Kampfhund verletzt eineinhalbjährigen Buben
publiziert: Freitag, 11. Aug 2006 / 17:55 Uhr / aktualisiert: Freitag, 11. Aug 2006 / 19:04 Uhr

Genf - Ein Pitbull hat in Genf einen eineinhalbjährigen Buben mehrmals ins Gesicht und den Kopf gebissen.

Verschiedene Kantone haben den Leinen- und Maulkorbzwang für Kampfhunde eingeführt.
Verschiedene Kantone haben den Leinen- und Maulkorbzwang für Kampfhunde eingeführt.
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Das Kind befindet sich in Spitalpflege. Der Knabe wurde entstellt, dürfte sich aber nicht in Lebensgefahr befinden.

Der von einem 15-jährigen Mädchen ausgeführte Kampfhund attackierte das Kind am Mittwochnachmittag im Park La Grange, wie die Genfer Polizei mitteilte.

Die Behörden liessen den Hund einsperren. Über sein Schicksal entscheidet der Kantonstierarzt. Das Tier gehört einer 52-jährigen Frau, die in Genf wohnt. Sie hatte den Hund ihrer Tochter anvertraut, um diesen auszuführen, wie Eric Grandjean, Sprecher der Genfer Polizei, auf Anfrage sagte.

Hund sprang das Kind plötzlich an

Das Opfer spazierte mit seiner Mutter im Park La Grange. Als der Knabe an einer Bank vorbeikam, in deren Nähe sich der Hund befand, sprang dieser plötzlich auf das Kind los und biss es mehrmals. Eine Ambulanz brachte den Buben ins Krankenhaus.

Der Unfall ereignete nur kurz nachdem der Genfer Staatsrat ein Übergangsreglement für gefährliche Hunde angenommen hat. Dieses trat am 20. April in Kraft. Zwar wurde dagegen Einsprache erhoben, doch hat diese keine aufschiebende Wirkung.

Das Reglement unterwirft die Haltung gefährlicher Hunde, darunter auch Pitbulls, bestimmten Regeln. Der Halter eines solchen Hundes muss volljährig sein. Das Tier muss sterilisiert werden und Hunde- Erziehungskurse besuchen.

Kantonale Initiative geht weiter

Eine kantonale Initiative, die im letzten Mai mit 13´318 Stimmen zustande kam, geht sehr viel weiter. Sie verlangt das Verbot von gefährlichen Kampfhunden im gesamten Kanton. Hundehalter mit Tieren von mehr als 25 Kilo Gewicht sollen streng kontrolliert werden.

Der Angriff zeige, dass eine Gesetzesänderung notwendig sei, sagte der zuständige Genfer Staatsrat Robert Cramer auf Anfrage. Wer sich dagegen sträube, handle unverantwortlich.

Verschiedene Kantone führten als Folge des Angriffs von Oberglatt einen Leinen- und Maulkorbzwang für Kampfhunde ein. Die Walliser Regierung verbot die Haltung von zwölf gefährlichen Hunderassen.

(smw/sda)

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