Ali-Moschee an.

Die US-Luftwaffe flog die Nacht hindurch Angriffe auf Stellungen in Nadschaf.
Die US-Luftwaffe flog die Nacht hindurch Angriffe auf Stellungen in Nadschaf.
Nach einem Bericht des arabischen Nachrichtensenders El Dschasira wurden Stellungen der so genannten Mahdi-Armee des radikalen Predigers Moktada el Sadr von US-Flugzeugen aus der Luft beschossen. Auch in Sadr-City, einem Armenvorort der irakischen Hauptstadt Bagdad, sei es erneut zu Kämpfen gekommen, berichtete der Sender.

US-Kampfflugzeuge hätten in der Nacht Ziele in Sadr-City bombardiert, hiess es unter Berufung auf Augenzeugen. In dem Vorort, der zum Teil von Sadrs Mahdi-Armee kontrolliert wird, seien heftige Explosionen zu hören gewesen.

Feuer ausgebrochen

Bei ihrem Angriff auf Milizen-Stellungen in Nadschaf setzte die US-Armee laut El Dschasira auch Flugzeuge vom Typ AC-130 ein, die mit schweren Maschinenkanonen bewaffnet sind. In mehreren Gebäuden rund um den heiligen Bezirk sei Feuer ausgebrochen, hiess es.

Für Berichte, wonach die Amerikaner auch die Moschee selbst angegriffen haben sollen, gab es zunächst keine unabhängige Bestätigung. El-Sadr-Anhänger hatten bereits am Montag behauptet, dass die Kuppel und die Aussenwand der Moschee durch die US-Angriffe beschädigt worden sei.

Wo ist El Sadr?

Der Verbleib El Sadrs ist weiter unklar. In einem Interview mit El Dschasira wies sein Sprecher Berichte zurück, der Prediger habe Nadschaf verlassen. El Sadr halte sich weiter in der Stadt auf und koordiniere die Aktivitäten seiner Anhänger. Zuvor hatte der Polizeichef der Pilgerstadt mitgeteilt, El Sadr habe Nadschaf verlassen.

Bei Verhandlungen zwischen den El-Sadr-Anhängern und gemässigten schiitischen Religionsgelehrten über eine Übergabe der heiligen Stätten der Stadt gab es bislang keine Fortschritte.

(rp/sda)

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