Karadzic schweigt bei erster Einvernahme
publiziert: Donnerstag, 31. Jul 2008 / 16:41 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 31. Jul 2008 / 18:55 Uhr

Den Haag - Der wegen Kriegsverbrechen verhaftete Radovan Karadzic ist erstmals dem internationalen Strafgerichtshof in Den Haag vorgeführt worden. Er verwies auf eine angebliche Zusage der USA, die ihm Straffreiheit versprochen hätten.

Vor dem UNO-Kriegsverbrechertribunal in Den Haag hat die erste Anhörung Karadzics begonnen.
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Die Vereinigten Staaten hätten ihm 1996 zugesagt, dass er nicht an das Tribunal ausgeliefert werde, wenn er sich völlig aus der Politik zurückziehe, sagte der frühere Chef der bosnischen Serben. Richter Alphons Orie forderte ihn auf, solche Eingaben mit Fakten zu erhärten und schriftlich vorzubringen.

Weiter beklagte Karadzic «Unregelmässigkeiten» bei seiner Verhaftung in Belgrad. Er sei von Zivilisten, die er nicht kenne, entführt und an einem ihm unbekannten Ort festgehalten worden.

Zuvor hatte der 63-Jährige äusserlich unbewegt die Verlesung der Anklage verfolgt. Stellung dazu nahm er nicht. Er wies darauf hin, dass Chefankläger Serge Brammertz bereits eine Überarbeitung der Schrift angekündigt habe. Zu dieser wolle er sich später äussern, sagte Karadzic.

Der Angeklagte beanspruchte sein Recht, 30 Tage zu warten, bis er auf schuldig oder nicht schuldig plädiert. Richter Orie berief deshalb eine erneute Sitzung für den 29. August ein.

Karadzic will sich selbst verteidigen

Karadzic will sich im Prozess selbst verteidigen, wie er vor dem Tribunal bekanntgab. Er folgt damit dem Vorbild des früheren serbischen Präsidenten Slobodan Milosevic. Dieser war 2006 im Haager Gefängnis kurz vor der Urteilsverkündung nach einem vier Jahre langen Prozess gestorben.

Brammertz geht davon aus, dass der Prozess in einigen Monaten beginnen kann. Auf einen Zeitpunkt für die Fertigstellung der endgültigen Anklage wollte er sich bei der Anhörung nicht festlegen.

Sollte das Gericht Karadzic schuldig sprechen, muss er mit einer lebenslangen Haftstrafe rechnen. Ihm werden zusammen mit dem noch flüchtigen Ex-General Ratko Mladic Kriegsverbrechen sowie Verbrechen gegen die Menschlichkeit während des Bosnienkriegs von 1992 bis 1995 vorgeworfen. Die Vergehen gelten als grausamste Kriegsverbrechen in Europa seit dem Zweiten Weltkrieg.

(smw/sda)

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