Kapitaler Sturz von Maier
publiziert: Freitag, 4. Feb 2005 / 16:05 Uhr

Werner Franz ist der fünfte Teilnehmer Österreichs an der WM-Abfahrt vom Samstag. Der 32-Jährige gewann das Quali-Duell gegen Christoph Gruber um vier Zehntelsekunden. Hermann Maier produzierte beim St. Peter-Sprung einen kapitalen Sturz.

Hermann Maier wird im Rennen am Samstag mit einer Wunde antreten müssen.
Hermann Maier wird im Rennen am Samstag mit einer Wunde antreten müssen.
Kapitaler Sturz von Maier -- Franz 5. Österreicher Der "Herminator" geriet beim 60-m-Sprung in Rücklage und schien, ähnlich wie einst Roland Collombin in Val d´Isère, die Kontrolle über den Flug vollständig zu verlieren. Im letzten Moment konnte er die Wucht des Sturzes noch dämpfen, indem er nicht direkt auf dem Rücken, sondern teilweise auf den Ski landete. "Fünf Kilometer mehr Tempo, und das hätte schlimm herauskommen können", entfuhr es Pirmin Zurbriggen, dem Weltmeister von 1985, am Ziel.

Mit dem Rettungsschlitten wurde Hermann Maier aus der Piste gefahren und mit dem Helikopter ins Spital von Sandolo geflogen. Dort stellte ÖSV-Teamarzt Arthur Trost, der ihn seinerzeit auch nach dem Motorrad-Unfall operiert hatte, glücklicherweise nur eine vier Zentimeter lange Riss-Quetsch-Wunde auf Schuhrandhöhe des linken Beines fest, die mit vier Stichen genäht werden musste. Dem Start zum Rennen am Samstag steht aber nichts im Weg.

Erster Abfahrtssturz seit Nagano

Für Maier war es der erste Sturz seit seinem Bindungsbruch im Super-G in Garmisch unmittelbar vor der WM 2001 und der erste in der Abfahrt seit Nagano 1998. "Das hier war die Kinderausgabe jenes von Nagano", verglich Maier die beiden Stürze bildhaft. "Weil drei Fahrer vor mir nicht gestartet waren, entstand Hektik am Start. Deshalb bin ich zu unkonzentriert auf den St. Peter-Sprung zugefahren." Aber insgesamt sei es ein ganz normaler Abfahrtssturz gewesen.

Somit wird das ÖSV-Team im Rennen von Samstag aus Werner Franz, Hermann Maier, Titelverteidiger Michael Walchhofer, dem zweifachen Saisonsieger Johann Grugger sowie Olympiasieger Fritz Strobl, der in Bormio schon sechsmal auf dem Podest stand, bestehen. Zuschauen muss Christoph Gruber, der Zweite vom Lauberhorn.

"Mit diesem Entscheid kann ich leben", meinte Quali-Verlierer Gruber, "die Ausscheidung ist fair verlaufen. Dagegen habe ich mehr Mühe zu verstehen, warum Hermann Maier einen Fixplatz erhielt. Da spielten andere Interessen mit. Aber das kennen wir ja seit der WM in St. Moritz." Gruber spielte auf das Faktum an, dass ÖSV-Präsident Peter Schröcksnagel zugleich Manager von Hermann Maier ist.

Sämtliche Österreicher kamen unter den ersten acht ins Ziel und müssen damit mit hohen Nummern ab 25 ins Rennen gehen. Fritz Strobl fuhr wie schon im Eröffnungstraining Bestzeit, obwohl er das gar nicht wollte: "Ich bremste vor dem Ziel ab und war überrascht, trotzdem noch so schnell zu sein." Das sind erfreuliche Perspektiven fürs Rennen.

Schweizer Trumpf: Gute Startnummern

Umgekehrt wars bei den Schweizern. Sie liessen wie Bode Miller, absichtlich oder unabsichtlich, viel Zeit liegen (alle zwischen dem 15. und 25. Rang) und haben den Vorteil, relativ früh ins Rennen gehen zu können. "Ich machte das nicht extra", versicherte Bruno Kernen glaubwürdig: "Ich bin auf der Piste hin und her gerutscht. Die bisherigen Trainings mit Windeinfluss haben uns Rossignol-Fahrern zu wenig Aufschluss darüber gegeben, wie scharf man die Kanten schleifen muss. Atomic mit seinen vielen Fahrern hat diesbezüglich mehr Vergleichswerte."

Didier Défago, neben Kernen der wohl aussichtsreichste Schweizer, meinte: "Ich habe nicht geblufft. Aber ich spürte noch die gestrigen Kombinationssrennen in den Beinen. Ich unterhielt mich mit Michael Walchhofer. Der klagte über die selben Probleme. Am Samstag wird das aber wieder in Ordnung sein." Auch Ambrosi Hoffmann traut sich eine Steigerung zu: "Ich kann schneller fahren. Für ganz nach vorne wird es jedoch in der Verfassung, in der ich mich zur Zeit befinde, nicht reichen." Deshalb seien auch "alle Spekulationen übers Material von Leuten, die zum Teil keine Ahnung haben" absurd.

Letztes Training zur Männer-Abfahrt:
1. Fritz Strobl (Ö) 1:56,11. 2. Werner Franz (Ö) 0,26 zurück. 3. Christoph Gruber (Ö) 0,66. 4. Kurt Sulzenbacher (It) 0,84. 5. Michael Walchhofer (Ö) 1,16. 6. Manuel Osborne-Paradis (Ka) 1,24. 7. Marco Büchel (Lie) 1,53. 8. Finlay Mickel (Gb) und Johann Grugger (Ö), 1,55. 10. Kristian Ghedina (It) 1,59. 11. Daron Rahlves (USA) 1,67.

Ferner: 15. Didier Défago (Sz) 1,90. 20. Bruno Kernen (Sz) 2,42. 21. Ambrosi Hoffmann (Sz) 2,43. 25. Jürg Grünenfelder (Sz) 2,90. 29. Bode Miller (USA) 3,52. - Gestürzt: Hermann Maier (Ö).

(Richard Hegglin, Bormio/Si)

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