Drastische Massnahme gegen Epidemie
Kampf gegen Ebola: Ausgangssperre in Sierra Leone
publiziert: Freitag, 27. Mrz 2015 / 14:16 Uhr / aktualisiert: Freitag, 27. Mrz 2015 / 14:52 Uhr
«Eine extreme Massnahme in einer extremen Situation»: Leslie Scott, Geschäftsführer von World Vision Sierra Leone
«Eine extreme Massnahme in einer extremen Situation»: Leslie Scott, Geschäftsführer von World Vision Sierra Leone

Weiterer Schritt im Kampf gegen Ebola: In Sierra Leone müssen alle sechs Millionen Einwohner drei Tage lang zu Hause bleiben.

8 Meldungen im Zusammenhang
Weiterführende Links zur Meldung:

Ebola bei der WHO
Offizielle Ebola-Seite der Weltgesunheitsorganisation (WHO)
who.int

Auch ein Jahr nach Ausbruch der Epidemie gibt es wöchentlich neue Fälle von Ebola in Sierra Leone. Ernest Koroma, der Präsident des Landes, hat deshalb eine dreitägige Ausgangssperre angeordnet. Mitarbeiter der Gesundheitsbehörden ziehen von Freitag und bis Sonntag von Haus zu Haus, um bislang nicht erfasste Todesfälle zu ermitteln. Das Ziel ist, bis Mitte April die Zahl der Neuinfektionen auf null zu senken. Dann beginnt die Regenzeit, was den Zugang zu neuen Opfern wegen weggespülter Strassen erheblich erschweren würde. World Vision unterstützt diese Massnahme als zwar drastischen aber notwendigen Schritt im Kampf gegen die Seuche.

Warnung vor traditionellen Bestattungen

«Diese Ausgangssperre ist eine extreme Massnahme in einer extremen Situation», erklärte Leslie Scott, Geschäftsführer von World Vision Sierra Leone. «Wenn wir die Zahl der Neuinfektionen tatsächlich auf null senken wollen, dann müssen wir die gefährlichen traditionellen Bestattungen beenden.» Mitarbeiter der staatlichen Behörden wollen mit Hausbesuchen besonders vor diesen traditionellen Bestattungen warnen, die eine Hauptursache bei der Verbreitung des Virus sind. Gefährlich ist vor allem die Waschung der Toten, bei der das Ebola-Virus übertragen werden kann.

World Vision konnte mit mobilen Bestattungsteams gute Erfolge im Kampf gegen Ebola erzielen. Seit Anfang November 2014 wurden insgesamt 4 681 sichere und würdevolle Beerdigungen durchgeführt. In den betroffenen Gebieten konnte die Zahl der Neuinfektionen signifikant gesenkt werden.

Wissen als Prävention

Informationskampagnen in Zusammenarbeit mit der Bevölkerung sind ein zentrales Element der Arbeit von World Vision. Hygiene schützt vor Neuerkrankungen und ermöglicht sichere Bestattungen. Das Wissen um die Gefahren und die Weiterverbreitung des Virus bewahrt Erkrankte und deren Angehörige auch vor einer Stigmatisierung.

Allein in der Woche vom 9. bis 15. März wurden laut des «National Ebola Response Centre» 55 Neuerkrankungen registriert. Insgesamt wurden 8 508 Ebola-Erkrankungen und 3 360 Todesfälle im Land bestätigt. 3 295 Ebola-Patienten konnten geheilt entlassen werden. (Stand: 20. März 2015).

(sk/World Vision)

Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Freetown/Genf - Nur einen Tag nach ... mehr lesen
Ist Ebola in Westafrika doch noch nicht besiegt?
Regelmässiges Händewaschen ist eine der effektivsten Sicherheitsmassnahmen gegen Ebola. Haja aus Sierra Leone macht vor, wie es geht.
World Vision Heute vor genau einem Jahr hat die Regierung in Sierra Leone wegen Ebola den Gesundheitsnotstand ausgerufen. ... mehr lesen
World Vision In Sierra Leone setzt World Vision ... mehr lesen
Grace Kargbo von World Vision Sierra Leone (r.) nimmt stellvertretend für World Vision den «Bond International Humanitarian Award» entgegen.
London - Eine britische Ebola-Patientin ist nach der Behandlung mit einem ... mehr lesen
MIL 77 ähnelt seinen Angaben zufolge dem experimentellen Antikörper-Cocktail ZMapp, welcher bei einigen Patienten schon eingesetzt wurde.
Weitere Artikel im Zusammenhang
In temporären Tagesstätten leben viele Waisenkinder wie Safiatu. Dort werden sie fürsorglich betreut.
World Vision In Sierra Leone stehen über 8'000 Waisen wegen Ebola vor einem ungewissen ... mehr lesen
World Vision Ebola ist noch immer nicht gestoppt. World Vision setzt die Aufklärungsarbeit ... mehr lesen
Regelmässiges Händewaschen ist die effektivste Sicherheitsmassnahme gegen Ebola.
World Vision unterstützt die Bevölkerung mit sanitären Hilfsmitteln bei der Bekämpfung des Ebola-Virus.
World Vision Bereits 4'500 Menschen fielen dem ... mehr lesen
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
In Kita, einem Dorf, in dem World Vision mit den Bauern der Region arbeitet, sieht man trotz der Dürre grüne Flecken.
In Kita, einem Dorf, in dem World Vision mit den Bauern der Region ...
Grosse Trockenheit  Höchste Warnstufe für Indien: Mehr als 300 Millionen Menschen sind von der Hitzewelle betroffen. Seit Anfang Jahr haben sich über 200 Bauern aus Verzweiflung das Leben genommen. mehr lesen 
Fünf Jahre Bürgerkrieg  Der Bericht «The Cost of Conflict for ... mehr lesen
8,2 Millionen vertriebenen Kindern in der Region fehlt Unterstützung und Perspektive - die Verluste an Bildung, Gesundheit und Wirtschaftskraft wirken sich langfristig negativ auf die Region aus.
Die grosse Trockenheit hat vielerorts zu Missernten und Wasser-Knappheit geführt, wie hier in Malawi.
Wegen Klimaphänomen El Niño  In vielen Ländern herrscht wegen des Klimaphänomens El Niño grosse Trockenheit. Millionen von Menschen rund um den Globus sind ... mehr lesen  
El Niño führt zu Trockenheit  Ausgelöst durch das Klimaphänomen El Niño hat eine Dürre in weiten Teilen des südlichen Afrikas Ernteausfälle verursacht. 30 Millionen Menschen brauchen Lebensmittelhilfe. mehr lesen  
 
Stellenmarkt.ch
Der Remoteserver hat einen Fehler zurückgegeben: (500) Interner Serverfehler.
Source: http://www.news.ch/ajax/top5.aspx?ID=0&col=COL_3_1
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Di Mi
Zürich 6°C 15°C wechselnd bewölktleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt, Regen freundlich
Basel 7°C 17°C wechselnd bewölktleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt, Regen recht sonnig
St. Gallen 6°C 13°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig trüb und nass freundlich
Bern 7°C 14°C wechselnd bewölktleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt, Regen recht sonnig
Luzern 8°C 15°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt, Regen freundlich
Genf 8°C 15°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen recht sonnig
Lugano 7°C 19°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig recht sonnig
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten