Kanzlerin empfängt Dalai Lama trotz Kritik Chinas
publiziert: Freitag, 21. Sep 2007 / 19:33 Uhr / aktualisiert: Sonntag, 23. Sep 2007 / 09:23 Uhr

Berlin - Trotz massiver Kritik aus China hält Bundeskanzlerin Angela Merkel an ihrem Plan fest, am Sonntag den Dalai Lama im Bundeskanzleramt zu empfangen.

Der Religionsführer warf China eine «Arroganz der Macht» vor.
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Regierungssprecher Thomas Steg sagte am Freitag in Berlin, dabei handele es sich um einen privaten Gedankenaustausch im Rahmen der Treffen der Kanzlerin mit Religionsführern.

Peking hatte dem Dalai Lama in ungewöhnlich scharfer Form «Abspaltungsaktivitäten» vorgeworfen und aus Protest den deutschen Botschafter einbestellt. Der Dalai Lama bekräftigte derweil, dass es ihm nicht um ein Unabhängigkeit von China gehe.

Steg verwies auf den China-Besuch Merkels vor einem Monat, bei dem eine erfreuliche Entwicklung der Zusammenarbeit deutlich geworden sei. Deutschland bleibe bei seiner China-Politik.

Der Dalai Lama selbst mache sich den Gedanken der politischen Unabhängigkeit seiner Heimat nicht zu eigen, sondern vertrete eine religiöse und kulturelle Autonomie Tibets innerhalb des chinesischen Staatsverbandes, die er auf friedlichem Wege erreichen wolle.

Dalai Lama lobte Merkel

Der Dalai Lama lobte in einem Interview der «Süddeutschen Zeitung» (Samstagausgabe) Merkels «standhaftes Eintreten für Menschenrechtsfragen und Religionsfreiheit und ihr Engagement für die Umwelt». China warf der Religionsführer eine «Arroganz der Macht» vor, weil es überall dort, wo er auftrete, protestiere und sich damit in die inneren Angelegenheiten der Länder einmische.

Der Dalai Lama bekräftigte, dass die Tibeter keine Unabhängigkeit von der Volksrepublik China wollten, sondern eine echte Autonomie. Dass sein Besuch bei Merkel die chinesisch-deutschen Beziehungen nachhaltig schädigen werde, glaube er jedoch nicht.

Aussenamtssprecher Martin Jäger sagte, der vergangene Woche von Peking einbestellte deutsche Botschafter Michael Schaefer habe ebenfalls die Kontinuität der deutschen Chinapolitik hervorgehoben. China sei ein wichtiger Partner etwa bei den Gesprächen der UN-Vetomächte und Deutschlands über des iranische Atomprogramm oder bei der Darfur-Krise.

Peking sieht Tibet als chinesische Provinz

Das Pekinger Aussenministerium hatte am Donnerstag den Besuch verurteilt und erneut Deutschland aufgefordert, den Dalai Lama nicht einreisen zu lassen. Aussenamtssprecher Jiang Jiang sagte, China wende sich gegen «die Abspaltungsaktivitäten» des Dalai Lamas.

Zugleich kritisiere Peking Länder oder Einzelpersonen, die «die Dalai-Frage» nutzten, um sich in die inneren Angelegenheiten Chinas einzumischen. Peking betrachtet Tibet als chinesische Provinz und sieht in dem seit 1959 im indischen Exil lebenden geistlichen Oberhaupt der Tibeter einen Separatisten.

Ehrendoktorwürde für den Dalai Lama

Die Universität Münster verlieh dem Dalai Lama am Donnerstag die Ehrendoktorwürde. Davor war er in Wien mit dem österreichischen Bundeskanzler Alfred Gusenbauer zusammengetroffen, wogegen die chinesische Botschaft protestierte.

Die Unterredung Merkels mit dem geistlichen und weltlichen Oberhaupt der Tibeter ist die erste im Bundeskanzleramt. Merkel hatte ihn bereits am 17. Juni 2005 in ihrer Eigenschaft als CDU-Vorsitzende empfangen. Tibet wurde 1950 von China besetzt. Seit 1959 lebt der Dalai Lama im Exil in Indien.

(smw/AP)

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