Tausende bereiten sich vor
Kämpfe um Kobane spitzen sich zu
publiziert: Donnerstag, 2. Okt 2014 / 07:55 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 2. Okt 2014 / 12:56 Uhr

Ankara/Beirut/Kobane - Nach einem weiteren Vormarsch der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat sich die Lage in der nordsyrischen Stadt Kobane zugespitzt. Die Extremisten sind laut der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte bis auf zwei Kilometer an die Stadtgrenze herangerückt.

Die Terrorgruppe IS rückt weiter vor. (Archivbild)
Die Terrorgruppe IS rückt weiter vor. (Archivbild)
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Die kurdischen Volksschutzeinheiten bereiten sich auf Strassenkämpfe vor. Die USA und ihre Verbündeten bombardierten erneut IS-Ziele südlich und östlich von Kobane, wie die kurdische Internetseite Welati am Donnerstag berichtete.

Die IS-Extremisten versuchen seit Tagen, die eingekesselte Stadt an der türkischen Grenze einzunehmen. Nach Angaben des Chefs der selbst ernannten Regionalregierung von Kobane, Anwar Muslim, stellen sich 5000 bis 6000 Kurden den IS-Extremisten entgegen. Zudem seien noch einige Tausend Zivilisten in der Stadt.

Türkei entscheidet über Militäreinsatz

Angesichts des IS-Vormarsches will sich die türkische Regierung am Donnerstag vom Parlament die Erlaubnis für Militäreinsätze in Syrien und im Irak geben lassen. Der Regierung des NATO-Mitglieds solle gestattet werden, über den Zeitpunkt, die Dauer und das Ausmass militärischer Operationen in den Nachbarländern zu entscheiden, wie die Nachrichtenagentur Anadolu meldete.

Die Erlaubnis gelte für ein Jahr. Der Regierung in Ankara war zuletzt wiederholt ein mangelndes Engagement im Kampf gegen den IS vorgeworfen worden.

Der inhaftierte PKK-Chef Abdullah Öcalan drohte mit einem Abbruch des Friedensprozesses zwischen Kurden und der Türkei, falls die IS-Extremisten in der überwiegend von Kurden bewohnten syrischen Stadt Kobane ein Massaker verüben. Seine Stellungnahme wurde am Donnerstag von einer der PKK nahestehenden Delegation verbreitet, die Öcalan am Mittwoch im Gefängnis besucht hatte.

Gefährliche Situation im Westen

Kobane (Arabisch: Ain al-Arab) ist die letzte Bastion in einer Enklave, die bislang von den kurdischen Volksschutzeinheiten kontrolliert wurde. Sie sind mit dem syrischen Ableger der kurdischen Arbeiterpartei PKK verbunden. Der IS herrscht bereits über mehr als 300 Dörfer im Umland von Kobane.

Die Kurden hätten sich aus Gebieten im Westen von Kobane zurückziehen müssen, sagte der Leiter der syrischen Menschenrechtsbeobachter, Rami Abdel Rahman. Die Situation dort sei «sehr gefährlich». Die Intensität der Kämpfe habe am Donnerstagmorgen zugenommen, sagte er weiter. Es gebe Berichte, dass viele Menschen die Stadt verliessen.

IS trotzt Luftangriffen im Irak

Im Irak brachten IS-Milizen den grössten Teil der Stadt Hit in der Landesmitte unter ihre Kontrolle. «90 Prozent der Stadt sind von den Kämpfern überrannt worden», sagte das Mitglied des Provinz-Rates, Adnan al Fahdawi, am Donnerstag.

Die USA hatten in der vergangenen Woche ihre Luftangriffe auf IS-Kämpfer vom Irak auf Syrien ausgedehnt. Fünf arabische Staaten unterstützen sie dabei. Ziel der Koalition ist es, die Terrormiliz zu zerstören. Die USA wollen dafür auch gemässigte syrische Rebellen ausbilden, die die IS-Miliz und das syrische Regime in Damaskus bekämpfen.

Der US-Gesandte für das internationale Bündnis, John Allen, sagte dem Fernsehsender CNN, die Ausbildung der gemässigten Rebellen werde Zeit in Anspruch nehmen. «Es könnte Jahre dauern», sagte Allen. Die Rebellen sollten in die Lage versetzt werden, sich gegen das syrische Regime und Dschihadisten verteidigen zu können.

(bg/sda)

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Asia Abdullah, Co-Präsidentin der kurdischen Autonomieregion in Nordsyrien und Co-Vorsitzende der Partei der Demokratischen Union PYD:
"Wir wollen und können Kobane nicht diesen Mördern überlassen. Unsere Kämpfer bleiben hier. Wenn sie endlich internationale Hilfe bekommen, können sie die Terroristen abwehren. Ansonsten gibt es ein Massaker."
Genau das dürfte nun grausame Realität werden. Wer bleiben und kämpfen kann, wird das tun und dabei auf Unterstützung hoffen. Wer fliehen kann, wird versuchen, sich in die Türkei zu retten. Der von allen so gefürchtete Häuserkampf steht nun bevor, nicht nur in Kobane. Eine vom Flüchtlingsstrom überforderte Türkei wird die Nachrichten der nächsten Tage ebenso füllen wie die erschreckenden Bilder einer zerbombten Stadt.
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