Überraschung bei TV-Debatte
Kandidaten würden Trump unterstützen
publiziert: Freitag, 4. Mrz 2016 / 08:31 Uhr
Donald Trump kann auf die Unterstützung der anderen Kandidaten zählen.
Donald Trump kann auf die Unterstützung der anderen Kandidaten zählen.

Detroit - Die jüngste TV-Debatte der Republikaner endete in der Nacht zum Freitag mit einer Überraschung: Alle Bewerber im Rennen um das Weisse Haus versprachen, am Ende der Vorwahlen den Kandidaten der Partei zu unterstützen - auch wenn dies Donald Trump sein sollte.

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Seine verbliebenen Konkurrenten Ted Cruz, Marco Rubio und John Kasich sagten dies dem Milliardär für den Falle seines Sieges nach den Vorwahlen zu. Dieses Signal der Einigkeit war so nicht erwartet worden. Führende Parteivertreter versuchen seit Tagen mit Macht, einen Kandidaten Trump zu verhindern. Das Unterstützungs-Versprechen aller Kandidaten läuft dieser Strategie vollkommen zuwider.

Bei der TV-Debatte selbst ging es am Donnerstagabend hoch her: Milliardär Donald Trump wurde von seinen Rivalen in der Runde des Senders Fox News in Detroit hart attackiert. Vorrangig ging es dabei um seine Geschäftsaktivitäten.

Senator Marco Rubio stürzte sich sofort auf den Werdegang von Trump als Geschäftsmann. Mit Verweis auf die Pleiten mancher seiner Casinos und fehlgeschlagene Unternehmungen des Trump-Imperiums versuchte Rubio, das Image von Trump als erfolgreicher Geschäftsmann kaputt zu machen. «Sie haben in ihrem Leben nie jemanden angestellt», antwortete Trump. «Ich habe Zehntausenden Menschen eine Stelle gegeben.»

«Kleiner Marco»

«Dieser kleine Junge verbreitet ständig Lügen über mich», sagte Trump an die Adresse Marco Rubios und nannte ihn öfter «kleiner Marco». «Wir werden die Partei Lincolns und Reagans nicht an jemanden aushändigen, der keine konservativen Werte teilt», gab Rubio zurück. Er gilt als jener Bewerber, der am ehesten die Linie des Partei-Establishments vertritt.

Der erzkonservative Senator Ted Cruz erinnerte daran, dass Trump zehn Schecks für verschiedene Kampagnen der Demokratin Hillary Clinton in der Vergangenheit ausgestellt habe. «Das war wegen der Geschäfte», rechtfertigte sich Trump.

Schwierigkeiten bekam Trump auch bei seiner als besonders hart bekannten Haltung zur Einwanderung. Angeblich soll Trump der Zeitung «New York Times» im Hintergrundgespräch gesagt haben, dass er bei der Frage der illegalen Einwanderer flexibel wäre, obwohl er öffentlich verkündet hatte, sie ausweisen zu wollen.

Anspielung auf Genitalien

Trotz Drucks von allen Seiten weigerte sich Trump mehrfach, der Zeitung zu erlauben, die Aufnahmen zu veröffentlichen. «Ich habe einen sehr soliden Kern», sagte Trump dazu. «Aber ich habe noch nie gesehen, dass jemand ohne eine gewisse Flexibilität erfolgreich ist.»

Die harten gegenseitigen Attacken und Angriffe der verblieben vier republikanischen Präsidentschaftsbewerber bei der TV-Debatte - neben Trump, Cruz und Rubio noch der Gouverneur John Kasich - erinnerten an den Schlagabtausch von Mitte Februar. Diesmal schaffte es Trump, das Niveau aber noch einmal zu unterbieten: durch eine obszöne Anspielung auf seine eigenen Genitalien.

Trump bezog sich auf einen Vorwurf von Rubio, wonach er kleine Hände habe. Dazu sagte er: «Wenn sie klein sind, dann muss auch etwas anderes klein sein. Ich garantiere Ihnen, da gibt es kein Problem.» Offensichtlich bestürzt über das Niveau der Debatte, hob Kasich erneut hervor, dass er der Vernünftigste der Kandidaten sei.

«Lange Rezession»

Die TV-Debatte war der Abschluss eines bewegten Tages für die Republikaner. Nachdem der von der Parteiführung lange nicht ernst genommene Milliardär nach Vorwahlen in 15 der 50 Bundesstaaten bei den Delegiertenstimmen für den Nominierungsparteitag klar vorne liegt, hatte der einflussreiche Republikaner Mitt Romney am Donnerstag eindringlich vor Trump gewarnt.

Der Milliardär habe «weder das Temperament noch das Urteilsvermögen» für das Präsidentenamt, sagte Romney. Er warf Trump auch charakterliche Schwächen vor und mokierte sich über gescheiterte unternehmerische Projekte des Geschäftsmanns: Trumps wirtschaftspolitische Ideen würden das Land in eine «lange Rezession» stürzen, warnte Romney.

(bg/sda)

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