70 Millionen Franken mehr jährlich - 280 Millionen Nachzahlungen
Kanton Zürich und Krankenschwestern einigen sich über Löhne
publiziert: Mittwoch, 4. Apr 2001 / 16:47 Uhr

Zürich - Im seit Jahren geführten Streit um gerechte Löhne für das Krankenpflege-Personal des Kantons Zürich haben sich die Parteien geeinigt. Vier Berufsgruppen werden auf 1. Juli 2001 höher eingestuft. Die Löhne steigen um 400 bis 1000 Franken monatlich.

Der Kanton Zürich zahlt künftig jährlich 70 Millionen Franken mehr und muss Nachzahlungen von etwa 280 Millionen Franken vornehmen, wie Finanzdirektor Christian Huber am Mittwochnachmittag an einer Medienkonferenz erklärte. Es seien nicht Lohnverhandlungen geführt, sondern eine Diskriminierung behoben worden, betonte er. Gesundheitsdirektorin Verena Diener sprach von einem «Meilenstein in der Geschichte des Kantons und der Frauen».

Verwaltungsgericht verlangte Neueinstufung

Das kantonale Verwaltungsgericht hatte in einem Urteil vom 22. Januar festgestellt, dass Krankenschwestern, Physio- und Ergotherapeutinnen sowie Berufsschullehrerinnen für Krankenpflege bei der Besoldungsrevision von 1991 diskriminierend eingereiht worden waren. Sie hätten gegen den Grundsatz «gleicher Lohn für gleichwertige Arbeit» verstossen.

Das Ziel der Gleichstellung sei mit der neuen Einstufung noch nicht vollständig erreicht, betonten Vertreterinnen der Klägerinnen. Sie sprachen von einer «Annäherung an die Gleichstellung».

Abwanderung aus Pflegeberufen stoppen

Der Kanton Zürich liege nun bei den vier Berufsgruppen bezüglich Löhne schweizweit in der Spitzengruppe, sagte Huber. Dies werde mithelfen, die Personalsituation bei den Spitälern zu entschärfen. Die Abwanderung aus den Pflegeberufen werde nun hoffentlich gestoppt, meinte Diener. Sie gab allerdings zu bedenken, dass nicht nur die Löhne an der Spitze lägen, sondern auch die Lebenshaltungskosten in Zürich.

(kil/sda)

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