Kambundji ersetzt Gasser
publiziert: Mittwoch, 8. Aug 2012 / 20:59 Uhr
Hat Gasser ersetzt: Mujinga Kambundji.
Hat Gasser ersetzt: Mujinga Kambundji.

Michelle Cueni, Mujinga Kambundji, Ellen Sprunger, Lea Sprunger. Die Schweizer Frauen treten am Donnerstagabend (21.20 Uhr) in den Halbfinals über 4x100 m erstmals in dieser Besetzung an.

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Der Staffelcoach Laurent Meuwly setzte bei der Nomination auf Kontinuität, obwohl das Schweizer Quartett in dieser Formation ein Novum darstellt. Der Trainer nahm die Bernerin Kambundji für die verletzte Jacqueline Gasser ins Team, die anderen drei Läuferinnen beliess er auf ihren Positionen. Cueni, Gasser, Ellen und Lea Sprunger waren Ende Juni an den EM in Helsinki in 43,51 Schweizer Rekord gelaufen und haben sich unter die Top-16-Nationen vorgearbeitet, die auf Einladung des Internationalen Leichtathletik-Verbandes (IAAF) die Staffelwettkämpfe bestreiten.

Kambundji hatte an den Schweizer Meisterschaften Anfang Juli in Bern mit den Siegen über 100 und 200 m ihre Ambitionen auf eine Nomination angemeldet. Sie hätte wohl Cueni als Startläuferin verdrängt. Nun nimmt sie Gassers Platz ein, weil sich die Bündnerin am Oberschenkel verletzt hatte und gar nicht nach London reiste. Ellen läuft die Kurve besser als ihre Schwester Lea Sprunger. Aus diesem Grund übernimmt die Siebenkämpferin den dritten Abschnitt.

Traum: Finaleinzug

Die Schweizerinnen streben eine Klassierung unter den Top 12 an, der Traum allerdings heisst Finaleinzug. Dazu wäre nicht nur eine tiefe 43er-Zeit notwendig, sondern auch Wechselfehler oder Einbrüche einiger Konkurrentinnen. In der Jahresweltbestenliste rangiert die Schweiz auf Position 12, im Zweijahresschnitt der besten zwei Resultate, die für die Selektion massgebend waren, auf Platz 14.

«Wir haben in den Trainings gespürt, dass unser Coach so aufstellen wird», sagte Ellen Sprunger, die am Mittwochmorgen zusammen mit ihren Kolleginnen informiert worden war. «Es war eine Mitteilung mit Ansage.» Für Marisa Lavanchy - sie war für die verletzte Gasser nachnominiert worden - und Clélia Reuse kam die Rolle als Ersatzläuferin nicht überraschend.

Innert 14 Monaten haben die Frauen ihre männlichen Kollegen überholt. Die Erfolge der Crew um Lucio di Tizio ermunterte Swiss Athletics, auch mit den Sprinterinnen ein Staffelprojekt zu lancieren. Vor einem Jahr an der Athletissima lief eine Auswahl der zehn Läuferinnen, die ursprünglich zu Meuwlys Pool zählten, erstmals eine Zeit unter 44 Sekunden und qualifizierte sich überraschend für die WM in Daegu (SKor). Mit der Olympiaselektion nahm die junge Crew die nächste hohe Hürde.

Das Männerquartett hingegen hatte in den letzten neun Monaten mehrere Rückschläge zu verdauen. Am schwersten wog die Nichtanerkennung des Schweizer Rekords bei Weltklasse Zürich 2011. Pascal Mancini hatte den Antrag zur Einnahme des Medikaments Ritalin nur bei Antidoping Schweiz, nicht aber bei der IAAF eingereicht.

(knob/Si)

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