Kanada will Kampfeinsätze in Afghanistan reduzieren
publiziert: Samstag, 9. Feb 2008 / 18:05 Uhr / aktualisiert: Samstag, 9. Feb 2008 / 18:43 Uhr

Ottawa/Vilnius - Kanada will die Kampfeinsätze seiner Truppen in Afghanistan zurückfahren. Die konservative Minderheitsregierung stellte am Freitag einen Plan vor, der den Einsatz zwar bis Ende 2011 verlängern würde.

NATO Generalsekretär Jaap de Hoop Scheffer appellierte an die afghanische Regierung, mehr für die Sicherheit zu tun.
NATO Generalsekretär Jaap de Hoop Scheffer appellierte an die afghanische Regierung, mehr für die Sicherheit zu tun.
4 Meldungen im Zusammenhang
Dabei sollen sich die kanadischen Truppen jedoch mehr und mehr auf die Ausbildung verlagern. Bisher wurde die Hauptlast der Kämpfe in Afghanistan von den angelsächsischen Staaten sowie den Niederlanden getragen. Dieses Ungleichgewicht war das Haupthema am Treffen der Verteidigungsminister der NATO in Vilnius.

Kanada hat bisher 78 Soldaten verloren, mehr als Deutschland, Italien und Spanien zusammen. Diese Staaten beschränken ihre Truppeneinsätze auf eher ruhigen Teile des Landes. Kanada hatte vor dem Treffen in Vilnius gedroht, seine 2500 Soldaten im kommenden Jahr abzuziehen, wenn die anderen NATO-Länder nicht wenigstens 1000 Soldaten zur Unterstützung schicken.

«Die Rolle Kanadas bei den Gefechten soll zurückgefahren werden, je glaubwürdiger die afghanischen Sicherheitskräfte werden», hiess es nun im Gesetzentwurf der kanadischen Regierung. Eine Abstimmung ist für März geplant. Sollte eine Verlängerung des Einsatzes über Februar 2009 hinaus abgelehnt werden, könnte die Regierung stürzen.

Signale aus Paris

Frankreichs Verteidigungsminister Hervé Morin hatte am Donnerstag nach der Diskussion in Vilnius erklärt, helfen zu wollen. Eine verbindliche Zusage gibt es aber noch nicht. In Paris werde jetzt über Einzelheiten der Verstärkung gesprochen, sagte sein kanadischer Kollege.

Deutschland hingegen bewegte sich am Treffen kaum. Verteidigungsminister Franz Josef Jung sagte in Vilnius, auf Deutschland sei gar kein Druck ausgeübt worden, Truppen in den Süden zu schicken.

Mahnung an Regierung

Die NATO-Verteidigungsminister richteten auch ein Mahnung an Afghanistan, einen Beitrag zur Erhöhung der Sicherheit zu leisten. «Wir brauchen mehr Verbesserung der Regierungsführung seitens der afghanischen Regierung», sagte NATO-Generalsekretär Jaap de Hoop Scheffer.

«Wir wollen, dass die Regierung von Präsident Hamid Karsai sichtbar mehr Verantwortung für die Bekämpfung von Korruption und Drogenhandel sowie für die Achtung der Menschenrechte übernimmt», sagte der Gastgeber, Litauens Verteidigungsminister Juozas Olekas.

Afghanistans Verteidigungsminister Abdul Rahim Wardak sagte nach Angaben von Diplomaten, er habe «die Signale verstanden». Die Regierung bemühe sich bereits, aktiver zu werden.

(fest/sda)

Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Moskau - Der scheidende russische ... mehr lesen
Putin interpretiert die NATO-Erweiterung als «Wettrüsten».
NATO-Generalsekretär Jaap de Hoop fordert konkretes Handeln.
Vilnius - NATO-Generalsekretär Jaap de Hoop Scheffer hat am Treffen der Verteidigungsminister in Vilnius von Afghanistan besseres Regieren gefordert. mehr lesen
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Über 500 Menschen waren an der Übung beteiligt.
Über 500 Menschen waren an der Übung beteiligt.
Übung mit 500 Helfern  Mit einem simulierten Attentat im Stade de France ist am Dienstag ein Worst-Case-Szenario für die EM in Frankreich durchgespielt worden. mehr lesen 
Keine unabhängigen Informationen  Beirut - Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat ihre Offensive im Norden Syriens am Dienstag fortgesetzt. Versuche von oppositionellen syrischen Kräften, die am Freitag begonnene Offensive zurückzuschlagen, seien gescheitert. mehr lesen   1
Erster Weltkrieg  Hamburg - Zum 100. Jahrestag der Skagerrak-Schlacht haben Deutschland und Grossbritannien am Dienstag gemeinsam der tausenden Toten des grössten Seegefechts der Geschichte ... mehr lesen
Der deutsche Bundespräsident Joachim Gauck nahm an der Gedenkfeier teil.
Die NATO sei weiterhin an einem Dialog mit Russland interessiert.
NATO-Generalsekretär hält Rede in Warschau  Warschau - NATO-Generalsekretär Stoltenberg sieht das Bündnis wenige Wochen vor dem Warschauer Gipfel vor grossen Herausforderungen. Einen neuen ... mehr lesen  1
Titel Forum Teaser
  • keinschaf aus Wladiwostok 2826
    belustigend peinlich Das kommt schon fast in die Nähe der Verwechslung von Oekonomie mit ... Mi, 28.12.16 01:21
  • Unwichtiger aus Zürich 11
    Grammatik? Wie kann Stoltenberg denn Heute schon wissen, welche Entscheidungen am ... Sa, 22.10.16 10:59
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Der phallophile Blick eines cerebrophoben Schäfleins! Frau Stämpfli schrieb am Ende ... Mo, 26.09.16 17:32
  • keinschaf aus Wladiwostok 2826
    phallophobe Geschichtsrückblicke "Und die grösste Denkerin des 21. Jahrhunderts? Verdient ihr Geld mit ... Sa, 13.08.16 17:48
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Alle Demonstranten gefilmt. Der Erdogan lässt doch keine Domo gegen sich zu! Die ... Di, 21.06.16 16:42
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Konzernrecht? Konzernpfusch! Was ist denn das? Konzerne werden vorwiegend von Vollidioten geführt. ... Fr, 10.06.16 17:49
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Das wird die Deutschen aber traurig machen. Wenn man keinen Flughafen und keinen Bahnhof ... Mi, 08.06.16 17:49
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Der... Daesh (IS) kommt immer mehr unter Druck. Davon sind inzwischen auch ... Do, 02.06.16 19:22
Jonathan Mann moderiert auf CNN International immer samstags, um 20.00 Uhr, die US- Politsendung Political Mann.
CNN-News Was würde «Präsident Trump» tatsächlich bedeuten? Noch ist absolut nichts sicher, doch es ...
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Do Fr
Zürich 1°C 1°C starker Schneefallleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt Schneeregen
Basel 3°C 3°C trüb und nassleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt starker Schneeregen
St. Gallen 0°C 0°C starker Schneefallleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, wenig Schnee Schneeregenschauer
Bern 2°C 2°C starker Schneeregenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, wenig Schnee Schneeregen
Luzern 1°C 1°C starker Schneefallleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, wenig Schnee Schneeregen
Genf 3°C 4°C trüb und nassleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt starker Schneeregen
Lugano 2°C 2°C starker Schneeregenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt bedeckt
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten