Kann die Schweinegrippe Leben retten?
publiziert: Freitag, 6. Nov 2009 / 07:53 Uhr / aktualisiert: Freitag, 6. Nov 2009 / 09:18 Uhr

Über die pandemische Ausbreitung der Schweinegrippe herrscht Einigkeit - über deren Gefährlichkeit wird jedoch gestritten. Manche meinen sogar, das H1N1-Virus könnte sich als nützlicher erweisen als gedacht.

Könnte sich die Schweinegrippe als weniger gefährlich erweisen als die saisonale Grippe?
Könnte sich die Schweinegrippe als weniger gefährlich erweisen als die saisonale Grippe?
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Die Schweinegrippe ist auch in der Schweiz angekommen und es ist nur eine Frage der Zeit, bis es zu ersten Todesfällen kommen wird, wie das Bundesamt für Gesundheit (BAG) gestern berichtete.

Einige Virologen halten das H1N1-Virus dennoch für nicht gefährlicher als das saisonale Grippevirus, weshalb die Schweinegrippe letztendlich sogar nützlich sein könnte.

In China und anderen Ländern, wo sich die neue Variante des Virustyps H1N1 ausbreite, ist ein gleichzeitiger Rückgang der Befunde mit saisonalen Grippeviren des Typs H3N2 zu verzeichnen, wie sich ein amerikanischer Epidemiologe gegenüber dem deutschen «Tagesspiegel» äusserte.

Alles halb so schlimm?

Könnte das bedeuten, dass die Verursacher der weltweit verbreiteten Schweinegrippe, die bisherigen saisonalen Grippeviren verdrängen indem sie im Körper ihrer Wirte um den gleichen Platz konkurrieren?

Vergangene Woche trafen sich in der Zentrale der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Genf Grippeexperten und stellten die weltweit grösste Impfkampagne infrage. Die «neue Grippe» muss keineswegs jene grosse Gefahr sein, vor der Regierungen in aller Welt seit Monaten warnen.

Saisonale oder Schweinegrippe?

Im Gegenteil: Die Schweinegrippe könnte sogar mehr Menschen vor der bisher weit gefährlicheren saisonalen Grippe bewahren, als sie ihrerseits an schweren Erkrankungen erzeugt, bestätigt auch Hans Dörr, Professor für Virologie an der Uniklinik in Frankfurt am Main, gegenüber dem «Tagesspiegel».

«Denkbar ist das auf jeden Fall», sagt Dörr, «das sei kürzlich beim Influenza-Kongress» in Erfurt «auch schon so diskutiert worden».

Die Zahlen scheinen diese Annahme zu bestätigen: In der Südhemisphäre habe sich die Befürchtung, dass das H1N1-Virus in der Wintersaison womöglich mutieren und besonders gefährlich werden könnte, nicht bestätigt.

Australien zählte «nur» 118 Opfer der Schweinegrippe, während aber mit mehr als 1000 Todesopfern der saisonalen Grippe gerechnet wird. Ähnlich sind die Zahlen in Chile und Neuseeland.

WHO: «Impfung ist bester Schutz»

Die Weltgesundheitsorganisation ist jedoch nicht dieser Meinung. Die Auswirkungen der Schweinegrippe sollten nicht unterschätzt werden. Eine Impfung sei immer noch der beste Schutz, erklärte der WHO-Sonderberater für Grippe-Pandemien, Keiji Fukuda, in Genf.

Viele Symptome seien zwar ähnlich, häufig seien jedoch schwere Erkrankungen und sogar Todesfälle eingetreten. Besonders Schwangere und immungeschwächte Menschen seien gefährdet. Die besonders schweren Erkrankungen und Todesfälle durch die Schweinegrippe seien vor allem bei Erwachsenen unter 50 Jahren aufgetreten, betonte die WHO.

Dies stehe in starkem Widerspruch zu den normalen Grippewellen, bei denen die schweren Fälle zu 90 Prozent bei Menschen über 65 Jahren und älter auftreten.

(tri/news.ch mit Agenturen)

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