Kampf gegen den «Unilateralismus» der USA
publiziert: Freitag, 15. Sep 2006 / 23:46 Uhr

Havanna - Ohne den erkrankten Fidel Castro hat in Kubas Hauptstadt Havanna der Gipfel der Blockfreien begonnen.

Fidel Castro wurde zum neuen Präsidenten der Blockfreienbewegung betimmt.
Fidel Castro wurde zum neuen Präsidenten der Blockfreienbewegung betimmt.
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Vor über 50 Staats- und Regierungschefs eröffnete Kubas amtierender Staatschef, Castros Bruder Raúl, den Gipfel. Er rief die Blockfreien, «zwei Drittel der UNO-Mitgliedsstaaten», zum Kampf gegen den «Unilateralismus» der USA und ihrer Verbündeten auf.

Die derzeitige Weltlage sei «von den irrationellen Ansprüchen weltweiter Dominanz durch die einzig verbliebene Supermacht und die Komplizität ihrer Alliierten» geprägt. Die nicht paktgebundenen Staaten sollten «für eine gerechtere und gleichere Weltordnung an Stelle des Neoliberalismus» kämpfen.

Per Akklamation bestimmten die Teilnehmer den 80 Jahre alten Fidel Castro zum neuen Präsidenten der Blockfreienbewegung. In den letzten drei Jahren hatte Malaysia die Präsidentschaft inne.

Erklärung zum Atomstreit

Während des Gipfeltreffens soll unter anderem eine Erklärung zum Atomstreit mit dem Blockfreien-Mitglied Iran verabschiedet werden. Es wurde damit gerechnet, dass Teheran darin das Recht auf friedliche Nutzung der Atomenergie zugesprochen wird.

Der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad sagte in Anspielung auf die US-Regierung, «einige Länder» errichteten «Hürden» und übten politischen Druck aus, um Entwicklungsländer in Abhängigkeit zu halten.

Weiter wurde eine Erklärung vorbereitet, die Israel für den Krieg gegen den Libanon und für das militärische Vorgehen in den palästinensischen Gebieten kritisiert. Ein Resolutionsentwurf fordert zudem eine Reform der UNO und plädiert für eine verstärkte Zusammenarbeit von Entwicklungsländern.

118 Entwicklungs- und Schwellenländer

Zu der während des Kalten Krieges gegründeten Blockfreien-Gruppe gehören 118 Entwicklungs- und Schwellenländer vor allem aus Afrika, Asien und Lateinamerika.

Unsicher war, ob Fidel Castro im Laufe des Gipfels vor den Teilnehmern auftreten würde. Castro erholt sich derzeit von einer schweren Darmoperation und gab die Regierungsgeschäfte vorübergehend an seinen Bruder Raúl ab.

(smw/sda)

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Die USA, Deutschland, Frankreich und Grossbritannien rufen den rat auf Massnahmen zu ergreifen.
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